Freisetzung
Freisetzung
Die hier vorliegende Zusammenstellung bezieht sich, soweit nicht anders erwähnt, auf erzielte Forschungs- und Entwicklungsergebnisse und vollzogene Freisetzungen. (Die sehr heterogene Datenlage spiegelt sich in einer entsprechenden Darstellung wieder).
In den USA werden Freisetzungen von nicht zugelassenen gentechnisch veränderten Pflanzen ohne Einhaltung der entsprechenden Regeln durchgeführt. Die zuständigen Behörden sind mit der Situation überfordert, zum Teil wissen nicht einmal die freisetzenden Firmen selbst, wo die Pflanzen stehen.
Das Evangelische Bauernwerk in Württemberg setzt sich seit 15 Jahren gegen die Anwendung der Gentechnik in der Landwirtschaft ein, zuletzt im Rahmen einer Demonstration am 12. März. Anlass war eine geplante Freisetzung des Gentechnik-Konzerns Monsanto.
Die Europäische Kommission schlägt derzeit Pfähle ein, wie die zukünftige Gentechnikpolitik der EU auszusehen hat. Sie entwirft Konzepte, verteilt üppige Forschungsgelder für die Gentechnik, lässt neue gentechnisch veränderte Nutzpflanzen zu und verweist die rechtliche Regelung von Kontamination und Koexistenz in die Mitgliedsstaaten. Dabei setzt sie sich über den Willen der Verbraucherinnen und Verbraucher und der Regierungen vieler Mitgliedsstaaten hinweg.
Anfang November trafen sich achtzig Aktive aus den gentechnikfreien Regionen Deutschlands in Magdeburg mit Gästen aus Frankreich, Österreich und den USA. Auf Einladung der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL), von Bioland und Greenpeace wurden Erfahrungen ausgetauscht und neue Strategien diskutiert.
Das Recht zum so genannten Schutz landwirtschaftlicher Sorten hat sich in den letzten Jahren zunehmend verschärft. Auf nationaler und internationaler Ebene findet eine fortschreitende Kommerzialisierung von Saatgut statt; dieser Trend führt dazu, dass Bäuerinnen und Bauern immer mehr Rechte verlieren. In Deutschland zum Beispiel verpflichten Nachbaugebühren die LandwirtInnen für die Ernte von Lizenzsaatgut zu zahlen, wollen sie von diesem im Folgejahr erneut aussäen.
Die Anbaufläche für gentechnisch veränderten Mais in Deutschland wächst schwach, aber sie wächst. Regional bilden sich große und kleine Bündnisse, oft um den Anbau überhaupt öffentlich zu machen. Nicht selten mit dem Erfolg, den Anbau zu verhindern.


