Feyerabend, Erika
Feyerabend, Erika
Gendatenbanken sind überall dort unvermeidlich, wo "genetische Information" entstehen soll. "Gen-Informationen" lagern nicht einfach im Zellkern. Sie werden durch die Verknüpfung mit medizinischen, genealogischen und verhaltensbezogenen Daten erst hergestellt. Ein Überblick über das Zusammenspiel von Forschungspolitik, -markt und Biobanken bei der Molekularisierung und Genetifizierung der Medizin.
Die Meldung über ein Handelsabkommen zum regulären Transfer von Eizellen rumänischer Frauen nach Großbritannien hat Schlagzeilen gemacht. Zu Recht warnen KritikerInnen vor neuen Ausbeutungsformen. Doch die Zukunft, die von einigen ersehnt und von anderen befürchtet wird, hat schon längst begonnen.
Die Kölner Biotech Firma PlasmaGen hat seit Dezember 2006 ein umstrittenes Verfahren im Angebot: Ab der achten Schwangerschaftswoche kann ein Bluttest das Geschlecht des Ungeborenen bestimmen. Was nützt der Anwenderin die frühe Gewissheit, was sind die Folgen?
Das Deutsche Hygiene Museum in Dresden hat einen Medienpreis an den Journalisten und Autor Erwin Koch für seinen Beitrag "Der gute Tod" verliehen. In diesem wird die Tötung von kranken oder behinderten Neugeboren in den Niederlanden befürwortet.
Viele pränataldiagnostische Untersuchungen werden heute als privat zu bezahlende „Individuelle Gesundheitsleistungen“, kurz IGeL, von FrauenärztInnen angeboten und inzwischen in großem Umfang von Schwangeren in Anspruch genommen. Welche marktwirtschaftlichen Dynamiken prägen den aktuellen Boom der Pränataldiagnostik?
Lebenswissenschaften und Biotechnologien machen den menschlichen Körper zunehmend zum Feld der Auseinandersetzung um manipulierenden Eingriff und ökonomische Verwertung. Die Kritik an Körperpolitik hat es jedoch schwer, weil diese Entwicklung nicht auf der Liste klassischer sozialer Themen steht.
Der Leiter des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit des Arzneimittelwesens (IQWiG), Peter Sawicki, muss den Hut nehmen. Grund dafür ist nicht nur der Lobbydruck diverser Pharmafirmen, sondern auch das politische Primat der Ökonomisierung.
Die Zunahme der Verschreibungen von Psychopharmaka wird auch durch die Privatisierungspolitik im Gesundheitswesen gestützt.


