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Hunger

Hunger

In akuten Notsituationen kann die Nahrungsmittelhilfe lebensrettend sein. Allerdings gerät die Unterstützung mit Naturalien zunehmend unter Beschuss, erst recht seitdem bekannt wurde, dass dabei auch transgener US-Mais geliefert wird.
Mit 150 Millionen US-Dollar will die Bill und Melinda Gates-Stiftung helfen, die Ernährung in Afrika zu sichern. Alte Bekannte aus dem globalen Agrobiotech-Geschäft haben dabei die Fäden in der Hand und streiten über die Rolle gentechnisch veränderter Pflanzen.
Mit gentechnischen Wunderpflanzen soll der Hunger in der Welt zu bekämpfen sein, meinen einige Wissenschaftler und die Werbeabteilungen aus der Gentechnikbranche seit Jahren. Schon bald könnten trockenresistente, ertragsreiche oder mit Eiweiß angereicherte Pflanzen auf die Felder in Entwicklungsländern kommen.
Mitte April wurde der Weltagrarbericht verabschiedet, nachdem in einer letzten Sitzung mit mehr als sechzig Regierungen dessen Endfassung verhandelt wurde.
Trockentoleranter Mais ist zu einem Hoffnungsträger der Gentechnik-Befürworter avanciert. Nicht zuletzt an dieser Pflanze soll sich erweisen, dass die Agro-Gentechnik unentbehrlich ist: zur Linderung des Hungers und als praktisch angewandter Klimaschutz.
„Gentechnik kann den Hunger in der Welt besiegen“ - dieser Behauptung der Gentechnikbefürworter begegnet man häufg. Doch wie wird diese Aussage begründet? Der Artikel zeichnet die Argumentationszusammenhänge nach, in denen das „Welternährungs-Argument“ eingebettet ist. Sie sollen eine breite Durchsetzung des Anbaus gentechnisch veränderter Pflanzen legitimieren.
Unter dem Titel „Recht zu bleiben, Recht zu gehen. Soziale Kämpfe in Westafrika“ veranstaltete das Netzwerk Afrique-Europe-Interact im November 2011 eine Rundreise mit drei AktivistInnen aus dem westafrikanischen Land Mali, um die Ursachen von Migration und sozialer Kämpfe in Westafrika in das öffentliche Bewusstsein zu rücken. Welche Rolle spielt dabei die Landwirtschaft, in einem Land wie Mali, bei dem nur circa zehn Prozent der Landesfläche landwirtschaftlich genutzt werden können, aber 80 Prozent der Bevölkerung auf und von dem Land leben?
Befürworter der „grünen“ Gentechnik argumentieren gerne, dass eine durch Gentechnik bewirkte Ertragssteigerung der Landwirtschaft zur Bekämpfung des Hungers in der Welt beitragen kann. Aber ist das wirklich so einfach, wie uns suggeriert wird?
(24. Januar 2012) Die neueste Ausgabe des Gen-ethischen Informationsdienst (GID 209, Dezember 2011) geht in ihrem Schwerpunkt der Frage nach, wie dem Problem von Hunger und Mangelernährung beizukommen sein könnte. Agro-Gentechnik wird von seinen BefürworterInnen als Schlüssel zur Lösung der Ernährungsprobleme angesehen. In dieser Ausgabe werden anstelle von technischen Lösungen politische Konzepte betont.

Gleichzeitig mit dem GID 209 haben wir auch den neuen GID Spezial (Nr. 11, Dezember 2011) veröffentlicht. Der programmatische Titel: „Nutrigenomik + funktionelle Lebensmittel = My Food?‟