Potthof, Christof
Potthof, Christof
Im kommenden Mai werden die Vertragsstaaten der Konvention über die Biologische Vielfalt und des Biosicherheits-Protokolls der Vereinten Nationen in Bonn zu ihren turnusmäßigen Verhandlungen zusammenkommen. Es werden eine Reihe von wichtigen Themen auf der Agenda stehen, so zum Beispiel der Zugang zu genetischen Ressourcen und das gerechte Aufteilen des Vorteils (Access and Benefit Sharing - ABS) als Teil der Konvention sowie die Haftung und Wiedergutmachung unter dem Biosicherheits-Protokoll.
Wissenschaft und Forschung spielen zentrale Rollen, wenn es um die Entwicklung der Gentechnologie geht, das liegt in der Natur der Sache. Derzeit gibt es ein heftiges Gerangel um die Ausrichtung der Forschung, die von den Bundesforschungsanstalten in der Zuständigkeit des Bundesverbraucherministeriums durchgeführt werden soll. Die zentrale Frage lautet: Was ist Forschung für die biologische Sicherheit und was ist Produktentwicklung?
Die Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften (BBAW) hat einen Gentechnologiebericht (GenTB) vorlegt. In ausgewählten Bereichen wird die Situation dieser Technologie beschrieben. Ein Indikatorenmodell soll helfen, in regelmäßigen Abständen und mit unterschiedlichen Schwerpunkten eine Entwicklung nachzuzeichnen. Alles streng wissenschaftlich.
Die Argumente, die für die gentechnische Veränderung von Bäumen und anderen Gehölzen ins Feld geführt werden, gleichen denen im Agrarsektor. Ein Einblick in die Prioritäten und die Debatte in diesem Bereich.
Das Jahr 2005 wird von der Gentech-Industrie als das zehnte Jahr des Anbaus gentechnisch veränderter Nutzpflanzen angesehen. Ein Grund zum Feiern?
Die Europäische Kommission schlägt derzeit Pfähle ein, wie die zukünftige Gentechnikpolitik der EU auszusehen hat. Sie entwirft Konzepte, verteilt üppige Forschungsgelder für die Gentechnik, lässt neue gentechnisch veränderte Nutzpflanzen zu und verweist die rechtliche Regelung von Kontamination und Koexistenz in die Mitgliedsstaaten. Dabei setzt sie sich über den Willen der Verbraucherinnen und Verbraucher und der Regierungen vieler Mitgliedsstaaten hinweg.
Politisch ist es in Deutschland mehr als umstritten, welche Rolle die Gentechnik in der öffentlich finanzierten Forschung spielen soll. Dies verdeutlichten die Diskussionen, wenn Bundesverbraucherschutzministerin Renate Künast mal wieder eine ihrer Forschungsanstalten anwies, von dem einen oder anderen Projekt Abstand zu nehmen. Bei transgenen Gehölzen gibt es im privaten Sektor praktisch überhaupt keine Projekte.
Während der World Wildlife Fund for Nature eine nachhaltige Sojaproduktion in Südamerika vorschlägt, will eine Biotech-Allianz den argentinischen Export-Ausstoß in den nächsten zehn Jahren um fünfzig Prozent steigern. Wer füllt die Futtertröge der Welt? Zu welchem Preis?
In der europäischen Debatte um die so genannte grüne Gentechnik dreht sich derzeit fast alles um die Begriffe Kontamination und Koexistenz. Letztere erscheint von der Politik beschlossen und sucht nun nach ihren Regeln. Dabei wird deutlich, der Aufwand ist praktisch nicht zu leisten und geht oft zu Lasten derer, die mit der neuen Technologie nichts am Hut haben.
Im vergangenen Jahr war die Eidgenössische Volksinitiative für Lebensmittel aus gentechnikfreier Landwirtschaft - kurz: Gentechfrei-Initiative - in der Schweiz mit einem sehr guten Ergebnis erfolgreich zu Ende gebracht worden. Die Schweizerische Arbeitsgruppe Gentechnologie SAG füllt sie seit nunmehr fast einem Jahr mit Inhalten.
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