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Forschungspolitik

Forschungspolitik

Wissenschaft und Forschung spielen zentrale Rollen, wenn es um die Entwicklung der Gentechnologie geht, das liegt in der Natur der Sache. Derzeit gibt es ein heftiges Gerangel um die Ausrichtung der Forschung, die von den Bundesforschungsanstalten in der Zuständigkeit des Bundesverbraucherministeriums durchgeführt werden soll. Die zentrale Frage lautet: Was ist Forschung für die biologische Sicherheit und was ist Produktentwicklung?
In den letzten zwei Jahrzehnten gab es in der Forschungspolitik für Landwirtschaft und Biologie einen schleichenden Wandel. Der Schwerpunkt von Forschungsprogrammen liegt heute auf dem Gebiet der Biotechnologie, an das besondere kommerzielle Hoffnungen geknüpft werden. Wissenschaft und Forschung im Interesse der Öffentlichkeit sind auf dem Rückzug.
Die Privatwirtschaft hat in den letzten Jahren wenig Interesse an Investitionen in die embryonale Stammzellforschung gezeigt. Stattdessen hat die öffentliche Hand die Förderung dieses Forschungs- und Technologiebereichs übernommen. Dass die öffentliche Förderung auch eine Forschung im öffentlichen Interesse garantiert, darf jedoch stark bezweifelt werden.
Forschungsgelder werden zunehmend in Brüssel verteilt. Dazu konstruiert die EU Technologieplattformen. Um alle Beteiligten an einen Tisch zu bringen - sagt sie. Bei "Plants for the Future", der Plattform im Bereich Biotechnologie, Ernährung, Pflanzen sitzt die Kommission, Wissenschaft und Industrie in kleiner Runde zusammen. Deutsche Nichtregierungsorganisationen nehmen in einem offenen Brief an MDBs der Ausschüsse Umwelt, Verbraucher und Landwirtschaft sowie Forschung, EP`s, die Staatsekretäre BMELV, BMU, BMBF und den Nachhaltigkeitsrat Stellung.
Die Europäische Kommission schlägt derzeit Pfähle ein, wie die zukünftige Gentechnikpolitik der EU auszusehen hat. Sie entwirft Konzepte, verteilt üppige Forschungsgelder für die Gentechnik, lässt neue gentechnisch veränderte Nutzpflanzen zu und verweist die rechtliche Regelung von Kontamination und Koexistenz in die Mitgliedsstaaten. Dabei setzt sie sich über den Willen der Verbraucherinnen und Verbraucher und der Regierungen vieler Mitgliedsstaaten hinweg.
Im Herbst letzten Jahres hat die Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften (BBAW) einen Gentechnologiebericht vorgelegt. Das 580 Seiten starke Kompendium soll künftig im Zweijahres-Rhythmus erscheinen und wird in Diskussionen gerne als Referenz für den Stand der Technologie in Deutschland vorgehalten. Anlass genug, um Methode und Strategie der Autoren einem zweiten Blick zu unterwerfen. Im Folgenden eine Analyse des Kapitels zur Pflanzenzüchtung.
Privatwirtschaftliche Interessen werden mit den Forschungen an Universitäten und anderen Forschungseinrichtungen zur Deckung gebracht. Das Ziel ist die Eingliederung der Natur in rundherum ökonomisch verwertbare Produktionsprozesse.
Politisch ist es in Deutschland mehr als umstritten, welche Rolle die Gentechnik in der öffentlich finanzierten Forschung spielen soll. Dies verdeutlichten die Diskussionen, wenn Bundesverbraucherschutzministerin Renate Künast mal wieder eine ihrer Forschungsanstalten anwies, von dem einen oder anderen Projekt Abstand zu nehmen. Bei transgenen Gehölzen gibt es im privaten Sektor praktisch überhaupt keine Projekte.
Am 17. März 2004 präsentierte der Nationale Ethikrat seine Stellungnahme zur Einrichtung und Nutzung von Biobanken. In dieser sind eine Reihe von Regelungsvorschlägen für den Umgang mit Biobanken enthalten, die wir im Folgenden in Auszügen dokumentieren.
Gendatenbanken sind überall dort unvermeidlich, wo "genetische Information" entstehen soll. "Gen-Informationen" lagern nicht einfach im Zellkern. Sie werden durch die Verknüpfung mit medizinischen, genealogischen und verhaltensbezogenen Daten erst hergestellt. Ein Überblick über das Zusammenspiel von Forschungspolitik, -markt und Biobanken bei der Molekularisierung und Genetifizierung der Medizin.