Wissenschaftskritik

Wissenschaft wird von Seiten staatlicher Forschungspolitik seit Jahrzehnten als Ausgangspunkt ökonomischen Wachstums betrachtet. Die Förderpolitik zielt in erster Linie auf die Entwicklung ökonomischer Potenziale und vermarktbarer Produkte. Die kooperierende Industrie ist jedoch kein neutraler Partner, sondern beeinflusst - wie viele Studien belegen - oftmals das Ergebnis der von ihr finanzierten Forschung und die Publikation der Ergebnisse.

Durch diese zunehmende Ökonomisierung stehen auch Grundlagenforscher*innen unter dem Druck, spektakuläre Ergebnisse zu produzieren und zu vermarkten. Die Kommunikationsabteilungen wissenschaftlicher Institute tun das Ihre, um mediale Hypes und uneinlösbare Versprechen zu erzeugen. Kein Wunder also, dass Studien immer wieder zeigen, dass ein großer Teil der Forschungsergebnisse nicht reproduzierbar ist.

Beiträge zu diesem Thema

  • Corona – ein Virus zeigt die Schwachstellen des Systems

    Von
    Isabelle Bartram ,

    Erst im Februar thematisierte der Gen-ethische Informationsdienst in seinem Schwerpunkt „Gesundheit in der Krise“ die dramatischen Auswirkungen der jahrzehntelangen Ökonomisierung im Gesundheitswesen. Jetzt steht das überlastete System vor einer Herausforderung von nie dagewesenem Ausmaß.

  • Irrwege auf der Suche nach dem trans*-Gehirn

    Von
    Eric Llaveria Caselles , 14. Februar 2020

    Aktuelle neurowissenschaftliche Studien versuchen Unterschiede in Gehirnen von Menschen mit deren Geschlechtsidentitäten zu verknüpfen. Doch Mängel in ihrer Konzeption werfen mehr Fragen auf als ihre Ergebnisse beantworten.

  • Suche nach dem Homo-Gen

    Von
    Isabelle Bartram , 22. November 2019

    Eine aktuelle molekulargenetische Studie hat sich mit der biologischen Ursache menschlicher Homosexualität beschäftigt. Während einige die Ergebnisse begrüßen, sind die Zweifel an dem Sinn solcher Studien auch im Wissenschaftsbetrieb ungewöhnlich laut.

  • GID-Ausgabe
    250
    vom August 2019

    Kritische Wissenschaft – Forschen, Reflektieren, Diskutieren

    Dieser Schwerpunkt der 250. Ausgabe des Gen-ethischen Informationsdienstes (GID) beschäftigt sich mit Fragen, die den Verein, die Redaktion und sicherlich auch viele Mitglieder und Leser*innen immer wieder umtreiben: Was ermöglicht, was verunmöglicht kritische Forschung? Wie wird mit für Manche*n unliebsamen Ergebnissen umgegangen? Woher kommen die Mittel, um auch unangenehme Fragen anzugehen? Wie kann kritische Forschung in Gesellschaftsveränderung umgesetzt werden?

  • Gentechnik-Ablehnung und tatsächliches Wissen

    Von
    Isabelle Bartram , 14. August 2019

    Wissenschaftler*innen forschten über Gentechnik-Gegner*innen in den USA, in Deutschland und in Frankreich. Sie konnten ihre Vorannahme bestätigen, dass Menschen die gentechnisch veränderte Lebensmittel ablehnen, einfach nur zu wenig darüber wissen – oder?