Editorial: Bewegungsblick
Natürlich ist der Stichtag verschoben worden und natürlich fordern die WissenschaftlerInnen mehr. Dass die Politik mit dieser offensichtlichen - buchstäblichen und sprichwörtlichen - Verschiebung des Problems diesem nicht ernsthaft zuleibe rücken kann, liegt nahe und war von Anbeginn Teil der Kritik an der Stichtagsregelung für die Forschung an den embryonalen Stammzellen. Nun ist es also wieder an der Zeit, die aktuell nicht beachteten Argumente und Prophezeiungen säuberlich in die Notizbücher und digitalen Archive einzuordnen, um sie dann - bei der nächsten Aufweichungsrunde des Gesetzes wieder hervorzuholen, zu entstauben und stoisch auf den Tisch und die Agenda zu bringen. Es darf gewettet werden, wann das sein wird ... Anderes - schöneres - Thema: Der aktuelle Schwerpunkt will einen Blick auf die Bewegung gegen den Einsatz der Gentechnik in der Landwirtschaft werfen. Das kann man machen (und sei an dieser Stelle wärmstens empfohlen), denken sich der geneigte Redakteur und die geneigte Leserin. Ist doch interessant, wenn man engagierte Menschen zeigt und Entwicklungen nachzeichnet. Wer lieber anders einen Eindruck von der Bewegung bekommen möchte, der kann, nein der sollte (!) Mitte Mai nach Bonn fahren. Dort ist - anlässlich der Verhandlungen der Vertragsstaaten von Biodiversitäts-Konvention und Biosicherheits-Protokoll der Vereinten Nationen - PLANET DIVERSITY: Kongress, Debatten und Demonstration. Für biologische Vielfalt - regional, fair, gentechnikfrei! Mit vielen Gästen aus der ganzen Welt. Das GeN ist mit von der Partie und wir würden uns sehr freuen, viele unserer Mitglieder und LeserInnen dort zu treffen. Eine ausgesprochen gute Gelegenheit, einen anderen Blick auf die Bewegung zu werfen.
GID-Redaktion