Jump to Navigation

Soja

Soja

Das weltweit am häufigsten genutzte Unkraut­vernichtungs­mittel Roundup ist giftiger als bisher angenommen. Das haben französische Wissen­schaftler­Innen festgestellt.
Das Jahr 2005 wird von der Gentech-Industrie als das zehnte Jahr des Anbaus gentechnisch veränderter Nutzpflanzen angesehen. Ein Grund zum Feiern?
Während der World Wildlife Fund for Nature eine nachhaltige Sojaproduktion in Südamerika vorschlägt, will eine Biotech-Allianz den argentinischen Export-Ausstoß in den nächsten zehn Jahren um fünfzig Prozent steigern. Wer füllt die Futtertröge der Welt? Zu welchem Preis?
In deutschen Lebensmittelgeschäften sind zunehmend Produkte zu finden, die gentechnisch veränderte (gv) Bestandteile enthalten. Untersuchungen in fünf Bundesländern ergaben: Jedes vierte sojahaltige Nahrungsmittel enthält gv-Soja.
In Argentinien werden beim Soja-Anbau fast einhundert Prozent gentechnisch veränderte Sorten eingesetzt. Das Land ist nach Brasilien und den Vereinigten Staaten der drittgrößte Lieferant für Sojaprodukte weltweit. Gleichzeitig wurde in den vergangenen Jahren von hungernden Bevölkerungsgruppen berichtet. Der GID hatte Gelegenheit, mit der argentinischen Molekularbiologin Lilian Joensen über die Hintergründe zu sprechen.
Futtermittel mit Gentechnik-Anteil müssen seit April gekennzeichnet werden. Die Firma Bunge kennzeichnet sogar gentechnikfreies Soja und zieht damit den Ärger von Bäuerinnen und Bauern auf sich.
In der aktuellen Auseinandersetzung um die Kennzeichnung von tierischen Produkten können VerbraucherInnen derzeit eine Art Pingpong-Spiel zwischen Greenpeace und der Molkerei Alois Müller GmbH & Co verfolgen. Beteiligt sind aber notwendigerweise auch die VerbraucherInnen. Dies zeigt der Schriftwechsel im ePost-üblichen "kopieren-und-einsetzen-Stil" zwischen Dr. Wolfgang Wiebecke und Frau Liliana Georg-Toncic, Pressesprecherin von Müller.
Koexistenz und Kontamination. Zwei Schlagworte in der Diskussion um die Agro-Gentechnik, die seit einem Jahrzehnt die Gemüter der Bio-Branche bewegen. Die Freiburger Life Food GmbH stellt Tofuprodukte her und hat jenseits gesetzlicher Regelungen ein eigenes Modell zur Sicherung gentechnikfreier Nahrungsmittel entwickelt.
Mit der Einführung der Kennzeichnung „Ohne Gentechnik“ bietet sich ein echter Anreiz für Bauern, gentechnikfreies Futter zu nutzen. Aber es gibt auch andere gute Gründe.
Mit seiner Politik am Roundtable for Responsible Soy (RTRS) hat der WWF Unmut und Kritik aus der ganzen Welt auf sich gezogen. Es sind nicht nur die Kolleginnen und Kollegen in anderen Nichtregierungsorganisationen - gelinde gesagt - iritiert. Auch die Partner aus Handel und Industrie, die bereits seit Jahren mit grossem Erfolg - und dem Segen des WWF - an einer nachhaltigen Soja-Zertifizierung gearbeitet haben, fühlen sich geradezu brüskiert. Die Prinzipien des Roundtable wurden jetzt verabschiedet - Gentechnikfreiheit ist kunstvoll ausgeklammert.