Vernetzung - mal dagegen, mal dafür


Die Debatte im Bundestag hat prominente Befürworter der PID zutage befördert. Darunter Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger. Sie unterstützt die PID „aus tiefster Überzeugung“. Wie viel die Überzeugungen der Ministerin wert sind, wollen wir in den nächsten Wochen testen. Denn eine der Überzeugungen von Leutheusser-Schnarrenberger ist, dass „wir wirklich wieder die klaren Grenzen brauchen, die auch eingehalten werden. Zumindest, dass wir mal wieder das Grundgesetz einhalten.“ Das können wir voll unterschreiben! Zum Tag des Grundgesetzes haben wir deshalb der Bundesministerin einen Offenen Brief übergeben und fordern im Namen von Freiheit und Persönlichkeitsschutz die strikte Eingrenzung von polizeilichen DNA-Datenbanken und den Ausstieg aus deren europaweiter Vernetzung. Für Vernetzungsind wir, wenn sich unterschiedliche kritische Gruppen zusammenfinden und für gemeinsame Ziele auf die Straße gehen. Ein besonders beeindruckendes Beispiel: Die Sternfahrt von Bäuerinnen und Bauern aus verschiedensten Teilen der Republik bis vor das Kanzleramt in Berlin. Ein umfassender Bericht zu „Angela, wir müssen reden“ wird es im nächsten Heft geben, in dem wir die Zukunft der Agrarpolitik zum Thema machen werden. Jetzt schon einen herzlichen Gruß verbunden mit unserem Dank für den großen Einsatz! Wer‘s nicht erwarten kann: www.meine-landwirtschaft.de.
Die GID-Redaktion

Erschienen in
GID-Ausgabe
206
vom Juli 2011
Seite 2

Das GeN wird 25!

Ein neuer GID, eine neue Jubiläumskolumne. Diesmal ganz im Zeichen der DNA-Sammelwut staatlicher Institutionen. Schon in GID 26 (September 1987) berichteten wir von den britischen Einwanderungsbehörden, die die Familienzugehörigkeit von Migranten obligatorisch durch eine dieser Tage neu entwickelte Methode zur Identifizierung des „genetischen Fingerabdrucks“ überprüfen lassen wollten. Vertreter der Einwanderer hatten schon damals heftige Bedenken gegen die Gen-Identifikation geäußert. Sie sahen Bürgerrechte im Allgemeinen gefährdet und fürchteten zudem, dass der genetische Nachweis, dass ein Kind nicht von der getesteten Person abstammt, in den betroffenen Familien zu Tragödien führen könnte. Lesen Sie nun in diesem GID, wie Willi Watte sich gegen die DNA-Sammelwut der Polizei einsetzt (ab Seite 42).