HPV
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Obwohl eine entsprechende Stellungnahme der zuständigen Impfbehörde STIKO bisher aussteht wird der neue HPV-Impfstoff der Firma Merck von den großen Krankenkassen und vielen Fachärzten bereits offensiv beworben. Vor allem Eltern junger Mädchen haben bereits den einen oder anderen Brief bekommen. Um eine kritische Einschätzung baten wir die Hamburger Gynäkologin Silke Koppermann.
Im Oktober letzten Jahres wurde auch in Deutschland eine Impfung gegen Humane Papilloma-Viren (HPV) zugelassen. Sie verspricht einen fast hundertprozentigen Schutz gegen zwei krebserregende Viren. Ob sie tatsächlich auch gegen den damit in Zusammenhang stehenden Krebs schützt, ist aber noch ungewiss.
Kommentar von Katja Sabisch
Warum richtet sich der öffentliche Diskurs über die neu entwickelte Impfung gegen Humane Papilloma-Viren fast ausschließlich an Frauen? Die Soziologin Katja Sabisch analysiert die Ursprünge der imaginierten Durchseuchung des weiblichen Geschlechts aus kulturhistorischer Sicht.
Warum richtet sich der öffentliche Diskurs über die neu entwickelte Impfung gegen Humane Papilloma-Viren fast ausschließlich an Frauen? Die Soziologin Katja Sabisch analysiert die Ursprünge der imaginierten Durchseuchung des weiblichen Geschlechts aus kulturhistorischer Sicht.
Um Kosten zu senken, lagern Pharmaunternehmen und staatliche Forschungseinrichtungen in Europa und den USA ihre Medikamententests oft ins "günstigere" Ausland aus. Der HPV-Impfstoff Cervarix zur Vorbeugung von Gebärmutterhalskrebs beispielsweise, über dessen Marktzulassung voraussichtlich Mitte des Jahres entschieden wird, wurde an Tausenden costaricanischen Frauen getestet – und dies unter fragwürdigen Bedingungen. Allmählich regt sich dort Widerstand gegen diese neue Form der Kolonialisierung aus dem Norden.
Im gesundheitspolitischen Diskurs wird inzwischen ganz offen über Sanktionen für "Vorsorgemuffel" diskutiert. Anfang. Februar hat der Bundestag beschlossen, dass Versicherte, die bestimmte Früherkennungsuntersuchungen nicht wahrgenommen haben, finanziell stärker belasten werden. Der GID sprach mit dem Experten für Gesundheitspolitik, Rolf Rosenbrock, über Sinn und Unsinn der Vorsorgepolitik.
Es ist ungewöhnlich, dass der GID einem medizinischen Produkt einen ganzen Schwerpunkt widmet. Doch die aktuelle Debatte um zwei neue Gentech-Impfstoffe zur Vorbeugung von Gebärmutterhalskrebs hat unserer Meinung nach für die Diskussionen um Gentechnik, Vorsorge und Forschungsethik einen hohen Stellenwert. Es lohnt sich, einzelne Aspekte genauer zu betrachten.
Vor einem Jahr beschäftigte sich ein Schwerpunkt des GID 180 mit den neuen Impfstoffen gegen zwei Typen von Humanen Papillom-Viren (HPV), die als Verursacher von Gebärmutterhalskrebs gelten. Just im selben Monat verabschiedete die Ständige Impfkommission (StIKo) in Deutschland ihre Empfehlung an die Krankenkassen, die HPV-Impfung als generelle Reihenimpfung zu etablieren. Ein Jahr später haben bereits 700.000 Mädchen mindestens eine der drei Impfdosen hinter sich.(1) Jedoch: Der Nutzen der Impfung kann bis heute nicht zweifelsfrei belegt werden. Zwei Todesfälle mit unklarer Ursache sorgten in diesem Zusammenhang für zusätzliche Irritation.
Dokumentation
Seit Ende 2006 ist in Europa ein Impfstoff gegen humane Papillomviren (HPV) auf dem Markt. Er wird als nahezu sichere Vorsorge gegen Gebärmutterhalskrebs beworben. Nachdem der GID dem Thema bereits einen Schwerpunkt widmete, dokumentieren wir in leicht gekürzter Fassung die im Mai verabschiedete Stellungnahme des bundesweiten Aktionskreises Frauengesundheit(AKF).
Seit Ende 2006 ist in Europa ein Impfstoff gegen humane Papillomviren (HPV) auf dem Markt. Er wird als nahezu sichere Vorsorge gegen Gebärmutterhalskrebs beworben. Nachdem der GID dem Thema bereits einen Schwerpunkt widmete, dokumentieren wir in leicht gekürzter Fassung die im Mai verabschiedete Stellungnahme des bundesweiten Aktionskreises Frauengesundheit(AKF).
Rund zwei Jahre nach der Zulassung zweier Impfstoffe gegen Humane Papilloma Viren (HPV) wächst die Kritik an den überzogenen Versprechungen, mit denen sie beworben werden. Der Gemeinsame Bundesausschuss der Ärzte und Krankenkassen hat die Impfkommission nun zu einer Neubewertung der Impfung aufgefordert.



