Rezension – Die Transformation der Wissenschaft

Die Transformation der Wissenschaft an den Universitäten ist das Leitthema des Buches „Die Ethik des Wissens“ von Markus Vogt. Ihm zufolge ist es eine dringende gesellschaftliche Herausforderung, dem vorhandenen Wissen über den Klimawandel Taten folgen zu lassen. Das bestehende Wissen werde von Wirtschaft und Politik missbraucht, eigennützig interpretiert und verbreitet, so Vogt. Daher würden Forscher*innen in der Verantwortung stehen, ihre Ergebnisse mit ihrer Vernunft einzuschätzen und mit Handlungsempfehlungen zu verknüpfen. Dabei versteht Vogt Ethik als eine Voraussetzung für Vernunft. Das Buch bietet eine abstrakte Betrachtung moderner Wissenschaft, gespickt mit lebendigen Beispielen aus gesellschaftlichen Bewegungen und der Wissenschaft. Außerdem kommen Handlungsempfehlungen für Universitäten nicht zu kurz und Vorschläge, wie das Verhältnis von Wissenschaft und Gesellschaft erneuert werden sollte. Dabei würde sich „Ethik des Wissens“ ebenso als ein Kapitel in einem Fachbuch über die Rolle der Wissenschaft in der späten Moderne eignen. Dann würde es Leser*innen auch offenstehen, sich die wissenschaftlichen Grundlagen anzueignen, auf denen die Thesen und Kritiken basieren. In den Sätzen reihen sich Fachwörter aneinander, die ohne die Begleitung von Adjektiven nicht auszukommen scheinen und das Leseverständnis für Laien erschweren.

➤ Vogt, Markus (2019): Ethik des Wissens. Freiheit und Verantwortung der Wissenschaft in Zeiten des Klimawandels. München: Oekom Verlag, 98 Seiten, 12,40 Euro, ISBN 978-3-96238-163-9.

Sonja Klinger ist Praktikantin im GeN (10-12/2019)

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GID Meta
Erschienen in
GID-Ausgabe
252
vom Februar 2020
Seite 37

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