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Bt-Baumwolle

Bt-Baumwolle

Noch wird in Europa offiziell lediglich transgener Mais, nicht aber gentechnisch veränderte (gv) Baumwolle kommerziell angebaut. Anträge dazu liegen gleichwohl vor. In Fallstudien ließ die EU-Kommission nun untersuchen, wie Landwirte zukünftig in Kultur- und Saatguterzeugung bei konventionellem Mais, Zuckerrüben und Baumwolle eine zufällige oder unbeabsichtigte Kontamination durch genmanipuliertes Material verringern können. Für Baumwolle werden dabei Grenzwerte empfohlen, die dem transgenen Anbau in Europa Tür und Tor öffnen.
An der ETH Zürich läuft derzeit ein internationales Vorhaben, mit dem die wissenschaftlichen Grundlagen zur Einschätzung potenzieller Umweltauswirkungen von transgenen Kulturen in der Landwirtschaft verbessert werden sollen. In einer zweiten Projektphase erarbeitet man mit brasilianischen ExpertInnen eine landesspezifische Grundlage zur Riskioanalyse für Bt-Baumwolle. Die Beteiligung von Betroffenen und transparente wissenschaftliche Analyseverfahren sind dabei wichtige Elemente.
Erstmals für die Anbau-Saison 2002 zugelassen, sorgt die transgene Bt-Baumwolle für nicht enden wollende Streitigkeiten zwischen dem Biotech-Joint-Venture Mahyco-Monsanto, den Landwirten und der Regierung des indischen Bundesstaates Andra Pradesh. Jetzt muss das Oberste Gericht entscheiden.
In Südafrika wird fast nur noch genmanipulierte Baumwolle angebaut. Auch die meisten Kleinbauern sind umgestiegen. Doch die Bauern verdienen kaum noch Geld mit Baumwolle, weil der Weltmarktpreis sinkt. Daran ändert auch die Technik nichts.
Die Kontroverse um Agro-Gentechnologie in Indien spitzt sich zu: Während Aktivisten immer wieder - zum Teil illegale - Freilandversuche zerstören, hat der Oberste Gerichtshof entschieden, dass vorerst keine neuen Feldversuche zugelassen werden. Bereits genehmigte unterliegen nun strikten Auflagen.
In Burkina Faso wird in dieser Saison erstmals Gentechnik-Baumwolle angebaut. Eine Karawane westafrikanischer Bauernvertreter warnt vor Kosten und Risiken der neuen Technologie. Droht dem Anbau von Bio-Baumwolle das Aus?
Die Nachfrage nach Baumwolle aus ökologischer Produktion wächst. Gentechnikfreiheit ist für viele der Anbieter eigentlich selbstverständlich, doch wurden erste Verunreinigungen auch in Deutschland gefunden. Die Politik schweigt, denn Baumwolle ist weder Futter- noch Nahrungsmittel.
Die Behauptung von Monsanto und Co. ist, dass Bt-Baumwolle zur Emanzipation der indischen Frauen beiträgt. Eine bekannte indische Vorkämpferin für Frauenrechte erklärt im GID, was Sache ist.