Monsanto-Rückzug

(18. Juli 2013) Nach Darstellung der Nachrichtenagentur Reuters wird der US-amerikanische Gentech-Konzern Monsanto seine „ausstehenden Zulassungsanträge für den Anbau gentechnisch veränderter Nutzpflanzen in der Europäischen Union‟ in den nächsten Monaten zurückziehen.

Keine Geschäfte

Weiterhin gilt, was wir bereits nach den ersten Meldungen zu einem vermeintlichen Rückzug angemerkt hatten: „Der Konzern ist auf allen Erdteilen mit seinen gentechnisch veränderten Saaten aktiv. Das einzige, das verstanden wurde, ist, dass sie hier im Moment keine Geschäfte machen können. Es bleibt also viel zu tun.‟
Auch hat Monsanto-Sprecher Jose Manuel Madero betont, dass der Konzern eine Neuzulassung für den gentechnisch veränderten Mais MON810 anstrebe. Dieser wird in wenigen Ländern der Europäischen Union angebaut. Seine Zulassung musste nach einer Laufzeit von zehn Jahren neu beantragt werden. Während der Prüfung bleibt der Anbau dieses Mais erlaubt. Eine Reihe von europäischen Staaten, darunter auch Deutschland, Frankreich, Österreich und Griechenland haben den Anbau jedoch aufgrund von Zweifeln an dessen Sicherheit auf ihrem Territorium verboten.
Grundsätzlich sind wir der Meinung, dass es eine gute Idee ist, die Gläser klingen zu lassen, wie es uns die Redaktion des Gen-ethischen Informationsdienst (GID) empfiehlt.
Auch die Tatsache, dass der Konzern zwar die Anträge für den kommerziellen Anbau zurückzieht, die für den Import, das heißt für die Nutzung als Futter oder Lebensmittel weiterlaufen lässt, spricht dafür, dass wir es weiter mit Monsanto zu tun haben werden. Nicht zuletzt sind es ja auch die Oligopol-artigen wirtschaftlichen Strukturen in der gesamten Saatgut-Branche (die ja vor allen Dingen konventionelles Saatgut verkauft), die in unserer Kritik stehen. Bei der Verteilung des Kuchens des weltweiten Saatgutmarktes bekommt der US-Konzern sehr große Stücke.
Ansprechpartner im Büro des GeN: Christof Potthof christof.potthof@gen-ethisches-netzwerk.de Tel.: 0163/2606 359