Pharmapflanze
Pharmapflanze
Neben anderen pharmazeutischen Proteinen sollen in Zukunft direkt konsumierbare Impfstoffe in transgenen Pflanzen produziert werden. Wissenschaftler entwickeln Antigene gegen Krankheiten wie Hepatitis B oder Cholera. Doch das System stößt an seine technischen Grenzen und die Forschung wendet sich bereits von direkt konsumierbaren Pflanzen-Impfstoffen ab.
Mit transgenen Pflanzen sollen Arzneimittel billig und in großer Menge auf dem Acker produziert werden. Wie so oft: Die Gentech-Konzerne sind begeistert. Die Lebensmittel-Industrie dagegen ist not amused. Ein Blick auf ökonomische Aspekte von Pharma-Pflanzen.
Aktuell findet der Übergang zwischen zwei Förderprogrammen für Forschung zur Biologischen Sicherheit des Bundesforschungsministeriums statt - Grund genug, Bilanz zu ziehen. Förderpraxis und -kriterien sowie die Forschungsziele des Ministeriums sind nicht immer transparent und lassen auch andere Wünsche offen.
Bevor transgene Nutzpflanzen in Monokulturen zum Einsatz kommen, muss erst einmal das entsprechende Saatgut in ausreichender Menge erzeugt werden. Bereits vor 1996, dem Jahr des ersten kommerziellen Anbaus im Pionierland der Gentechnik, den USA, begannen die Saatgutvermehrungen und der experimentelle Einsatz. Beides fand überwiegend in Staaten statt, wo derartige Arbeiten unbehelligt von gesellschaftlichen Debatten oder besonderen Kontrollen möglich sind.
Am Standort der Genbank in Gatersleben will die Firma Novoplant in diesen Tagen einen Freisetzungsversuch mit gentechnisch veränderte Erbsen starten. Geht es nach den 75.000 Menschen, die dagegen ihren Einwand formuliert haben, wird es nicht dazu kommen.


