Gatersleben
Gatersleben
Das Institut für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung will in einem Versuchsanbau gentechnisch veränderten Weizen freisetzen. Das hat etwa 30.000 Menschen dazu gebracht, eine Einwendung gegen den Antrag zu unterstützen.
Im vergangenen Jahr wurde in Gatersleben auf dem Gelände von Deutschlands größter Genbank im Rahmen eines Freisetzungsversuches Winterweizen ausgesät. Der "Verein zur Erhaltung und Rekultivierung von Nutzpflanzen in Brandenburg" (VERN) hat dagegen geklagt.
Da in Gatersleben gentechnisch veränderter Weizen freigesetzt wurde, trafen sich VertreterInnen von Erhaltungsinitiativen für seltene Kulturpflanzen, ZüchterInnen und Bäuerinnen und Bauern aus ganz Europa in diesem Jahr ganz in der Nähe der wichtigsten deutschen Gengank, in Halle an der Saale. Die Beteiligten bestätigten die spezielle Bedeutung von Sammlungen pflanzengenetischer Ressourcen für ihre Arbeit und zeigten sich besorgt über die zunehmende Gefahr ihrer gentechnischen Verunreinigung.
Sammlungen von Pflanzensorten sind von der Verunreinigung mit gentechnischem Material besonders bedroht. Für die Pflanzenzüchtung sind die genetischen Ressourcen von existenzieller Bedeutung.
Am Standort der Genbank in Gatersleben will die Firma Novoplant in diesen Tagen einen Freisetzungsversuch mit gentechnisch veränderte Erbsen starten. Geht es nach den 75.000 Menschen, die dagegen ihren Einwand formuliert haben, wird es nicht dazu kommen.
Am Standort der Genbank in Gatersleben (Sachsen-Anhalt) arbeiten zunehmend auch Arbeitsgruppen und Firmen mit GVO. Im Winter wurde gv-Weizen freigesetzt, in diesem Jahr sollen gv-Erbsen hinzukommen. Die "Biotechnologie-Offensive" der Regierung von Sachsen-Anhalt gefährdet die wertvollen pflanzengenetischen Ressourcen der Genbank.
Allenthalben Aktionen und Protest. Agro-Gentechnik mobilisiert Tausende, wenn es um Demonstrationen und regionale Proteste geht. Aber auch die direkten Aktionen auf Feldern erfreuten sich in diesem Frühjahr wachsender Beliebtheit.
In den Jahren 2006 und 2007 wurde in Gatersleben gentechnisch veränderter Winterweizen ausgesät. Im Frühjahr 2008 machten „freiwillige FeldbefreierInnen” dem Freisetzungsversuch ein Ende und stellten sich anschließend der Polizei. Der Prozess vor dem Landgericht in Magdeburg beginnt vorausssichtlich im Februar.
Auch in Deutschland wird die Auseinandersetzung um die Agro-Gentechnik mehr und mehr eine Sache der Gerichte.


