Protestaktion: Zivilgesellschaft macht Dampf gegen TTIP
(Berlin, 6. Mai 2014) „Dampf machen gegen TTIP‟ - unter diesem Motto demonstrierte das Bündnis „TTIP unfairhandelbar“ am heutigen Dienstag in Berlin gegen das EU-US-Freihandels- und Investitionsschutzabkommen TTIP. Bei der Protestaktion fuhr das Bündnis unter anderem eine große Kartoffeldämpfmaschine vor das Brandenburger Tor, die ordentlich Dampf verbreitete. Was Europas Bürger/innen durch TTIP blüht, illustrierten ein Riesen-Chlorhuhn sowie eine Fracking-Spritze, die symbolisch einen Giftcocktail ins Erdreich pumpte. Teilnehmer/innen protestieren mit Schildern, Bannern und Klatschpappen gegen das Abkommen.
Bündnis von 61 Organisationen protestiert gegen EU-US-Freihandelsabkommen TTIP - Aktion mit Riesen-Chlorhuhn und Fracking-Spritze am Brandenburger Tor - Über 600.000 Unterschriften gegen TTIP gesammelt
TTIP droht durch den Abbau von Handelshemmnissen Standards im Umwelt- und Verbraucher-, Daten- und Arbeitnehmerschutz zu senken, die Regulierung der Finanzmärkte auszuhebeln und Privatisierungen zu erleichtern. Zudem drohen milliardenschwere Konzernklagen gegen Staaten, deren Gesetze die Gewinnerwartungen ausländischer Investoren mindern. Die Verhandlungen werden im Austausch mit zahlreichen Konzernvertretern, jedoch unter Ausschluss der Öffentlichkeit geführt. Nur wenige Dokumente gelangten bisher ans Tageslicht.
„Farmer und Bauern haben mit der Zivilgesellschaft viel zu verteidigen: Die Existenz unserer Höfe, die Saatgutvielfalt, die gesunde gentechnikfreie Lebensmittelerzeugung und tiergerechte Haltung. Das lassen wir uns durch TTIP und Konzerninteressen nicht unterpflügen‟, so Georg Janßen, Bundesgeschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft und der IG Nachbau.
„Das Freihandelsabkommen droht zu massiven Rückschlägen im Umwelt- und Verbraucherschutz zu führen", sagte Kathrin Birkel vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND). „Ob bei der Zulassung gefährlicher Chemikalien, dem risikobehafteten Fracking oder dem Anbau gentechnisch manipulierter Pflanzen wollen multinationale Konzerne ihre Gewinninteressen durchdrücken. Die Bundesregierung und die EU-Kommission setzen diesen Bestrebungen nicht genügend Widerstand entgegen. Die Verhandlungen müssen deshalb auf jeden Fall gestoppt werden.”
„TTIP ist ein massiver Anschlag auf Demokratie und Bürgerrechte. Die Intransparenz der Verhandlungen ist nur ein Vorgeschmack: durch Investorprivilegien und den als dauerhafte Einrichtung geplanten Regulationsrat droht sich die Demokratie selbst zu entmachten. Selbst wenn gewählte Politiker im Sinne der Bürgerinteressen handeln wollen, wird TTIP ihnen die Hände binden”, sagte Michael Efler von Mehr Demokratie e.V.
„Von Umweltauflagen über Arbeitnehmerrechte und Datenschutz bis hin zur Bankenregulierung: was Menschen nützt, aber Konzerne stört, steht in den TTIP-Verhandlungen auf der Abschussliste. Wir alle können durch TTIP nur verlieren - das eint den Widerstand gegen dieses Abkommen auf beiden Seiten des Atlantiks‟, sagte Annette Sawatzki von Campact.
Für die Bundestagsfraktionen nahmen Heike Hänsel (entwicklungspolitische Sprecherin DIE LINKE), Friedrich Ostendorff (agrarpolitischer Sprecher Bündnis 90/ Die Grünen) sowie Wolfgang Tiefensee (wirtschaftspolitischer Sprecher SPD) bei der Aktion Stellung zu den Verhandlungen. Vertreter der Union waren ebenfalls angefragt.
Im Bündnis „TTIP unfairhandelbar“ haben sich 61 zivilgesellschaftliche Organisationen zusammengeschlossen, um ihren Protest gegen das geplante EU-US-Freihandels- und Investitionsschutzabkommen TTIP zu koordinieren: www.ttip-unfairhandelbar.de Über 600.000 Bürger/innen haben bisher die Appelle des Bündnisses sowie der daran beteiligten Organisationen Campact und Umweltinstitut München unterzeichnet.
Für Rückfragen und Interviews stehen als Ansprechpartner/innen gern zur Verfügung:
Annette Sawatzki, Campact (mobil 0177–7228149) Berit Thomsen, Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (mobil 0157-85075279) Regine Laroche, Mehr Demokratie, (mobil 0178-8163017, presse@mehr-demokratie.de) Christof Potthof, Gen-ethisches Netzwerk (mobil 0163-2606 359) Hanni Gramann, Attac (mobil 0176-30608762) Markus Henn, WEED – Weltwirtschaft, Ökologie & Entwicklung (mobil 0176-37630916)
Bitte beachten Sie auch: Gemeinwohl vor Wirtschaftsinteressen: Handelsabkommen TTIP und CETA stoppen! www.gen-ethisches-netzwerk.de/gen/2014/ttip_und_c…