Kurz notiert - Landwirtschaft und Lebensmittel

USA: Gv-Lachs

Im Verlauf der Zulassung von gentechnisch veränderten (gv) Lachsen als Lebensmittel ist in den USA die Frist zur Kommentierung des Entwurfs für eine Umweltfolgen-Abschätzung (environmental assessment - EA) bis zum 26. April dieses Jahres verlängert worden. Das hat die zuständige US-Behörde, die Food and Drug Administration FDA bekannt gegeben. Das US-Unternehmen AquaBounty Technologies (Waltham, Massachusetts), das auch eine Tochterfirma in Kanada unterhält, versucht seit mehr als zehn Jahren das weltweit erste Lebensmittel aus gentechnisch veränderten Tieren genehmigt zu bekommen. Die befruchteten Eier der gv-Lachse werden in Kanada hergestellt, nach Panama transportiert, die Fische werden dort gemästet und anschließend in den USA in die Regale gelegt. Umwelt- und Verbraucherschutzverbände laufen seit Jahren Sturm gegen die Zulassung, alleine auf der Kampagnenwebsite des Center for Food Safety (CFS) sind bereits mehr als 50.000 UnterstützerInnen registriert, die sich gegen die Zulassung aussprechen. Siehe dazu auch im GID 216 (Februar 2013). (www.fda.gov, 13.02.13; CFS unter http://salsa3.salsalabs. com oder www.kurzlink.de/gid217_9) (pau)

Gv-Mais und Bienen

WissenschaftlerInnen des Thünen-Institutes haben gemeinsam mit KollegInnen der Universität Würzburg die Wirkung von Blütenpollen gentechnisch veränderter (gv) Bt-Maissorten auf die Entwicklung von Ammen-Bienen (nurse bees) untersucht. Das Institut ist Teil der Ressort-Forschung des Bundeslandwirtschaftsministeriums. Bei den Versuchen sei keine besondere Wirkung des Bt-Giftes auf Überlebensrate, Körpergewicht oder Proteinverdauung dieser Bienen festgestellt worden. Wie die WissenschaftlerInnen schreiben, nehmen „Ammen-Bienen (...) im Bienenvolk besonders viel Pollen auf, von denen sie einen Teil für die Aufzucht der Bienenlarven verwerten“. Daraus leiteteten die ForscherInnen die These ab, dass die Ammen durch „ihren hohen Pollenkonsum (...) möglicherweise besonders gefährdet sind“. Gentechnisch veränderter Bt-Mais bildet in allen Pflanzenteilen ein Gift, das ursprünglich in bodenlebenden Bacillus-thuringiensis-Bakterien gefunden wird. Die gv-Pflanzen sollen durch die gentechnische Veränderung vor Fraßschädlingen geschützt werden. Christoph Then, Geschäftsführer der Nichtregierungsorganisation Testbiotech, kritisiert die Untersuchung - insbesondere die weitreichende Schlussfolgerung der WissenschaftlerInnen, derzufolge Bt-Mais Bienen nicht schädige. Seiner Meinung nach seien die wesentlichen Fragen nicht untersucht worden. In der Vergangenheit hatten Bienen empfindlich auf Bt-Gift reagiert, wenn sie gleichzeitig durch andere Faktoren in ihrer Entwicklung beeinträchtigt waren, zum Beispiel durch einen Befall mit dem Parasiten Nosema. Siehe dazu auch den Schwerpunkt von GID 194. (Pressemitteilung Thünen-Institut, 04.04.13, www.ti.bund.de; www.gen-ethisches-netzwerk.de/gid/194; H. P. Hendriksma et al. (2013): „Effect of Stacked Insecticidal Cry Proteins from Maize Pollen on Nurse Bees (Apis mellifera carnica) and Their Gut Bacteria“. PLoS one, März 2013, www.plosone.org; persönliche Mitteilung Christoph Then) (pau)

Weltweiter Anbau von gv-Pflanzen

Wie in jedem Jahr veröffentlichte die US-amerikanische, Industrie-nahe Lobbygruppe ISAAA im Februar ihre Zahlen über den weltweiten Anbau gentechnisch veränderter (gv) Pflanzen. Demzufolge wurden im vergangenen Jahr auf einer Fläche von 170 Millionen Hektar gv-Pflanzen ausgebracht. Wichtigstes Anbauland ist die USA, dort beträgt die Fläche 69,5 Millionen Hektar (Mio. ha), auf den weiteren Plätzen folgen Brasilien (36,6 Mio. ha), Argentinien (23,9 Mio. ha), Kanada (11,6 Mio. ha), Indien (10,8 Mio. ha) und China mit 4 Mio. ha. Die wichtigsten gv-Pflanzen sind: gv-Soja (47 Prozent), Mais (32 Prozent) und gv-Baumwolle (32 Prozent). Gentech-kritische Nichtregierungsorganisationen haben die Darstellung als übertrieben zurückgewiesen. Das Afrikanische Zentrum für Biosicherheit (African Center for Biosafety - ACB) zum Beispiel stellt den Angaben von ISAAA eigene Zahlen gegenüber. Denen zufolge sei die Anbaufläche von gv-Pflanzen (Mais und Soja) in Südafrika im Vergleich zu den Zahlen des Vorjahres nicht um 600.000 Hektar, sondern nur um 150.000 Hektar gestiegen. Die Fläche mit gv-Baumwolle ist Mariam Mayet, Direktorin des ACB, zufolge sogar gesunken. Mayet bezieht sich mit ihren Angaben auf letzte Veröffentlichungen des südafrikanischen Landwirtschaftsministeriums. (Zum ACB siehe auch das Interview mit Mariam Mayet auf Seite 27 in diesem Heft). (ISAAA-Bericht „Brief 44 - Global Status of Biotech/ GM Crops: 2012“, www.isaaa.org; www.acbio.org.za, 28.02.13) (pau)

Belgien: Prozess verschoben

Der Prozess gegen eine Gruppe von belgischen FeldbefreierInnen vor einem Gericht in Dendermonde ist von Anfang April auf den 28. Mai verschoben worden. Die mittlerweile als „Wetteren 11“ bekannten AktivistInnen werden beschuldigt, im Mai 2011 einen Freisetzungsversuch in Wetteren zerstört zu haben. Die Verschiebung des Prozesses hängt möglicherweise mit der Veröffentlichung eines Artikels von zwei Jura-Professoren zusammen, die dem Gericht vorwerfen, substantiell die Rechte der Angeklagten zu missachten. Zum Beispiel hatte es das Gericht im Januar abgelehnt, weiteres Video-Material zu sichten, aus dem sich eine andere Version der Abläufe der Feldbefreiung ergeben könnte als die Version der belgischen Polizei. Auch seien die Umstände der - möglicherweise fehlerhaften - Genehmigung des Freisetzungsversuches nicht ausreichend berücksichtigt worden. Siehe zu diesem Verfahren auch den Beitrag „Neues aus Belgien“ von der in diesem Verfahren selbst angeklagten Barbara van Dyck im GID 212 (Juni 2012) und das Interview mit ihr im GID 207 (August 2011). Siehe dazu auch auf Seite 5 in diesem Heft. (www.fieldliberation.org, 29.02.13; www.gen-ethisches-netzwerk.de/gid/212 und .../gid/207) (pau)

Monsanto gegen EFSA

Nachdem die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) im Januar einen Datensatz zu gentechnisch verändertem Mais der Linie NK603 veröffenlicht hat, scheint der US-Konzern Monsanto nun rechtliche Schritte gegen die Behörde in die Wege geleitet zu haben. Das geht aus einer Meldung der EFSA hervor, die am 8. März diese Jahres von dem Internet-Portal foodnavigator.com veröffentlicht wurde. Die Freigabe der Monsanto-Daten seitens der EFSA war Teil der Reaktion der Behörde auf die Veröffentlichung einer Untersuchung dieser Maislinie durch den französischen Molekularbiologen Gilles-Eric Séralini im September des vergangenen Jahres (siehe dazu das Schwerpunktthema in der letzten Ausgabe des GID, Februar 2013). Bei der Benennung der entsprechenden Quellen bleibt der foodnavigator vage und schreibt lediglich von „sources“ (Quellen). Die Veröffentlichung von Originaldaten bei der wissenschaftlichen Bewertung von gentechnisch veränderten Pflanzen war in der Folge der Séralini-Publikation (und auch schon in vergleichbaren Auseinandersetzungen in den Jahren zuvor) eines der zentralen Streitthemen. Die besagten Unterlagen können unter der Adresse www.efsa.europa.eu/en/press/news/130114.htm weiter aus dem Netz geladen werden. (www.foodnavigator.com, 08.03.13; www.gen-ethisches-netzwerk.de/gid/216; www.efsa.europa.eu) (pau)

Impfung mit Gentech-Bakterien

Etwa 30 Anwohner und UmweltschützerInnen haben Ende März im mecklenburgischen Grabow gegen den Beginn eines Versuches mit gentechnisch veränderten (gv) Bakterien protestiert. Geplant ist die Immunisierung von Fohlen gegen eine bestimmte Form der Lungenentzündung. Der Versuch mit einem Impfstoff des niederländischen Pharma-Unternehmens Intervet (Boxmeer) wird auf dem Gestüt Lewitz des ehemaligen Springreiters Paul Schockemühle durchgeführt. Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit hatte die Freisetzung Mitte des vergangenen Jahres genehmigt, mehrere hundert Einwendungen und die Klage einer Anwohnerin konnten ihn nicht aufhalten. Die Überreste der gentechnisch veränderten Bakterien werden mit dem Kot der Tiere ausgeschieden. Die ungewollte Verbreitung will der Betreiber des Versuches, nach Darstellung im NDR, unter anderem durch eine Wand aus Strohballen verhindern. Anja Sobczak vom Umweltinstitut München (UIM) fordert: „Die heute begonnene Freisetzung des Gen-Lebend-Impfstoffs für Pferde muss sofort gestoppt werden. Eine neutrale Risikoabschätzung ist nicht erfolgt.“ Die Gentechnik-Expertin beklagt zudem „unhaltbare Zustände für ein so gefährliches Experiment“. Seit mehreren Jahren sei auf dem Gestüt gegen gesetzliche Vorschriften zur technischen Sicherheit und zum Arbeitsschutz verstoßen worden. (NDR Nordmagazin, 25.03.13, www.ndr.de; PM UIM und BUND-MV, 25.03.13, www.umweltinstitut.org) (pau)

Offener Brief GeN und CBG

Die Coordination gegen Bayer-Gefahren (CBG) und das Gen-ethische Netzwerk (GeN) haben sich in einem gemeinsamen Offenen Brief an die Europäische Kommission und die Bundesregierung gewandt. Ziel ist die Zurückweisung des Antrages auf Zulassung eines gentechnisch veränderten Reis der Firma Bayer, für den der Konzern die Zulassung als Lebensmittel in der EU anstrebt. Durch die gentechnische Veränderung ist der Reis tolerant gegen den Herbizidwirkstoff Glufosinat. Dieses ist zum Beispiel in Bayers Produkten Basta und Liberty zu finden. Unkrautvernichtungsmittel mit dem Wirkstoff Glufosinat werden in der EU in Zukunft mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit verboten, da sie als reproduktionstoxisch klassifiziert sind. Da der Reis, wenn er in der EU gehandelt beziehungsweise gegessen werden soll, auch irgendwo angebaut werden muss, ist damit zu rechnen, dass mit dem Anbau auch der Einsatz der Glufosinat-haltigen Unkrautvernichtungsmittel in Verbindung stehe. Entsprechend kommentiert Christof Potthof, Mitarbeiter des GeN: „Es ist aus unserer Sicht unverantwortlich, im Ausland eine Anbautechnik zu forcieren, die mit der Verwendung eines hochgiftigen und bei uns verbotenen Pestizids verknüpft ist. EU und Bundesregierung dürfen sich nicht zum Handlanger einer Politik der doppelten Standards machen lassen.“ Philipp Mimkes von der CBG ergänzt: „Der Anbau von Gen-Reis ist mit hohen Risiken für die Landwirte und die Umwelt verbunden.“ Der Erstantrag von Bayer jährt sich 2013 zum zehnten Mal. (PM CBG und GeN, 21.03.13) (pau)

Verbände klagen gegen gv-Soja

Eine Reihe von Verbänden und Stiftungen hat die Europäische Kommission vor dem Europäischen Gerichtshof verklagt. Die Kläger wollen ihren Forderungen nach einem besseren Schutz von Mensch, Tier und Umwelt mehr Nachdruck verleihen und die Unzulässigkeit einer von der Kommission erteilten Importgenehmigung für eine gentechnisch veränderte Sojasorte des US-Gentechkonzerns Monsanto feststellen lassen. Nach ihrer Darstellung handelt sich um eine „nie dagewesene Kombination von Eigenschaften in einer Sojabohnenpflanze“: Die gv-Pflanzen produzieren selbst ein Insektengift und sind zudem tolerant gegenüber dem Wirkstoff Glyphosat, der unter anderem in dem Unkrautvernichtungsmittel Roundup enthalten ist. Die Kläger sind der Ansicht, dass die Europäische Lebensmittelbehörde EFSA die mit dem Einsatz der Soja verbundenen Risiken nicht ausreichend untersucht hat. An der Klage beteiligt sind das Europäische Netzwerk kritischer WissenschaftlerInnen (European Network of Scientists for Social and Environmental Responsibility, ENSSER), die Gesellschaft für ökologische Forschung, der Verein Sambucus, die Stiftung Manfred Hermsen, Testbiotech und die Zukunftsstiftung Landwirtschaft. (PM Testbiotech, 21.03.13, www.testbiotech.org, hier finden sich weitere Unterlagen und die Klage selbst) (pau)

IRRI zum Goldenen Reis

Eine der wichtigsten Einrichtungen zur Reisforschung weltweit hat in einer Stellungnahme deutlich gemacht, dass der gentechnisch veränderte (gv) so genannte Goldene Reis nicht in den nächsten Monaten und vermutlich auch nicht innerhalb eines Jahres an Bauern und Bäuerinnen auf den Philippinen zum Anbau abgegeben wird. Das gleiche gilt nach Darstellung des Internationalen Reisforschungs-Instituts (International Rice Research Institute - IRRI) auch für alle anderen Länder („any other country“). Die Stellungnahme des IRRI, das selbst in die Entwicklung des umstrittenen Reis verwickelt ist, wurde als Reaktion auf zwei prominent erschienene Artikel über den Goldenen Reis in der britischen Zeitung The Guardian und dem internationalen Zeitungsnetzwerk Project Syndicate veröffentlicht. Außerdem sollten eventuell entstehenden Missverständnissen vorgebeugt werden. Der Goldene Reis, der gegen die Vitamin-A-Mangelerkrankung eingesetzt werden soll, sei entgegen anders lautenden Berichten in den Philippinen nicht für den kommerziellen Anbau zugelassen. Es seien lediglich zweijährige Versuche zu ihrem Ende gekommen, was aber nicht die Zulassung nach sich ziehe. (IRRI, 21.02.13, „Clarifying recent news about Golden Rice “, www.irri.org) (pau)

Schweiz: Freisetzungen im Hochsicherheitstrakt

In der Schweiz wird ein Hochsicherheitstrakt für gentechnisch veränderte Pflanzen gebaut. Das teilte der Zusammenschluss agrarwissenschaftlicher Einrichtungen in der Schweiz „Agroscope“ mit. Die „Protected Site“ werde am Standort Reckenholz (ZH) „ein Versuchsfeld als Dienstleistung für Forschende“ einrichten. Damit soll neben der „Verbreitung der Versuchspflanzen (...) auch die Zerstörung der Versuche durch Vandalenakte“ verhindert werden. Die erste Freisetzung in der neu eingerichteten Anlage soll 2014 starten. Dies könnte zum Beispiel die Fortsetzung des Versuches mit gv-Weizen sein, die von der Universität Zürich bereits im Verlauf des Nationalen Forschungsprogramms 59 durchgeführt worden war. Pflanzen mit einer möglicherweise erhöhten Resistenz gegen die Pilzkrankheit Mehltau könnten darunter sein, vorausgesetzt der Antrag für den Versuch werde positiv entschieden. Nach Darstellung von Agroscope könnte es sich um neu entwickelte Weizenlinien sowie um Kreuzungen von bereits im Feld untersuchten Linien handeln. Die Schweizerische Arbeitsgruppe Gentechnologie kommentiert die Ankündigung wie folgt: „Diese erneuten Versuche mit genmanipuliertem Weizen machen wenig Sinn. Sie sind teuer und bringen keine Erkenntnisse für die Wissensbedürfnisse der Schweizer Landwirtschaft.“ (Standort für Feldversuche mit gentechnisch veränderten Pflanzen in Planung, 07.02.13, www.news.admin.ch) (pau)

Gv-enviropig zurück

Totgesagte leben länger - so sagt der Volksmund. Auf ein Projekt mit gentechnisch veränderten Schweinen trifft dies jedenfalls zu. WissenschaftlerInnen der Universität in Guelph haben Anfang März enviropig (Umweltschwein, nach environment = Umwelt und pig = Schwein), dessen gentechnische Veränderungen dafür sorgen sollen, dass es Phosphor besser verstoffwechselt als andere, nicht gentechnisch veränderte Schweine, in einer „verbesserten Variante” vorgestellt. Das gab die American Society for Animal Science (ASAS) als Vorabmeldung eines Artikels in ihrer Fachzeitschrift bekannt. Enviropigs sollen durch eine veränderte Speicheldrüse und die damit verbundene verbesserte Verdauung weniger Phosphor ausscheiden, was helfen könnte, die Umwelt zu schonen. Die Cassie genannte Linie kann in ihrer Speicheldrüse das Enzym Phytase produzieren, wodurch die bessere Verdauung der Phosphorverbindungen ermöglicht werde. Frühere Linien der Schweine hatten manche Gene nicht stabil an die folgenden Generationen weitervererbt. Das soll bei der jetzigen kein Problem mehr sein, wie berichtet wurde. Erst im Frühjahr des vergangenen Jahres waren die Forschungs- und Entwicklungsarbeiten gestoppt worden, nachdem sich der Schweinemast-Verband Ontario Pork aus der Finanzierung zurückgezogen hatte. Die verbliebenen 16 Tiere waren getötet worden. (www.asas.org, 06.03.13; www.gen-ethisches-netzwerk.de/gid/214; Christof Potthof: „EnviroPig & Friends“ im GID 201, im Netz unter www.gen-ethisches-netzwerk.de/gid/201) (pau)

USA: Gv-Eukalyptus

Wie die Nichtregierungsorganisation Global Justice Ecology Project (GJEP) im Februar mitteilte, beginnt der Animal Plant Health Inspection Service (APHIS), die zuständige US-amerikanische Behörde unter dem Dach des US-Landwirtschaftsministeriums mit dem Zulassungsverfahren für gentechnisch veränderte Eukalyptusbäume. Diese wachsen schon jetzt in großer Zahl in den USA, weil in der Vergangenheit - von der gleichen Behörde - bereits Freisetzungsversuche mit mehreren hunderttausend dieser Pflanzen genehmigt worden waren. Bereits damals hatten insbesondere Umweltorganisationen erhebliche Kritik an dem Vorhaben. Nach Darstellung des GJEP sei es jetzt das erste Mal in der Geschichte der gentechnisch veränderten Pflanzen, dass APHIS von sich aus, und nicht erst nachdem die Behörde durch ein Gerichtsurteil dazu gezwungen worden ist, eine umfassende Stellungnahme zu den Umweltfolgen (full environmental impact statement - EIS) vorbereite. Das mache bereits deutlich, dass umfangreiche ökologische Probleme angesprochen werden. Das Schriftstück zur Deregulierung - wie das Verfahren zur Zulassung in der Logik des US-Rechts genannt wird - umfasst 580 Seiten und kann bis zum 29. April kommentiert werden. Die Kampagne gegen die Zulassung der gentechnisch veränderten Bäume ist unter www.globaljusticeecology.org/stopgetrees.php zu finden. (GJEP, 12.03.13, www.globaljusticeecology.org; Deregulierungs-Antrag unter www.kurzlink.de/gid217_8) (pau)

Viren-DNA in gv-Pflanzen

Wie der Informationsdienst Gentechnik berichtet, haben Patrick du Jardin und Nancy Podevin in einer wissenschaftlichen Untersuchung Virus-DNA in gentechnisch veränderten Pflanzen gefunden, die zu „unbeabsichtigten Veränderungen der Pflanzeneigenschaften“ führen könnten - „mit ungewissen Folgen für die menschliche Gesundheit“. Jardin, der auch in einem Gentech-Gremium der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit sitzt, und Podevin hatten mehr als 80 verschiedene gv-Pflanzenlinien untersucht. Bei etwa zwei Dritteln konnten sie die entsprechen DNA-Fragmente nachweisen. Der Informationsdienst zitiert zwei weitere Wissenschaftler, Jonathan Latham und Allison Wilson, die die Forschungsergebnisse von Jardin und Podevin kommentieren: Die EFSA „hätte eine Aussetzung der Anbau- und Importgenehmigungen der betroffenen Gentechnik-Pflanzen erwirken können“. Das hat die EU-Behörde nicht getan. Stattdessen veröffentlichte sie auf ihrer Website eine Stellungnahme zu der Untersuchung: „gesundheitliche Auswirkungen“ seien nicht bekannt. (www.keine-gentechnik.de, 23.01.13; EFSA, ohne Datum, www.efsa.europa.eu oder www.kurzlink.de/gid217_10) (pau)
GID Meta
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