Österreich
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Die Europäische Kommission schlägt derzeit Pfähle ein, wie die zukünftige Gentechnikpolitik der EU auszusehen hat. Sie entwirft Konzepte, verteilt üppige Forschungsgelder für die Gentechnik, lässt neue gentechnisch veränderte Nutzpflanzen zu und verweist die rechtliche Regelung von Kontamination und Koexistenz in die Mitgliedsstaaten. Dabei setzt sie sich über den Willen der Verbraucherinnen und Verbraucher und der Regierungen vieler Mitgliedsstaaten hinweg.
Anfang November trafen sich achtzig Aktive aus den gentechnikfreien Regionen Deutschlands in Magdeburg mit Gästen aus Frankreich, Österreich und den USA. Auf Einladung der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL), von Bioland und Greenpeace wurden Erfahrungen ausgetauscht und neue Strategien diskutiert.
In den USA könnte die Hälfte des konventionellen Saatguts von Mais, Raps und Soja gentechnisch verunreinigt sein. Auch in der EU kommen Verunreinigungen vor. Wie das Problem lösen? Die US-Regierung schaut weg, die EU-Kommission nicht richtig hin und Österreich weist den Weg.
Biobauern aus drei Staaten, Österreich, Slowenien, und Italien, haben im vergangenen Jahr eine gemeinsame - grenzüberschreitende - Gentechnik-freie Zone gegründet. Ein wichtiger Schritt in diese Richtung erfolgte bereits am 10. Juni 2003 in Ljubljana (Slowenien). Dort besiegelten die Biobauern in Form einer feierlichen Urkundenunterzeichnung den Start der BIO-Region und Gentechnik-freien Zone ALPE ADRIA. Jetzt kam ein wichtiges Signal aus Brüssel: Der Entwurf für ein Gentechnik-Vorsorgegesetz des österreichischen Bundeslandes Kärnten wurde von der Kommission der Europäischen Union nicht zurückgewiesen.
Wer hierzulande von Gentechnik spricht, denkt in der Regel zuallererst an Gen-Popcorn oder anderes Geschmackvolles aus der Abteilung Frankensteinfood. Doch Gentechnik hält vergleichsweise unbeachtet von der Öffentlichkeit auch Einzug in die Forstwirtschaft. So wurde etwa auf der 9. UNO-Klimakonferenz beschlossen, dass zur Reduktion von Treibhausgasen künftig auch gentechnisch veränderte Pflanzen (GVOs) eingesetzt werden können.
Österreich gilt vielen in der Agro-Gentechnik-Debatte als Vorbild auch für wünschenswerte deutsche Politik. Nicht nur, dass es seit Jahren genau die gentechnisch veränderten Sorten verboten hat, die in der Europäischen Union zum Anbau zugelassen sind. Auch haben österreichische Akteure einen - nicht unumstrittenen - pragmatischen Weg gefunden, 400 Nahrungsmittel als Gentechnik-frei zu kennzeichnen.


