Reprotechnologien

Eizellen„-spende“ und „Leihmutterschaft“ sind in Deutschland verboten, das regelt das Embryonenschutzgesetz (EschG). Um solche  Reproduktionstechnologien dennoch zu nutzen, reisen Schätzungen zufolge jedes Jahr bis zu 3.000 deutsche Paare ins Ausland. Der starke Kinderwunsch dieser Paare, das vermeintliche Kindeswohl, die mit dem Reproduktionstourismus verbundenen Probleme, ein postuliertes „Recht“ auf ein eigenes Kind - diese Argumente werden von unterschiedlichen Gruppen verstärkt vorgebracht, um die Verabschiedung eines „modernen“, liberalen Fortpflanzungsmedizingesetzes voranzubringen.

Selten thematisiert werden die geringen Erfolgsaussichten reproduktiver Technologien und alternative Möglichkeiten der Familiengründung wie Pflegekinder oder Co-Parenting. Die Probleme und Rechte von „Spenderinnen“ und „Leihmüttern“ kommen in diesen Diskursen noch weniger vor.

Beiträge zu diesem Thema

  • GID-Ausgabe
    249
    vom Mai 2019

    Nulltoleranz – Rechte Ideologien in der Kritik

    In diesem Heft beschäftigen wir uns mit rechten Ideologien in den Debatten um Bio-, Gen- und Reproduktionstechnologien und wollen uns von ihnen abgrenzen. Dafür haben wir unsere Autor*innen gebeten Ideologien und Argumentationsmuster zu analysieren, die wir als verkehrt und äußerst gefährlich erachten. Wir leisten mit dieser Ausgabe einen Betrag dazu rechte Aktivitäten, Argumente und Kontinuitäten aufzuzeigen und für sie zu sensibilisieren.

  • GID-Ausgabe
    246
    vom August 2018

    Eugenik - Beständigkeit und Bruch

    Das Themenheft GID Spezial Nr. 2 „Eugenik - gestern und heute“ ist von 2001 - höchste Zeit, unsere Position zu aktualisieren!

  • Andere Methoden - andere Ziele

    Kirsten Achtelik , 28. August 2018

    „Eugenik“ dient heute als Kampfbegriff oft nur der Skandalisierung. Zur Beschreibung der normalisierten Praxis der pränatalen Diagnostik ist er ungeeignet. Ein Kommentar.

  • 40 Jahre künstliche Befruchtung

    Kirsten Achtelik ,

    Am 25. Juli dieses Jahres jährt sich zum 40. Mal die erste erfolgreiche In-vitro-Fertilisation (IVF) am Menschen. Seitdem sind der Europäischen Gesellschaft für Reproduktionsmedizin und Embryologie (ESHRE) zufolge mehr als acht Millionen Babys nach einer Fruchtbarkeitsbehandlung zur Welt gekommen.

  • Reproduktion und Selektion

    Jonas Rüppel, Thomas Lemke , 21. Februar 2018

    Eine Literaturstudie zu den gesellschaftlichen Implikationen der Präimplantationsdiagnostik.