Zeitschrift
Reproduktionstechnologien
Um Reproduktionstechnologien dreht sich der neue Schwerpunkt eines Heftes der linksintellektuellen Zeitschrift Das Argument. Die feministische Redaktion hat Texte zusammengestellt, die sich auf verschiedene Kontroversen innerhalb einer bereits langen Geschichte der Diskussion einlassen und auch – durchaus von Text zu Text kontrovers – Position beziehen. Themenschwerpunkte sind Verwandtschaftsvorstellungen, Eizellspende, Cyborg-Visionen und Pränataldiagnostik. Michi Knecht wendet sich gegen die gängige Interpretation, Reproduktionstechnologien brächten automatisch eine Genetisierung von Verwandtschaftsvorstellungen mit sich. Mona Singer referiert Kontroversen um den Versuch einer feministischer Aneignung von Cyborg-Technologien. Einen Schwerpunkt bilden drei Texte zum Thema Pränataldiagnostik: Einigkeit besteht hier, die Entscheidungszwänge und neoliberalen Planungs-Anforderungen an schwangere Frauen im Zusammenhang mit vorgeburtlichen Testverfahren zu hinterfragen. Unterschiedlich ist allerdings das Sprechen über Gründe der Verweigerung. Samerski setzt auf den Mut, „guter Hoffnung“ zu sein und sich dem Blick auf das Ungeborene als Verwaltungsobjekt zu widersetzen. Vanessa Lux warnt vor „neuen alten Fallen“, konservative Mütterlichkeitsvorstellungen zu bedienen, wenn das Leben mit einem behinderten Kind idealisiert werde. Das Argument, Nr. 275, 50. Jg., Heft 2, 2008: Schwerpunkt: Reproduktionstechnologien