Materialien

Unterstützung bei Behinderung

Der Bundesverband für Körper- und mehrfachbehinderte Menschen (bvkm) hat eine Broschüre mit dem Titel „Mein Kind ist behindert - diese Hilfen gibt es“ herausgegeben.  Diese bietet einen Überblick über die finanziellen Hilfen, die Menschen mit Behinderungen und Eltern behinderter Kinder beanspruchen können. Zurzeit gibt es die Broschüre gedruckt auf Deutsch und Deutsch-Türkisch, als Download in digitaler Form außerdem auf Arabisch, Russisch und Vietnamesisch.

➤ Bestellen oder zum kostenfreien Down­load: www.bvkm.de/produkt/1228.

Biosafety in Gefahr

Mit „Biosafety in Danger“ legt die international tätige Nichtregierungsorganisation Corporate Europe Observatory (CEO) einen Bericht zur aktuellen Situation in den Verhandlungen über das Cartagena-Protokoll unter dem Dach der Konvention über die Biologische Vielfalt der Vereinten Nationen vor. Eine besondere Rolle spielt die Lobby-Organisation Public Research Regulation Initiative (PRRI), die insbesondere WissenschaftlerInnen vereinigt, die für staatliche Institutionen arbeiten. PRRI setzt sich im Bereich von gentechnisch veränderten Organismen für eine lasche Regulierung ein und steht oft den Positionen der Industrie nahe. Wie die Organisation aktuell vorgeht, das beleuchtet CEO in dem neuen Bericht.

➤ CEO: Biosafety in Danger (2018), 22 Seiten, englisch, kostenfreier Download: www.corporateeurope.org > Food and Agriculture.

Naturbewusstsein in Deutschland

Das Bundesumweltministerium hat die Untersuchung „Naturbewusstsein 2017. Bevölkerungsumfrage zu Natur und biologischer Vielfalt“ vorgelegt. In der aktuellen Naturbewusstseinsstudie - sie erscheint alle zwei Jahre - kann wieder detailliert nachgelesen werden, welche Bedeutung Umweltaspekten beigemessen wird. Dazu zählt auch die Nutzung der Gentechnik in der Landwirtschaft. Die Ablehnung dieser Technik durch die Bevölkerung ist, wie in den Jahren zuvor, weiterhin sehr hoch (siehe dazu auch unter Landwirtschaft und Lebensmittel, Kurz notiert, auf Seite 22 in diesem Heft).

➤ Bundesministerium für Umwelt: Naturbewusstsein 2017. Bevölkerungsumfrage zu Natur und biologischer Vielfalt (2018), 72 Seiten, kostenfreier Download: www.kurzlink.de/gid246_zy.

Neue Gentech-Pflanzen: Anbau, Entwicklung, Lizenzen

Das Bundesamt für Umwelt in der Schweiz hat eine umfassende Liste aktueller Projekte veröffentlicht, bei denen Pflanzen mithilfe neuer Gentechnik-Verfahren hergestellt wurden oder werden sollen. Dabei werden sowohl der Anbau, die Entwicklungs-Pipelines verschiedenster Akteure wie auch deren Lizenzvereinbarungen zur Nutzung der Techniken berücksichtigt. Die 50-seitige Aufstellung umfasst detaillierte Quellenverweise.

➤ Neue Gentech-Pflanzen: Anbau, Entwicklung und Lizenzvereinbarungen. Kostenfreier Download: www.kurzlink.de/gid246_zz.

Regulierung von Stammzellentherapien

In einem Artikel in der Zeitschrift Science Translation Medicine diskutiert eine Gruppe internationaler WissenschaftlerInnen, welche Probleme aus der direkten Vermarktung der Stammzellentherapie an die potentielle Kundschaft resultieren. Auf einem neoliberalen, globalen Markt werden pseudo-wissenschaftliche Fakten benutzt und Risiken sowie tatsächliche Erfolgschancen verschwiegen. Was es nach Meinung der AutorInnen vor allem braucht, ist - neben klaren nationalen Gesetzen - eine abgestimmte internationale Reglementierung, um den globalen Vermarktungsmöglichkeiten entgegenzutreten.

➤ Sipp et al.: Marketing of unproven stem cell - based interventions: A call to action, Science Translation Medicine (2018), englisch. Unter www.doi.org/10.1126/scitransmed.aag0426 für 15 US-Dollar lesbar.

Zukunft der Wissenschaft?

Der US-amerikanische Historiker und Ökonom Philip Mirowski kommt in einer Studie zu dem ernüchternden Schluss, dass die „Open Science“-Bewegung ein neoliberales Konstrukt ist. Von vielen als Rettung der Wissenschaft gefeiert, soll Open Science den Zugang zu Wissen öffnen und demokratisieren. Doch laut Mirowskis Analyse trägt die Bewegung eher zu dem Entstehen eines Plattform-Kapitalismus im Wissenschaftssystem bei, als diese Versprechen erfüllen zu können. Er kritisiert dies als eine „Uberisierung“ der Wissenschaft.

➤ Philip Mirowski: The future(s) of open science, Social Studies of Science (2018), 33 Seiten, englisch, kostenfreier Download: www.dx.doi.org/10.1177/0306312718772086.

Europäischer DNA-Daten-Austausch

Der Sozialwissenschaftler Victor Toom hat im Auftrag des Ausschusses für bürgerliche Freiheiten, Justiz und Inneres des Europäischen Parlaments den grenzübergreifenden Austausch von polizeilichen DNA-Daten im Rahmen des Prüm-Abkommens untersucht. Laut Bericht ist die Datenlage über die Nützlichkeit des umstrittenen Abkommens sehr schwach. Das System ergäbe zwar viele erste Treffer, doch Daten darüber, wie viele tatsächliche Übereinstimmungen diese ergäben und wie viele davon in Strafverfahren Verwendung finden, gäbe es kaum.

➤ Victor Toom: Cross-Border Exchange and Comparison of Forensic DNA Data in the Context of the Prüm Decision (2018), englisch, kostenfreier Download: www.kurzlink.de/gid246_w.

Fusionswelle brechen!

Das INKOTA-netzwerk hat eine neue Broschüre zur Machtkonzentration im Agrarbereich herausgebracht. In den letzten Jahren kam es zu drei Fusionen von großen Agrarkonzernen, die einen deutlichen Trend der Industrialisierung und Monopolisierung in der globalen Landwirtschaft zeichnen. Die Broschüre gibt einen Überblick über die Motivationen und Reglementierungen von Konzernfusionen und beleuchtet einen der Haupttreiber im Agrarbusiness: die Digitalisierung der Landwirtschaft. Nichtregierungsorganisationen aus dem globalen Süden berichten von ihren Situationen und INKOTA stellt konkrete Forderungen an die Bundesregierung.

➤ INKOTA: Fusionswelle brechen - Wie die wachsende Konzernmacht im Agrarbereich eine zukunftsfähige Ernährung bedroht und was wir dagegen tun können! (Mai 2018). Kostenfrei bestellen oder als Download: www.webshop.inkota.de/node/1537.

Schweiz: Neue Gentechnik-Verfahren regulieren

Die Eidgenössische Ethikkommission für die Biotechnologien im Ausserhumanbereich (EKAH) der Schweiz hat einen Bericht veröffentlicht, der sich mit dem umweltrechtlichen Vorsorgeprinzip auseinandersetzt. Anlass boten die Diskussionen um die Regulierung der sogenannten neuen Gentechnik-Verfahren. Der Bericht betrachtet die ethische Bedeutung der Vorsorge und die Begründbarkeit der Vorsorgepflicht. Fragen wie zum Beispiel „Was ist ein Schaden?“ oder „Wie hoch ist ein tolerierbarer Schaden?“ sowie zur Qualität von Wissen und Unwissen werden erläutert.

➤ Vorsorge im Umweltbereich: Ethische Anforderungen an die neuen Biotechnologien (Mai 2018), 28 Seiten. Kostenfreier Down­load: www.kurzlink.de/gid246_z.

Neue Gentechnik-Verfahren und Patente

Die neuen Gentechnik-Verfahren haben im Agrarsektor zu einer Vielzahl von neu angemeldeten Patenten geführt. Testbiotech hat dazu im Juni einen Bericht herausgebracht, der die angemeldeten Patente im Pflanzen- und Nutztierbereich mit Firmen und Eigenschaften auflistet. Der Bericht betrachtet, inwieweit die Anmeldung von Patenten, die auf den neuen Verfahren basieren, Auswirkungen auf die konventionelle Züchtung haben.

➤ Testbiotech: Immer mehr Patentanträge auf CRISPR-Pflanzen und Tiere (Juni 2018). Kostenfreier Download: www.testbiotech.org/node/2219.

GID-Redaktion

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GID Meta
Erschienen in
GID-Ausgabe
246
vom August 2018
Seite 37 - 38