Rezension: Die Welt der Commons

Silke Helfrich hat sich als eine sehr wichtige Stimme - mindestens - in der deutschsprachigen Diskussion über die Commons (etwa: Gemeingüter) etabliert. Auch GID-LeserInnen hatten schon das Vergnügen (siehe „Vom kleinen Reiskorn zur großen Alternative“ im GID 215, Dezember 2012). Gemeinsam mit David Bollier und der Heinrich-Böll-Stiftung hat sie Ende des vergangenen Jahres den zweiten Teil einer umfassenden Erarbeitung des Commons-Prinzips vorgelegt. Der Hauptteil ihres Bandes trägt den Titel „Gestalten“, und ist nach Lebens- und Arbeitsbereichen gegliedert, wie zum Beispiel „Tausch- und Kridit-Commons“, „Lernen als Commons“ und „Commons in Kunst und Kultur“. Darin stellen sie eine Vielzahl von konkreten Beispielen vor, in denen gemeinsames beziehungsweise geteiltes Wirtschaften von Gesellschaften oder Gruppen gelebt wird. In diesem Teil führen die HerausgeberInnen den geneigten Leser und die geneigte Leserin kreuz und quer durch die Welt. Gerade dieser Teil ist sehr interessant und macht nicht nur Lust auf ein tieferes - gar eigenes praktisches? - Vordringen in ein Leben in den Commons, sondern auch auf einen Griff zum ersten Band dieser Reihe und er erhöht die Spannung auf den angekündigten dritten.

Christof Potthof

➤ Silke Helfrich, David Bollier und der Heinrich-Böll-Stiftung: Die Welt der Commons - Muster gemeinsamen Handelns. Transcript (2015), 385 Seiten, 19,99 Euro, ISBN 978-3-8376-3245-3. eBook sowie pdf kostenlos, Download unter www.transcript-verlag.de. Der erste Band erschien 2012 als „Die Welt der Commons - Für eine neue Politik jenseits von Markt und Staat“.

GID Meta
Erschienen in
GID-Ausgabe
235
vom April 2016
Seite 42