Reprotechnologien

Eizellen„-spende“ und „Leihmutterschaft“ sind in Deutschland verboten, das regelt das Embryonenschutzgesetz (EschG). Um solche  Reproduktionstechnologien dennoch zu nutzen, reisen Schätzungen zufolge jedes Jahr bis zu 3.000 deutsche Paare ins Ausland. Der starke Kinderwunsch dieser Paare, das vermeintliche Kindeswohl, die mit dem Reproduktionstourismus verbundenen Probleme, ein postuliertes „Recht“ auf ein eigenes Kind - diese Argumente werden von unterschiedlichen Gruppen verstärkt vorgebracht, um die Verabschiedung eines „modernen“, liberalen Fortpflanzungsmedizingesetzes voranzubringen.

Selten thematisiert werden die geringen Erfolgsaussichten reproduktiver Technologien und alternative Möglichkeiten der Familiengründung wie Pflegekinder oder Co-Parenting. Die Probleme und Rechte von „Spenderinnen“ und „Leihmüttern“ kommen in diesen Diskursen noch weniger vor.

Beiträge zu diesem Thema

  • Behindert, queer, Kinderwunsch?

    Von Kirsten Achtelik , 8. September 2017

    Die übergroße Mehrheit der Menschen, die versuchen, ihren Kinderwunsch mit in Deutschland verbotenen Reproduktionstechniken zu befriedigen, sind heterosexuelle Paare. Menschen mit Behinderung und queere Menschen werden von Legalisierungsbefürworter*innen allerdings überproportional häufig als Zielgruppe genannt. (pdf)

  • Rezensionen

    Von , 8. September 2017

  • Komplexe Ungleichheitsverhältnisse

    Von Christa Wichterich , 8. September 2017

    Feministische Argumente gegen Leihmutterschaft.

  • Reproduktion ohne Technologie

    Von Rebecca Wilbertz , 8. September 2017

    Die erste Staffel von „The Handmaid´s Tale", der Verfilmung des 1985 von Margaret Atwood geschriebenen dystopischen Romans (deutsch: Report der Magd) wird in den Feuilletons als aktueller Kommentar zu Trumps Amerika diskutiert.

  • Vergleichbar?

    Von Susanne Schultz , 8. September 2017

    Eine der Herausforderungen ist es, Leihgebären und Eizellverkauf als Arbeitsverhältnisse zu verstehen und politisch zu beantworten. Melinda Cooper und Catherine Waldby unternehmen in dem Band „Sie nennen es Leben, wir nennen es Arbeit“  eine solche Analyse - und stellen sich gegen ein staatliches Verbot: Protektionistische Verbote könnten kapitalistische Dynamiken nicht aushebeln

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