Editorial

Butterfinger is back!

Nur wenige Produkte haben in Deutschland eine vergleichbare Rolle eingenommen wie der Butterfinger. Er war das erste Produkt, das gentechnisch verändert auf den deutschen Markt kam - im September 1998. Der Lebensmittelkonzern Nestle gab damals zu, es handele sich durchaus um einen Testballon... Weniger als ein Jahr später hatte der Konzern verstanden: Er garantierte, alle seine Produkte würden von gentechnisch veränderten Ausgangsstoffen frei bleiben. Jetzt ist der Butterfinger aber trotzdem wieder da! In verschiedenen Tankstellen wurde er gesichtet. Er ist, nach einer Liste, die Grenpeace regelmäßig aktualisiert, derzeit eines von drei Produkten in Deutschland, die als gentechnisch verändert gekennzeichnet sind. Andere Baustelle: Gentechnikgesetz. Frau Künast hat – gelinde gesagt – den Unmut der Opposition im Bundestag, die gleichzeitig die Mehrheit im Bundesrat stellt, auf sich gezogen: Um die von ihrem Ministerium entwickelte Haftungsregelungen zu retten, hat sie den Weg gewählt, das Gesetz in zwei Teile zu trennen: Einen, der vom Bundestag alleine beschlossen werden kann und einen, der durch den Bundesrat muss. Damit ist das Hauen und Stechen um dieses Gesetz erst einmal vorbei. Doch müssen immer noch die Regeln festgelegt werden, nach denen die Bauern, die gentechnisch veränderte Sorten einsetzen wollen, verfahren müssen. In dieser Sache darf der Bundesrat wieder mitreden ... ... mitreden dürfen nun auch die neuen Mitgliedsstaaten der Europäischen Union. Seit dem 1. Mai ist die EU-Osterweiterung vollzogen - für alle Beteiligten eine große Herausforderung. Mit dem aktuellen Schwerpunkt sollen - beispielhaft - Länder, Initiativen, Themen vorgestellt werden – natürlich ohne Anspruch auf Vollständigkeit! Eine interessante Lektüre wünscht