GVO
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In einer neuen Untersuchung wurde zutage gefördert, dass Eiweiß-Moleküle aus gentechnisch veränderten Pflanzen deutliche Immunreaktionen, zum Beispiel Entzündungen, auslösen können. Doch damit nicht genug: Die gentechnisch erzeugten Proteine sind auch in der Lage, andere, bis dato keine Immunantwort auslösenden Eiweiße, „anzustecken”. Aktuelle Zulassungsverfahren für gentechnisch veränderte Organismen (GVO) sind jedoch nicht zuverlässig geeignet, diese Erscheinungen aufzuspüren.
Das Büro für Technikfolgen-Abschätzung beim Deutschen Bundestag legte im Februar einen Bericht vor, der die so genannte zweite und dritte Generation gentechnisch veränderter Pflanzen in Augenschein nimmt. Fazit des Berichtes: Die Erwartungen sind bislang zu großen Teilen nicht erfüllt worden.
Das Evangelische Bauernwerk in Württemberg setzt sich seit 15 Jahren gegen die Anwendung der Gentechnik in der Landwirtschaft ein, zuletzt im Rahmen einer Demonstration am 12. März. Anlass war eine geplante Freisetzung des Gentechnik-Konzerns Monsanto.
Die Europäische Kommission schlägt derzeit Pfähle ein, wie die zukünftige Gentechnikpolitik der EU auszusehen hat. Sie entwirft Konzepte, verteilt üppige Forschungsgelder für die Gentechnik, lässt neue gentechnisch veränderte Nutzpflanzen zu und verweist die rechtliche Regelung von Kontamination und Koexistenz in die Mitgliedsstaaten. Dabei setzt sie sich über den Willen der Verbraucherinnen und Verbraucher und der Regierungen vieler Mitgliedsstaaten hinweg.
Die Bush-Regierung feiert den Spruch des WTO-Gerichtes gegen die EU. Dabei können Staaten laut Urteil Importe gentechnisch veränderter Lebensmittel verhindern.
Welche Rolle kann die christliche Ethik bei der Bewertung gentechnisch veränderter Organismen, ihrer Herstellung und ihrer Verwendung als Nahrungsmittel übernehmen? Wie können aus ihrer Sicht die Grenzen definiert werden, die bestimmen, bis zu welchem Punkt andere Lebewesen für menschliche Zwecke verändert werden dürfen?
Offiziell gibt es in El Salvador keine Gentechnik. Nichtsdestotrotz sind genetisch veränderte Organismen im Umlauf, die gesetzlichen Regelungen lassen jedoch auf sich warten. Mitglieder des Zivilen Netzwerkes gegen Gentechnik in El Salvador haben nun dem Parlament einen eigens erarbeiteten Gesetzesentwurf zur biologischen Sicherheit vorgelegt.
Seit einem Jahr setzen Bauern in gentechnikfreien Regionen in Deutschland auf eigene Lösungen. Sie misstrauen der Koexistenz zwischen herkömmlicher Landwirtschaft und einer Landwirtschaft, die Gentechnik einsetzt.
Während der World Wildlife Fund for Nature eine nachhaltige Sojaproduktion in Südamerika vorschlägt, will eine Biotech-Allianz den argentinischen Export-Ausstoß in den nächsten zehn Jahren um fünfzig Prozent steigern. Wer füllt die Futtertröge der Welt? Zu welchem Preis?
Die Kritik am neuen - im Februar in Kraft getretenen - Gentechnikgesetz nimmt nicht ab. Am 12. April 2005 verkündete nun der sachsen-anhaltinische Wirtschaftsminister Horst Rehberger, dass seine Landesregierung an diesem Tage beim Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe eine so genannte Normenkontrollklage gegen das Gesetz einreichen werde.


