gentechnikfreie Regionen
gentechnikfreie Regionen
Mehr als 23.000 Bauern haben in den vergangenen zwei Jahren erklärt, dass sie keine Gentechnik auf ihrem Acker wollen. Das ist das Ergebnis der Arbeit unzähliger Aktiver vor Ort. Das Projekt "Gentechnikfreie Regionen in Deutschland" berät Initiativen und bestärkt bestehende gentechnikfreie Regionen.
Schweizerische Bauern, KonsumentInnen und UmweltschützerInnen fordern im Rahmen der Gentechfrei-Initiative den fünfjährigen Verzicht auf den kommerziellen Anbau transgener Pflanzen und die landwirtschaftliche Nutzung transgener Tiere. Der Nationalrat lehnte die Initiative mit knapper Mehrheit ab. Ende November wird nun die Schweizer Bevölkerung per Volksentscheid über die Initiative abstimmen.
Anfang November trafen sich achtzig Aktive aus den gentechnikfreien Regionen Deutschlands in Magdeburg mit Gästen aus Frankreich, Österreich und den USA. Auf Einladung der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL), von Bioland und Greenpeace wurden Erfahrungen ausgetauscht und neue Strategien diskutiert.
Seit einem Jahr setzen Bauern in gentechnikfreien Regionen in Deutschland auf eigene Lösungen. Sie misstrauen der Koexistenz zwischen herkömmlicher Landwirtschaft und einer Landwirtschaft, die Gentechnik einsetzt.
Biobauern aus drei Staaten, Österreich, Slowenien, und Italien, haben im vergangenen Jahr eine gemeinsame - grenzüberschreitende - Gentechnik-freie Zone gegründet. Ein wichtiger Schritt in diese Richtung erfolgte bereits am 10. Juni 2003 in Ljubljana (Slowenien). Dort besiegelten die Biobauern in Form einer feierlichen Urkundenunterzeichnung den Start der BIO-Region und Gentechnik-freien Zone ALPE ADRIA. Jetzt kam ein wichtiges Signal aus Brüssel: Der Entwurf für ein Gentechnik-Vorsorgegesetz des österreichischen Bundeslandes Kärnten wurde von der Kommission der Europäischen Union nicht zurückgewiesen.
Am 12. Januar 2004 hat Landwirtschaftsministerin Renate Künast den Entwurf für ein neues Gentechnikgesetz vorgestellt, das den Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen in Deutschland regeln soll. In seiner jetzigen Fassung bietet es keine ausreichende Grundlage für den Schutz einer Gentechnik-freien Landwirtschaft. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland fördert mit seinem Projekt "Faire Nachbarschaft" die Einrichtung von Gentechnik-freien Regionen.
Lange spielte sich die Diskussion um den Einsatz der so genannten grünen Gentechnik in eher exklusiven Debattierrunden von Experten ab. Lobby-VertreterInnen verschiedener Interessengruppen gaben sich bei den PolitikerInnen in Brüssel die Klinke in die Hand. Mittlerweile scheint die Diskussion bei den Leuten im Lande angekommen zu sein. Insbesondere in bäuerlichen Kreisen formieren sich Aktionsbündnisse, um gemeinsam gegen die Gentechnik auf dem Acker vorzugehen. Ein kurzer Eindruck aus Baden-Württemberg, Schleswig-Holstein und Hessen.
Anläßlich der europäischen Konferenz zu gentechnikfreien Regionen, Biodiversität und ländlicher Entwicklung fand im Januar einer Podiumsdiskussion statt. TeilnehmerInnen waren Matthias Berninger (parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft - MB), Christiane Graefe (Moderation, Die Zeit - CG), Hans-Theo Jachmann (Syngenta - HTJ), Maria-Grazia Mammucini (Leiterin der toskanischen Behörde für Innovation und Forschung in der Landwirtschaft - MGM), Vera Mora (Ungarische Stiftung für Umwelt-Partnerschaft - VM).


