Die Vorstellung, dass Gene das Leben bestimmen und die Grenzen der Leistungsfähigkeit des Körpers und Geistes festlegen, ist weit verbreitet. Man erfährt es aus Krankenhaus- und Krimiserien, Ratgeberliteratur und von den üblichen Verdächtigen wie dem leidigen Sarrazin: Der Gen-Determinismus stellt einfache Erklärungen zur Verfügung, die vorgeben, praktischen, alltagsweltlichen Nutzen zu besitzen. Seine Implikationen werden im Populärdiskurs oft bereitwillig angewandt, um Phänomene des Alltags zu erklären. Parallel zu den Genen werden Meme als kulturelle Erbeinheiten gedacht.