Afrika
Afrika
Mais ist neben Weizen und Reis die wichtigste Nutzpflanze der Welt. Entsprechend ist es nicht verwunderlich, wenn sich auch die Gentechnik dieser Pflanze annimmt. In Europa ist Mais die einzige Pflanze, die gentechnisch verändert auch kommerziell angebaut wird.
In akuten Notsituationen kann die Nahrungsmittelhilfe lebensrettend sein. Allerdings gerät die Unterstützung mit Naturalien zunehmend unter Beschuss, erst recht seitdem bekannt wurde, dass dabei auch transgener US-Mais geliefert wird.
In der europäischen Diskussion spielt transgene Baumwolle eine Nebenrolle. International, gerade wenn über das Wohl und Weh’ der Kleinbauern in sich entwickelnden Ländern gestritten wird, kann ihre Bedeutung kaum überschätzt werden.
In Südafrika wird fast nur noch genmanipulierte Baumwolle angebaut. Auch die meisten Kleinbauern sind umgestiegen. Doch die Bauern verdienen kaum noch Geld mit Baumwolle, weil der Weltmarktpreis sinkt. Daran ändert auch die Technik nichts.
Mit 150 Millionen US-Dollar will die Bill und Melinda Gates-Stiftung helfen, die Ernährung in Afrika zu sichern. Alte Bekannte aus dem globalen Agrobiotech-Geschäft haben dabei die Fäden in der Hand und streiten über die Rolle gentechnisch veränderter Pflanzen.
Die Nachfrage nach Baumwolle aus ökologischer Produktion wächst. Gentechnikfreiheit ist für viele der Anbieter eigentlich selbstverständlich, doch wurden erste Verunreinigungen auch in Deutschland gefunden. Die Politik schweigt, denn Baumwolle ist weder Futter- noch Nahrungsmittel.
Die „Neue Grüne Revolution in Afrika“, die seit den 1990er Jahren propagiert wird, bekam vor zweieinhalb Jahren neuen Auftrieb, als die Rockefeller- und die Gates-Stiftungen eine „Allianz für eine Grüne Revolution in Afrika” (AGRA) ins Leben riefen. Obwohl AGRA selbst keine gentechnisch modifizierten Kulturpflanzen in ihren Projekten verwendet, schwebt die bedrohliche Präsenz von Gentech-Unternehmen und -Technologien über der Offensive der „Grünen Revolution“ wie ein schlechter Traum.


