Vorsorge
Vorsorge
Weil das 1996 aufgelegte Schwerpunktprogramm "Familiärer Brust- und Eierstockkrebs" der Deutschen Krebshilfe demnächst ausläuft, wird über eine Übernahme des Angebotes in den Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen verhandelt. Im Vordergrund der Argumentation steht dabei die Versorgung der Frauen mit Beratung, genetischer Diagnostik, Früherkennung und Prophylaxe. Zeitgleich postulieren Genetiker die Notwendigkeit, Studien zu den beiden bisher bekannten Brustkrebs-Genen BRCA 1 und 2 auf die Gesamtbevölkerung auszuweiten.
Vorbeugen ist besser als Heilen – das Motto besitzt eine fraglose Plausibilität. Dass es sinnvoller ist, künftige Übel durch geeignete Interventionen in der Gegenwart zu vermeiden, als sie erst dann zu bekämpfen, wenn sie manifest geworden sind, erscheint selbstverständlich. Ein Blick auf die Ökonomie des Zuvorkommens bringt allerdings so manche Frage an die Logik der Prävention zum Vorschein.
International mussten in der Vergangenheit dicke Bretter gebohrt werden, bis dem vorsorg-lichen Handeln zu seinem buchstäblichen Recht verholfen wurde. Das Cartagena-Protokoll über biologische Sicherheit ist wesentliches Ergebnis dieses Prozesses.
In den letzten Jahren sind eine Reihe von Ratgebern publiziert worden, die die Veralltäglichung genetischen Wissens dokumentieren. Sie verbinden die Darstellung von Orientierungswissen mit der Ausarbeitung praktischer Verhaltenslehren und verkoppeln Formen der Selbstführung mit Techniken zur Führung anderer.


