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Intergeschlechtlichkeit

Als Mira Kaszta und Simon Reutling erstmals auf das Thema Intergeschlechtlichkeit stießen, wurden ihnen die eigene Unwissenheit und die Leerstellen im psychologisch-soziologischen Diskurs bewusst. Nach einer kleinen Vorstudie führten die beiden Autor*innen Interviews mit sechs Inter*-Personen, deren Ergebnisse in verständlicher Form, theoretisch sowie juristisch kontextualisiert und verbunden mit Zeichnungen aus dem Forschungsprozess dargestellt sind. Das erklärte Ziel: Einblicke der Interviewpartner*innen zugänglich machen und die Aufmerksamkeit für intergeschlechtliche Menschen erhöhen.

➤ Mira, K. / Reutlinger, S. (2020): Intergeschlechtlichkeit – Eine qualitative Fallstudie zur psychosexuellen Entwicklung. Frankfurt am Main: Brandes & Apsel, 151 Seiten, 19,90 Euro, ISBN 978-3-95558-282-1.

Zur Rechtslage der Reproduktionsmedizin

In ihrer Promotion befasst sich die Rechtswissenschaftlerin Elena Mulack mit der Zukunft des Rechts in der Reproduktionsmedizin. Die Autorin stellt aktuelle Möglichkeiten, Chancen und Risiken vor, analysiert die diesbezügliche Rechtslage und befindet sie als unzureichend. Mulack beleuchtet die Rolle von Ethik- und Moralvorstellungen in der Gesetzgebung zur Reproduktionsmedizin und unterbreitet Vorschläge für eine rechtliche Neugestaltung.

➤ Mulack, E. (2020): Die Zukunft des Rechts in der Reproduktionsmedizin – Ein abgestuftes Konzept auf drei Ebenen. Hamburg: Verlag Dr. Kovač, 558 Seiten, 139,80 Euro, ISBN 978-3-33911-868-4.

Nähe, Mut und Vielfalt

Klimawandel, Artenverlust, Globalisierungsdruck: Autorin Isabella Maria Weiss setzt auf Regionalität als Lösungsansatz für die ökologischen und sozialen Herausforderungen der heutigen Zeit. Lebensmittel sollen demnach wieder in der Region erzeugt, verarbeitet und gekauft werden. So kann die Natur nachhaltig geschützt und die regionale (Land-)Wirtschaft kann gestärkt werden.

➤ Weiss, I. (2020): Nähe, Mut und Vielfalt. Regionalität wirkt. München: Oekom Verlag, 120 Seiten, 14 Euro, ISBN: 978-3-96238-201-8.

Vom Ende der Landwirtschaft

Das Fortschreiten des Klimawandels und des Artensterbens erfordert radikale Änderungen. Der Autor fordert eine Abschaffung der industriellen Landwirtschaft, wie wir sie kennen, und entwirft eine provokante Zukunftsvision mit Lebensmitteln aus dem Labor.

➤ Stengel, O. (2021): Vom Ende der Landwirtschaft. Wie wir die Menschheit ernähren und die Wildnis zurückkehren lassen. Plädoyer für eine Postlandwirtschaftliche Revolution. München: Oekom Verlag, 240 Seiten, 20 Euro, ISBN: 978-3-96238-207-0.

Bedenke deine Sterblichkeit

In diesem Fantasy-Roman für Jugendliche und Junggebliebene entscheiden Lesende selbst, was Protagonist Nick als nächstes tut: Er versucht seinen autistischen Bruder Tim aus der unterirdischen Welt des Zwergenvolkes zu befreien und lüftet dabei das lang gehütete Geheimnis um seine Familie und die illegale Embryonen-Forschung der Firma Genomik. Für die Unsterblichkeit per Genschere war dort keine moralische Hürde zu hoch – doch das Projekt misslang. Humorvoll und eigenhändig illustriert!

➤ Uhland, M. (2020): Zwergberg – Memento mori. Norderstedt: Books on Demand GmbH, 288 Seiten, ab 12,99 Euro, ISBN: 979-8-55260-335-0.

Europäische Bevölkerungspolitik

Zwar wurden geburtensteuernde Maßnahmen im Zuge der UN-Bevölkerungs-Konferenz in Kairo 1994 offiziell verboten, jedoch findet weithin Bevölkerungspolitik „durch die Hintertür“ statt. Mit dieser befasst sich die Geschlechterforscherin und Soziologin Franziska Schutzbach in ihrer auf die Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation und deren europapolitische Implementierung fokussierten Studie. Unter anderem geht es um reproduktive Gesundheit und Selbstbestimmung, die Reproduktion herrschender Gesellschaftsverhältnisse und die Renaturalisierung heteronormativer Geschlechterzuschreibungen.

➤ Schutzbach, F. (2020): Politiken der Generativität – Reproduktive Gesundheit, Bevölkerung und Geschlecht. Das Beispiel der Weltgesundheitsorganisation. Bielefeld: transcript Verlag, 266 Seiten, 40 Euro, ISBN 978-3-83765-022-8 oder als kostenloses E-Book unter www.transcript-verlag.de oder www.kurzelinks.de/gid257-ta.

GVO oder nicht?

Aus einem 2018 gefällten Urteil des Europäischen Gerichtshofs ergibt sich, dass neue Gentechnikverfahren wie CRISPR-Cas rechtlich als Gentechnik zu betrachten sind. Brigitte Voigt behandelt die Frage, welche der mit neuen Gentechniken erzeugten Organismen auf völkerrechtlicher Ebene als gentechnisch verändert anzusehen sind.

➤ Voigt, B. (2020): GVO oder nicht? Eine Untersuchung zur Auslegung von GVO-Definitionen im Unions- und Völkerrecht mit Blick auf neue molekularbiologische Züchtungstechniken. Münster: LIT Verlag, 210 Seiten, 29,90 Euro, ISBN: 978-3-64314-819-3.

Eine große Täuschung

„Manipulierte Gene – Verdrehte Wahrheit“, ein Titel, der bereits erahnen lässt, was Steven M. Druker mit spannungsgeladener Sprache präsentiert: Der Anwalt hatte gegen die Food and Drug Administration (FDA) in den USA geklagt und schildert auf detaillierte Weise deren Bemühungen, eine wissenschaftliche Auseinandersetzung mit den Risiken von gentechnisch veränderten Organismen (GVO) systematisch zu ersticken. In akribischer Recherchearbeit offenbart Druker das Dilemma der Gentechnologie: Von der Einführung der GVO in den 1980er Jahren bis hin zu den langwierigen Folgen für die gesamte Welt. Ein wichtiges Werk über einen der umfassendsten Betrugsfälle der letzten Jahrzehnte.

➤ Druker, S. (2015): Manipulierte Gene – Verdrehte Wahrheit. Bielefeld: Kamphausen Media, 592 Seiten, 49,95 Euro, ISBN: 978-3-95883-146-9.

GID-Redaktion

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GID Meta
Erschienen in
GID-Ausgabe
257
vom Mai 2021
Seite 38 - 39

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