Biopolitik
Biopolitik
Vom 17.-19. März fand in Berlin ein europaweites Treffen zur Biopolitik statt. Rund 50 Aktivisten, Vertreter von Nichtregierungsorganisationen und AkademikerInnen nahmen auf Einladung der Heinrich-Böll-Stiftung und des Instituts Mensch Ethik und Wissenschaft teil. Rezarta Reimann nahm die Begegnung zum Anlass für einen GID-Bericht über Bioethik in Albanien.
Die ‚Befreiung des Menschen’ ist ein zentrales Motiv emanzipativer und antikapitalistischer Bewegungen in der Moderne. Gelegentlich wurde Emanzipation dabei auch als Befreiung von den Zwängen der Biologie verstanden. Heute findet diese Spielart des Befreiungsdiskurses bei Technikfuturisten neue Anschlüsse, die ein ganz eigenes Licht auf blinde Flecke der Linken in punkto Technologiekritik werfen.
Die Suche nach einem spezifisch (partei-)linken Ansatz kritischer Biopolitik scheint auf den ersten Blick vergeblich: Fragen rund um Gendiagnostik, Stammzellforschung oder Sterbehilfe gehören nicht zu den Top-Themen der Partei Die Linke. Auf den zweiten Blick jedoch lässt sich ein Konzept zur Biopolitik erkennen, das eine nähere Betrachtung verdient.
Seit einigen Jahren verfolgen Betroffenengruppen eine neue politische Strategie: In Abwehr gesellschaftlicher Stigmatisierung ihrer Krankheit betonen sie ihre Einzigartigkeit - und berufen sich dabei auf die Neurowissenschaften. Eine Strategie nicht ohne Fallstricke.


