Kurz notiert: Landwirtschaft und Lebensmittel
Verplichtende Tests auf gv-Reis
Nachdem der Kontaminationsskandal um den nicht zugelassenen gentechnisch veränderten (gv) Reis LL601 des deutschen Konzerns Bayer nicht im Einvernehmen der Europäischen Kommission und der US-Behörden hat geregelt werden können, sah sich die Kommission gezwungen, auf obligatorische Einfuhrtests zu bestehen. Die USA hatten es abgelehnt, über Testverfahren zu verhandeln, obwohl sie Gentechnikfreiheit in den Reislieferungen nicht hatten gewährleisten können. Die EU hatte in Rotterdam zwei Schiffsladungen positiv auf den gv-Reis getestet, von denen die USA behauptet hatte, sie seien gentechnikfrei. Die Kosten der Tests und der Wartezeit gehen zu Lasten der US-amerikanischen Exporteure. Unterdessen haben die Anbau-Organisationen in den USA damit begonnen, Pläne für die zukünftige Gentechnikfreiheit von Reislieferungen zu entwickeln. Eine zentrale Rolle dabei spielt die Versorgung mit sauberem Saatgut. Dieses soll im großen Stil getestet werden. Allerdings begrüßen die Anbauer auch, dass der transgene Reis mittlerweile von den US-Behörden genehmigt worden ist. Die Zulassung zur kommerziellen Verwendung in Lebens- und Futtermittelprodukten ist die einzige für diesen Reis weltweit. Der LL601-Reis enthält eine neu eingefügte Resistenz gegen das Herbizid Liberty. Der Reis war weltweit in Reislieferungen nachgewiesen worden. In Frankreich ist eine weitere Reisvarietät von Bayer aufgetaucht, die ebenfalls nicht in Europa zugelassen ist: LL62. Zudem wies die Umweltorganisation Greenpeace darauf hin, dass es nach wie vor keine abgestimmten Maßnahmen der EU zum Umgang mit einer nicht genehmigten gv-Reissorte aus China gebe. Der so genannte Bt63-Reis war bei Tests von Greenpeace und den Freunden der Erde entdeckt und seine Existenz in Proben von den deutschen, den französischen und den österreichischen Behörden bestätigt worden. (www.tagesschau.de, 19.10.06; www.usarice.com, 27.11.06; Greenpeace-PM, 19.10.06, http://eu.greenpeace.org) (pau)
Gv-Weizen: Freisetzung genehmigt
Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) hat einen Freisetzungsversuch mit gentechnisch verändertem (gv) Weizen genehmigt. Das Umweltinstitut in München und andere Gruppen hatten mehr als 30.000 Einwendungen gegen den Versuch gesammelt, da er in einer Entfernung von 500 Metern zu Feldern der Genbank Gatersleben durchgeführt werden sollte. Der Antrag wurde vom dortigen Institut für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung gestellt, das auch die Genbank verwaltet. Der Weizen hat neben einem veränderten Proteinhaushalt eine Herbizidresistenz und zwei Antibiotikaresistenzen. Das Umweltinstitut kündigte eine Dienstaufsichtsbeschwerde gegen den Leiter der Gentechnik-Abteilung des BVL, Hans-Jörg Buhk und seinen Vertreter, Detlef Bartsch, an. Beide seien in den vergangenen Jahren mehrfach durch eindeutige Parteinahme aufgefallen. Das Umweltinstitut fordert, die beiden ihrer Ämter zu entheben und die Entscheidung zu prüfen. Der gv-Weizen wurde Anfang Dezember ausgesät. Auch andere Gruppen werden möglicherweise rechtliche Schritte einleiten. (Umweltinstitut München, 24.11.06) (pau)
Neuseeland: Mais kontaminiert
Wie die neuseeländischen Behörden mitteilen, sind in dem Land 4,5 Tonnen mit gentechnisch verändertem Material verunreinigtes Maissaatgut aufgetaucht. Unklar ist jedoch noch, wie viel davon auch ausgesät worden ist. Man geht von etwa zwei Dritteln aus, eine Menge, die auf etwa 375 Hektar ausgebracht worden sein könnten. (Radio New Zealand, 05.12.06, zitiert nach gmwatch.org-News) (pau)
Gv-Schnittblumen 1
In den Niederlanden ist die EU-Zulassung für eine gentechnisch veränderte (gv) Nelke beantragt worden. Dem Antragsdossier zufolge soll die Blume, deren Genveränderung zu einer neuen Blütenfarbe geführt hat, nicht in der EU angebaut, sondern lediglich als Schnittblume zu dekorativen Zwecken importiert werden. Informationen zum Antrag finden sich auf der Internetseite der Gemeinsamen Forschungsstelle der Europäischen Kommission unter http://gmoinfo.jrc.it/csnifs/C-NL-06-01.pdf. Die neue Farbe der Blüten ist nicht bekannt. (http://gmoinfo.jrc.it) (pau)
Gv-Schnittblumen 2
In Stuttgart wird ein neu gegründetes Joint-Venture-Unternehmen angesiedelt sein, an dem die deutsche Selecta Gruppe und die US-amerikanische Mendel Biotechnology Inc. beteiligt sind. Die Firma "Ornamental Bioscience" soll transgene Zierpflanzen entwickeln und vermarkten. Bisher arbeitet Ornamental Bioscience mit Pflanzen aus der Selecta-Produktpalette wie Petunien, Weihnachtssterne, Fleißige Lieschen und Geranien - andere Pflanzen sollen folgen. (www.ornamental-bioscience.com; Pressemitteilung der BioRegio-STERN-GmbH vom 04.12.06, http://openpr.de) (pau)
Gv-Mais: Zweifelhafte Sicherheit
Das österreichische Bundesministerium für Gesundheit und Frauen (BMGF) hat eine neue Studie zu gentechnisch veränderten (gv) Maislinien mit den in Europa zugelassenen Genkonstrukten MON810 und und T25 vorgelegt. Nach Auskunft des Mi-nisteriums untersucht die Studie die "wissenschaftliche Risikoabschätzung der möglichen Umweltauswirkungen und Gesundheitsrisiken"der Maislinien. Insbesondere neuere wissenschaftliche Erkenntnisse werden dabei berücksichtigt. "Bei beiden Maislinien wurden", so heißt es in der Pressemitteilung des Ministeriums weiter, "Mängel und Schwächen in der Risikoabschätzung festgestellt, weshalb Umwelt- und Gesundheitsrisiken nicht mit hinreichender Sicherheit ausgeschlossen werden können". Zu den Mängeln und Schwächen der bisherigen Risikoabschätzung gehöre unter anderem die mangelnde Berücksichtigung von unbeabsichtigten Sekundäreffekten und die erlaubte Verwendung von mikrobiell hergestellten Proteinen zur Prüfung der Sicherheit. Bei beiden überprüften Linien werden im Übrigen ähnliche Punkte kritisiert. Die in englischer Sprache verfasste Studie "Review of scientific evidence including latest findings concerning Austrian safeguard measures for GM-Maize lines MON810 and T25" (neue wissenschaftliche Erkenntnisse in Bezug auf die österreichischen Importverbote für die gentechnisch veränderten Maissorten MON810 und T25) steht auf der Internetseite des Ministeriums zum Download bereit unter: www.bmgf.gv.at/cms/site/attachments/9/0/3/CH0255/…. (PM des österreichischen BMGF, 18.10.06, www.bmgf.gv.at) (pau)
Bauernbund gegen Gentechnik
Nach Angaben der Berliner Tageszeitung Tagesspiegel hat sich der Bauernbund in Brandenburg gegen die Verwendung von gentechnisch veränderten (gv) Pflanzen in der Landwirtschaft ausgesprochen. "Die Risiken veränderter Pflanzen für die Natur und den Menschen können noch gar nicht abgeschätzt werden", zitiert die Zeitung in ihrer Ausgabe vom 2. November den Präsidenten des Bundes, Karsten Jennerjahn. Anlässlich der auf niedrigem Niveau gestiegenen Anbau-fläche von gv-Mais und des angekündigten Anbaus von gv-Kartoffeln sagte Jennerjahn weiter: "Auch wenn die Chemieunternehmen ihr neues Saatgut als resistent gegen Schädlinge anpreisen, gibt es vielleicht gesundheitliche Gefahren für Menschen und Tiere". Der Bauernbund hat in Brandenburg etwa 300 Mitglieder. Er hat sich eindeutig gegen die Gentechnik bekannt, im Gegensatz zu dem größeren Landesbauernverband, der sich mit einer Stellungnahme bislang schwer tut. (Tagesspiegel, 2.11.06, www.tagesspiegel. de) (pau)
Mexiko: Keine Versuche mit gv-Mais
Die mexikanische Regierung hat zum wiederholten Male Freisetzungsversuche mit gentechnisch veränderten (gv) Maissorten untersagt. Sieben Versuche waren von verschiedenen Gentechnikkonzernen beantragt worden, darunter die US-Giganten Monsanto und Dow Agrosciences. Nach Medienberichten werden alljährlich etwa sechs Millionen Tonnen Mais von den USA in das mittelamerikanische Land exportiert, von denen ein Drittel gentechnisch verändert ist. 2001 war eine Untersuchung veröffentlicht worden, die von der Kontamination heimischer Landsorten mit gentechnischem Material berichtete. Ob diese weiterhin aktuell ist, ist derzeit nicht bekannt. Als Begründung für das Verbot wurde angeführt, dass es noch nicht klar ist, nach welchem Regime die als besonders schützenswert geltenden Landsorten vor Verunreinigung bewahrt werden sollen. Ein Sprecher von Monsanto rechnet dagegen relativ kurzfristig mit der Genehmigung, glaubt aber, dass noch mindestens drei Jahre bis zur kommerziellen Anwendung vergehen werden. Silvia Ribeiro von der Nichtregierungsorganisation etc-Group geht davon aus, dass die Firmen den gv-Mais in Mexiko auch pflanzen wollen, um die Diskussionen in anderen Ländern zu beeinflussen: "Wenn sie [ihn] hier in der Ursprungsregion pflanzen, dann haben andere Länder nicht mehr viele Argumente übrig". (www.ipsnews.net, 28.10.06; Reuters, 24.10.06; zitiert nach GENET-News, www.genet-info.org) (pau)
Bundestags-Anhörung zur Koexistenz
In einer Anhörung des Bundestags-Ausschusses für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz sind im Oktober Experten zu Fragen der Koexistenz von gentechnisch veränderten (gv) und nicht gentechnisch veränderten Kulturen gehört worden. Für diesen Bereich des Gentechnikrechtes plant die Bundesregierung eine so genannte gute fachliche Praxis für den Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen. Diese wird als Verordnung dem Gentechnikgesetz zur Seite gestellt. In der Anhörung wurden zwei Punkte besonders deutlich: Einerseits kommt es nach Ansicht von Dr. Gerhard Rühl von der Bundesanstalt für Landwirtschaft und anderen auch bei einem Abstand von 150 Metern zwischen gv- und nicht-gv-Mais regelmäßig zu Auskreuzungen. Zudem wurde die Frage der Maschinennutzung mit dem Ergebnis diskutiert, dass diese einen nicht unerheblichen Anteil an möglichen Verunreinigungen haben kann, was bisher vernachlässigt wurde. Die Unterlagen zur Anhörung, Statements und Vorträge werden auf der Internetseite des Ausschusses bereit gehalten. (www.bundestag.de > Ausschüsse > Ernährung, Landwirtschaft, Verbraucherschutz > öffentliche Anhörungen > 28. Sitzung, 25.10.06) (pau)
Kleinstes Genom
WissenschaftlerInnen haben in den Zellen von Insekten das kleinste bisher bekannte Genom entdeckt. Dieses gehört aber nicht den Insekten, sondern Bakterien, die es sich in den Zellen gemütlich gemacht haben. Nach Aussage der Biologin Nancy Moran aus Tucson, US-Bundesstaat Arizona, ist das Genom "noch viel kleiner als alle dachten. Wir (...) haben es mehrfach überprüft. Carsonella hat nur 182 Gene. Bisher lag der Rekord, also das kleinste Genom, bei etwa 500 Genen". Die Bakterien versorgen die Insekten - im beschriebenen Fall handelt es sich um eine Blattfloh-Familie - mit bestimmten Aminosäuren, die jene nicht bilden können. (www.dradio.de, 13.10.06) (pau)
Gv-Senf mit Terminator?
Einer Eingabe der Umwelt-aktivistin Aruna Rodrigues und anderen an das Höchste Gericht (Supreme Court) in Indien zufolge erforscht die Universität von Delhi möglicherweise gentechnisch veränderten (gv) Senf mit Genen der Terminator-Technologie, die ihrerseits auch als GURT (genetic use restriction technology) bezeichnet wird. Aus den bisher bereit gestellten Unterlagen gehe nicht zweifelsfrei hervor, dass es sich bei den verwendeten Barnase/Barstar-Konstrukten nicht um GURTs handelt. Diese sind in Indien verboten. Pflanzen mit GURTs erzeugen sterile Samen. Da Senf leicht auskreuzt, besteht die Gefahr, dass sich das Konstrukt von den Versuchsfeldern der Universität ausbreitet. Dies könnte dazu führen, die Keimfähigkeit anderer Pflanzen zu schädigen. Das Gericht hat in einer ersten Stellungnahme davon abgesehen, die Genehmigung für die Freisetzung des gv-Senfs aufzuheben. (Indian Society for Sustainable Agriculture, 17.11.06) (pau)
Maiszünsler
Aus der Antwort der Bundesregierung auf eine kleine Anfrage der Bundestagsabgeordneten Kirsten Tackmann (Linksfraktion) geht hervor, dass aktuell etwa 373.000 Hektar der 1,7 Millionen Hektar großen Maisan-baufläche in Deutschland vom Maiszünsler befallen ist. Interessanterweise ist die Größe der befallenen Fläche seit 1999 gefallen, von damals etwa 387.000 Hektar. Gleichzeitig ist die Anbau-fläche von Mais um gut 10 Prozent gestiegen. (http://dip.bundestag.de/btd/16/030/1603059.pdf) (pau)
Brasilien: Aktivisten ziehen ab
Eine Feldbesetzung in der brasilianischen Region Parana ist Anfang November friedlich zu Ende gegangen. Die BesetzerInnen, die das Feld seit März nicht verlassen hatten, räumten es nun, nachdem die Regierungsbehörde CNTBio die Pufferzone für den Anbau oder die versuchsweise Freisetzung von gentechnisch veränderten Pflanzen von zunächst 500 Metern auf nunmehr 10 Kilometer erhöht hat. Die Aktion war ein Protest gegen den Versuchsanbau mit gv-Mais und -Soja des Schweizer Konzerns Syngenta. Zudem beklagten sie mit ihrem Protest die geringe Entfernung zu dem Nationalpark Iguacu. Beteiligt waren GentechnikkritikerInnen und Mitglieder der internationalen Bauernorganisation Via Campesina. Ein Syngenta-Sprecher hatte geäußert, die Regulierungsbehörde habe Versuche in der Region genehmigt. (www.marketwatch.com, 06.11.06, zitiert nach GENET-News, www.genet-info.org) (pau)
Ohne Gentechnik?
Ein Gruppe von Pflanzenbiotechnologen der Firma Cibus hat eine neue Methode vorgestellt, nach der die DNA von Pflanzen mit deren eigener Maschinerie verändert wird. Dabei wird das Reparatursystem der Pflanzen geändert. Bei der Vorstellung wurde eine in unseren Breiten relativ unbekannte Pflanze gezeigt: Sorghum. Die präsentierte Pflanze trägt eine neue Resistenz gegen ein Herbizid. Weitere Pflanzen sollen folgen, so zum Beispiel ebenfalls herbizidresistente Varianten von Raps und Reis. (www.msnbc.msn.com, 16.11.06, zitiert nach GENET-News, www.genet-info.org) (pau)
Gutachten zur Koexistenz von MON810
In einem Gutachten für die Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen haben Martha Mertens (Institut für Biodiversität Netzwerk e.V.) und Mute Schimpf Erkenntnisse über die so genannte Koexistenz von gentechnisch verändertem (gv), konventionellem und ökologischem Mais - insbesondere den gv-Mais MON810 des Gentechnikkonzerns Monsanto - zusammengetragen. Darin werden sowohl biologische als auch technische Aspekte der Koexistenzproblematik berücksichtigt. Die Autorinnen des Gutachtens betonen, dass die derzeit diskutierten Vorschläge zu einer so genannten guten fachlichen Praxis für den Anbau von gentechnisch veränderten Sorten absolut nicht ausreichen, um die gentechnikfreie Landwirtschaft langfristig zu schützen, da sie sich auf reine Abstandsregeln beschränken und andere Kontaminationspfade vernachlässigen. Nicht zuletzt die Vermischung durch die gemeinsame Maschinennutzung sei in der Vergangenheit nicht beachtet worden. Nach Ansicht der Auftraggeber zeigt das Gutachten, dass der "Anbau von MON 810 längerfristig die Möglichkeit einer gentechnikfreien Maiserzeugung in kleinräumig strukturierten Gebieten überhaupt in Frage stellt". Gv-Mais mit dem neu eingefügten Konstrukt MON810 für die Bildung eines Insektengiftes ist derzeit die einzige gv-Pflanze, die in Deutschland angebaut wird. (PM B90/G, 22.11.06, www.gruene-bundestag.de, das Gutachten dort zum Herunterladen, siehe dazu auch den Artikel von Mute Schimpf "Maschinelle Verschleppung" im GID 178, Oktober/November 2006) (pau)
Gutachten zur Sicherheit von MON810
Die Sicherheit einer gentechnisch veränderten (gv) Pflanzenvarietät für die Gesundheit der Menschen und ihre Unbedenklichkeit für die Umwelt sind Voraussetzung für eine gentechnikrechtliche Zulassung. Bei transgenen Maissorten mit dem Genkonstrukt MON810 des Konzerns Monsanto ist diese Sicherheit nicht gegeben, weshalb die Zulassung von der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen (B90/G) in Frage gestellt und ihr Rückzug gefordert wird. B90/G hatten die Biologin Martha Mertens mit der Zusammenstellung der neuesten Erkenntnisse über die Lebens- und Futtermittelsicherheit und die ökologischen Risiken von MON810 beauftragt - das daraus entstandene Fachgutachten wurde jetzt präsentiert. Die Auftraggeber sehen erhebliche ökologische Risiken in Verbindung mit dem Anbau von MON810-Maissorten und fordern die Bundesregierung auf, ein nationales Verbot auszusprechen. Die Maßnahme - erlaubt nach der europäischen Freisetzungsrichtlinie bei Bekanntwerden neuer Erkenntnisse und bereits angewendet von Ländern wie Österreich und Griechenland - würde dazu führen, dass es keinen Anbau von gv-Mais in Deutschland geben würde, da nur MON810-Sorten über die Anbau-Zulassung verfügen. (PM B90/G, 22.11.06, www.gruene-bundestag.de, das Gutachten dort zum Herunterladen; siehe auch den Artikel von Martha Mertens "Bt-Mais wirkt auch am Ziel vorbei",GID 177, August/September 2006) (pau)
KFC wechselt Soja-Öl
Die US-amerikanische Fastfood-Kette Kentucky Fried Chicken (KFC) wird in den USA und in Kanada in Zukunft keine Frittierfette mehr verwenden, die so genannte ungesättigte Fettsäuren enthalten. Diese spezielle Art von Fettsäuren steht im Verdacht, die vermehrte Bildung von Cholestorol im Blut zu befördern, das seinerseits für die Ausbildung von Herz- und Kreislauferkrankungen und Fettleibigkeit verantwortlich gemacht wird. KFC werde in den USA Öl verwenden, das aus der gentechnisch veränderten (gv) Sojalinie "Vistive" des Gentechnikkonzerns Monsanto gewonnen wird. Dagegen kommt in Kanada Rapsöl aus der Produktion zum Einsatz. Monsanto hatte die Vistive-Sorte mit großem PR-Aufwand als erste gv- Pflanze mit gesundheitlichem Zusatznutzen angepriesen. Allerdings ist die Veränderung des Fettgehaltes - traditionelle Soja-Sorten enthalten die unbeliebten ungesättigten Fettsäuren - in den Vistive-Sojabohnen mit konventionellen Verfahren gezüchtet, mit gentechnischen Methoden wurde eine Herbizidresistenz in die Soja eingefügt. Der Ersatz von Lebensmitteln mit ungesättigten Fettsäuren steht derzeit in den USA hoch im Kurs, in New York City zum Beispiel sollen diese in Zukunft weitgehend verboten werden. Für den europäischen Markt hat die Fastfood-Kette McDonald's den Verzicht auf die ,bösen' Fettsäuren und den Wechsel zu Raps- und Sonnenblumen-Ölen angekündigt. (www.globeinvestor. com, 30.11.06; Monsanto-PM, 01.09.04; www.marketwatch. com, 08.11.06) (pau)
GID-Redaktion