Anbau
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Der Bt-Mais MON810 der Firma Monsanto ist eine der dienstältesten gentechnisch veränderten (gv) Pflanzen weltweit. Während Anfang der 90er Jahre des vergangenen Jahrhunderts die vermeintliche Präzision der Gentechnik zum Beispiel mit Bildchen von Enzymen als zielgenauen „Scheren” dargestellt wurde, setzte Monsanto zur Entwicklung von MON810 bereits so genannte Genkanonen ein. Mit diesen werden neue Genfragmente mit Hilfe von Partikeln in Zellen geschossen. Wie die letztendlich integrierten DNA-Sequenzen aussehen und an welchem Ort sie tatsächlich eingebaut werden, ist auch 2008 noch unklar. Gv-Pflanzen waren, sind und bleiben Zufallsprodukte.
Die Kommission der Europäischen Union hat die gentechnisch veränderte Stärkekartoffel „Amflora“ des deutschen Chemiekonzerns BASF für den Anbau in der EU zugelassen - das erste Feld liegt in Mecklenburg-Vorpommern.
Heimlich hat Frankreichs Genmais-Lobby in diesem Jahr Fakten geschaffen. Die Fläche mit Bt-Mais soll bis auf 1000 Hektar erhöht worden sein, die Ernte nach Spanien verkauft werden. In Frankreich fehlt es an Regeln für den kommerziellen Anbau.
Rechtzeitig zu den ersten Versuchen eines kommerziellen Anbaus von gentechnisch veränderten Sorten in Deutschland kommt mit dem Bericht "Monsanto gegen Bauern" des US-amerikanischen Zentrums für Nahrungsmittelsicherheit ein wenig Licht in das Dunkel, das das juristische Gebaren um die patentierten Sorten umgibt.
Kontaminationen in Feld und Flur werden wohl in Zukunft hingenommen werden müssen, wenn es nach den Proponenten gentechnisch veränderter Pflanzen geht. Auch die Ergebnisse von Anbauversuchen aus dem letzten Jahr sorgen nicht dafür, dass GVO zu den Akten gelegt werden. Über Probleme jenseits von Abstandsdiskussionen schweigt sich die Wissenschaft weitgehend aus.
Verwaltungsgerichte in Brandenburg bestätigten im Sommer die Anordnung der Behörden an einen Landwirt, seinen gentechnisch veränderten Mais unterzupflügen. Er hatte die transgene Saat in einem Schutzgebiet ausgebracht, in dem Biozide nicht gestattet sind.
Der neue Gentechnik-Kommissar der Europäischen Union, John Dalli, macht Ernst: Zum ersten Mal seit 1998 hat er jetzt eine Gentechnikpflanze für den Anbau in Europa zugelassen. Der Gentechnik-Kartoffel „Amflora“ von BASF sollen bald weitere Zulassungen für Gentechnik-Mais folgen. Die Bundesregierung steht hinter dieser neuen Linie der EU-Kommission. Für den Anbau 2010 ist es zwar zu spät. Aber wenn wir uns jetzt nicht wehren, werden BASF, Monsanto und Syngenta auch gegen den Willen der Bevölkerung im nächsten Frühjahr Europa mit ihren Gentechnikprodukten überschwemmen.


