Materialien

"Agrobiodiversität entwickeln: Handlungsstrategien und Impulse für eine nachhaltige Tier- und Pflanzenzucht"

Das wissenschaftliche Verbundprojekt "Agrobiodiversität entwickeln!" unter Federführung des Institutes für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) beschäftigte sich mit dem Verlust an Biodiversität in der modernen Landwirtschaft. Ziel war es, die Ursachen für das schleichende Umweltproblem zu ermitteln und Wege aus dieser Entwicklung aufzuzeigen. Die Ergebnisse des Projektes sind jetzt in einer Broschüre erschienen. Als pdf unter: www.ioew.de

"Down on the Farm"

So betitelte die internationale Forschungsgruppe of Erosion, Technology and Concentration (ETC Group) ihre jüngste Publikation zum Thema Nanotechnologie. Der Bericht gestattet einen ersten umfassenden Blick auf die Auswirkungen der Nanotechnologie auf Landwirte, Ernährung und Landwirtschaft. Es ist die Rede von Lebensmitteln in den Supermarktregalen, die unsichtbare und ungekennzeichnete nano-skalische Zusätze enthalten. "Innerhalb der nächsten zwei Jahrzehnte werden nano-skalische Technologien einen größeren Einfluss auf Landwirte und Lebnsmittel haben als die Mechanisierung der Landwirtschaft oder die Grüne Revolution", so Hope Shand, Forschungsleiter der ETC Group. Als pdf unter: www.etcgroup.org

"Intellectual Property Watch"

Diese neugegründete Organisation will sich kritisch mit den Definitionen und Interpretationen zum "geistigen Eigentum" beschäftigen und bietet dazu ein Webportal mit aktuellen Sonderbeiträgen und dem Monthly Reporter als Newsletter an. Angesprochen sollen sich alle gesellschaftlichen Ebenen, von Politik, Industrie und Wissenschaft bishin zu NGOs fühlen. IP-Watch will Transparenz hinter den Kulissen schaffen, und das Verantwortungsbewußtsein schärfen. Weitere Infos: www.ip-watch.org

"Pro tierisches Insulin"

Die Initiative für den Erhalt tierischer Insuline stellt Betroffenen ein Internet-Forum zur Verfügung, welches auf Risiken bei der medizinischen Umstellung von tierischem Insulin auf gentechnisch hergestelltes Insulin hinweist. So können für einige insulinpflichtige DiabetikerInnen bei der Behandlung beeinträchtigende bis lebensbedrohende Nebenwirkungen in Erscheinung treten. Seit Einführung von Humaninsulin sei der Marktanteil für tierisches Insulin so rückläufig, dass nahezu alle Hersteller ihre Produktion bis Ende 2001 ersatzlos einstellten. Weitere Links zum Thema sowie Informationen unter: www.pro-tierisches-insulin.info/cms/index.php

"Literaturdatenbank zur Ethik in der Medizin"

Die Informations - Dokumentationsstelle Ethik in der Medizin (IDEM) hat eine Literaturdatenbank zur Ethik in der Medizin (ERHMED) in ihrer virtuellen Fachbibliothek für Medizin "MedPilot" unter www.medpilot.de eingerichtet. Auf der Website muss unter dem Button "Profi-Recherche" auf der neu geöffneten Seite die voreingestellte Datenbank gelöscht und unter Spezialdatenbanken "ETHMED" ausgewählt werden, um kostenlos recherchieren zu können. Weitere Infos: Susanne Raphael, Tel.: 0551/393965, Fax: 0551/393996; sraphael@gwdg.de

"Informationen für Bäuerinnen und Bauern zum Einsatz der Gentechnik in der Landwirtschaft"

Unter diesem Titel hat der BUND eine aktuelle Hintergrundbroschüre veröffentlicht. Thematisiert wird die Glaubwürdigkeit von Gentech-Firmen sowie ihre Versprechungen hinsichtlich höherer Erträge, geringerem Einsatz von Pestiziden sowie Arbeits- oder Zeitersparnissen, aber auch Möglichkeiten gentechnikfreier Produktionen. So werden auch Erfahrungen von Landwirten Argentiniens, Kanadas oder der USA dargestellt. Als pdf unter www.faire-nachbarschaft.de oder kostenlos zu bestellen bei nora.mannhardt@bund.net, Tel.: 030/27586471, Fax: 030/27586440

"Treffpunkt: Ethik"

Hinter diesem Namen verbirgt sich ein Webportal, welches sich mit den Themen Behinderungen und Tod auseinandersetzt. Thematisiert werden unter anderem Pränatale Diagnostik, Behindertes Leben, Ethik im Alltag, Ethik in der Medizin oder Umgang mit dem Tod. Neben Veranstaltungsankündigungen, Diskussionsforen gibt es auch Chats mit Experten. Weitere Infos unter www.treffpunkt-ethik.de

"Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen (GVP): Auswirkungen auf den Verbrauch von Pflanzenschutzmitteln und Bewertung möglicher Veränderungen hinsichtlich der Belastung der Umwelt und des Naturhaushaltes"

Diese Literaturstudie wurde von der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft im Auftrag des Bayerischen Staatsministeriums für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz durchgeführt. Welchen Einfluss ein Anbau von gentechnisch veränderten Kulturpflanzen in gleichem prozentualen Flächenanteil wie in den USA bereits praktiziert, auf die Agrarproduktion in Bayern nehmen könnte, lautete der zu untersuchende Fragenkomplex. Besonderes Augenmerk wurde dabei auf den Pflanzenschutzmitteleinsatz gelegt. Als pdf unter: www.LfL.bayern.de

Biowaffenforschung in Deutschland und Frankreich

Das Sunshine Project hat zwei umfassende Studien zur Biowaffen-Abwehrforschung in Deutschland und Frankreich veröffentlicht. Die Studien zeigen auf, dass beide Länder versuchen, der Öffentlichkeit Informationen vorzuenthalten. So ist es in Deutschland ungewiss, inwieweit Experimente mit gentechnisch veränderten Bakterien, die resistent gegenüber Antibiotika sein sollen, durchgeführt werden. Frankreich soll ein breites Arsenal an Waffen und Systemen zur Ausbringung von ‚nicht-tödlichen’ Chemikalien entwickelt und patentiert lassen, aber auch psychoaktive Wirkstoffe bis hin zu offensiven Biowaffen untersucht haben. Weitere Länderstudien, zum Beispiel über die USA und die Türkei, sind geplant. Weitere Informationen unter www.sunshine-project.de

"Biotechnology and Biosafety"

Unter diesem Schwerpunkt hat die Welternährungsorganisation (FAO) in Zusammenarbeit mit dem Research and Technology Development Service (SDRR) ein neues Internetportal erstellt. Insbesondere Entwicklungsländern soll dadurch die Möglichkeit geboten werden, up-to-date Informationen einholen zu können. Man findet dort Datenbanken mit Verzeichnissen über verschiedene Biotechnologien in der Landwirtschaft und zahlreiche Publikationen über Resultate ihrer Verwendung. www.fao.org/sd/sdrr/bio_en.asp

"Genetically Engineered Crops and Pesticide Use in the United States: The First Nine Years"

ist der Titel eines Fachberichtes von Dr. Charles M. Benbrook vom Northwest Science and Environmental Policy Center in Idaho über die Entwicklung, die Kosten, sowie ökologischen Auswirkungen gentechnisch veränderter Saaten in den USA. Der Bericht belegt anhand von Tabellen und Statistiken, dass es seit 1999 zu einem Anstieg des Pestizideinsatzes bei gv-Äckern, besonders auf Mais-, Soja- und Baumwollfeldern, kam. Gründe dafür seien unter anderem eine erhöhte Resistenzentwicklung, beziehungsweise eine sinkende Sensibilität für Glyphosate, sowie eine begrenzte Verfügbarkeit konventioneller Saaten. Zum freien Download als pdf unter: www.biotech-info.net/technicalpaper7.html

"Genomics and Global Health"

lautet der Titel eines Berichtes der Arbeitsgruppe für Genomforschung unter Schirmherrschaft der Science and Technology Task Force of the United Nations Millenium Project. Im Zuge der im Jahr 2000 von der UN beschlossenen Ziele zur Förderung einer nachhaltigen globalen Entwicklung sowie der Bekämpfung von Armut wurden Projektgruppen eingesetzt, um Strategien zu entwickeln, die speziell auf Entwicklungsländer zugeschnitten sind. Die University of Toronto Joint Centre for Bioethics veröffentlichte in diesem Bericht Ergebnisse zur Genomforschung in Bezug auf die globale Gesundheit. Zum freien Download als pdf unter: http://www.utoronto.ca/jcb/home/documents/ Genomics_ Global_Health.pdf

"Designing Genes: Aiming for Safety and Sustainability in U.S. Agriculture and Biotechnology"

Das World Resource Institute bewertet in ihrem aktuellen Bericht den ökonomischen und ökologischen Nutzen transgener Methoden in der US-Agrarwirtschaft. Demnach hätten Produktivität und Gesundheit im landwirtschaftlichen Interesse der USA oberste Priorität. Durch die moderne Agrarwirtschaft mit ihrem Einsatz von Bewässerung, Pestiziden, Herbiziden und Düngemitteln, würde neben der ökologischen auch eine ökonomische Belastung für nächste Generationen die Folge sein. Laut Bericht setzt die US-Agrarpolitik jedoch auf Subventionen und eine weitreichende Umstellung auf genetisch veränderte Pflanzen. So sind in den USA 45% aller Getreide-, 76% aller Baumwoll- und 85% aller Sojapflanzen gentechnisch verändert. Weitere Infos unter http://pdf.wir.org/designing_genes.pdf

"PloS Medicine"

Die Public Library of Science stellt neben ihrer Online-Fachpublikation PloS Biology eine neue medizinische Fachzeitschrift im Internet zur Verfügung. Hauptaugenmerk des Online-Magazins sind die neuen Forschungsergebnisse über Krankheiten und Behandlungsmöglichkeiten, aber auch Konsequenzen und Hintergründe der medizinischen Forschung. Themen der aktuellen Version sind gewalttätige Konflikte von Menschen im Gesundheitsbereich. Weitere Infos unter: www.plos.org

Erschienen in
GID-Ausgabe
167
vom Dezember 2004
Seite 55 - 57

GID-Redaktion

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