Agrarpolitik

Piktogramm: Keimender Samen in Petrischale

Gentechnisch veränderte Pflanzen, Tiere und Produkte spielen in der deutschen und europäischen Landwirtschaft-, Umwelt- und Ernährungspolitik zunehmend eine Rolle. Verschiedene Akteur*innen versuchen ihre Interessen in einer Debatte aus komplexen Zusammenhängen durchzusetzen, wodurch oft kontroverse Auseinandersetzungen entstehen. Industrie- und Wissenschaftsinstitutionen begrüßen den Fortschrittsgedanke neuer Innovationen und vernachlässigen dabei häufig mögliche Risiken. Diese werden von Umweltorganisationen und Bauernverbänden aufgegriffen, die der Gentechnik oft skeptisch gegenüberstehen.

Das Gen-ethische Netzwerk versucht die unterschiedlichen Interessengruppen und ihre Motive aufzuschlüsseln. Durch eine kritische Aufarbeitung der politischen Diskurse, bringen wir die Entscheidungsprozesse an die Öffentlichkeit. Wir dienen auch als vernetzende und beratende Organisation für unterschiedliche Akteur*innen.

Beiträge zu diesem Thema

  • Nicht gegen konventionelle Landwirtschaft

    Wieder einmal gingen mehrere zehntausend Bäuerinnen und Bauern, Mitglieder von Umwelt- und VerbraucherInnen-Verbänden und viele andere Menschen auf die Straße, um für ... und gegen ... zu demonstrieren. Aber für was und gegen was ging es eigentlich? Diese Frage scheint tatsächlich für den einen oder die andere schwerer zu beantworten zu sein, als wir, das GeN (als Mit-Träger, weitere unter www.wir-haben-es-satt.de/start/netzwerk/traegerinnen), uns vorstellen.

  • Welche Rolle spielt das BVL?

    18. Dezember 2015

    Mit einer Stellungnahme zur rechtlichen Einordnung von neuen molekularbiologischen Verfahren zur Manipulation von Erbgut katapultiert sich das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit ins politische Spielfeld.

  • Neue Gentechnik-Verfahren: Agrarminister Schmidt muss sich in Brüssel für Vorsorgeprinzip einsetzen

    (Berlin und München, 21. Oktober 2015) Ein Bündnis zivilgesellschaftlicher Organisationen forderte Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) heute in einem offenen Brief auf, sich in Brüssel für die Einordnung neuer molekularbiologischer Methoden als Gentechnik im Sinne der RICHTLINIE 2001/18/EG einzusetzen. Morgen werden die AgrarministerInnen der EU-Mitgliedstaaten auf dem Treffen des Landwirtschafts- und Fischereirates der Europäischen Union über die rechtliche Einordnung dieser neuen Verfahren zur Manipulation des Erbgutes von Pflanzen, Tieren und Mikroorganismen sprechen.

  • Neue Verfahren des „genome editing“ sind Gentechnik

    (Berlin, Hamm, München, 24. September 2015) Heute wird ein Rechtsgutachten veröffentlicht, das sich mit dem rechtlichen Status neuer Gentechnikverfahren befasst. Es wird vor dem Hintergrund einer für die nächsten Wochen erwarteten Grundsatzentscheidung der EU-Kommission präsentiert. Die Industrie fordert, dass neue Methoden zur Veränderung des Erbguts von Pflanzen und Tieren nicht als Gentechnik einzustufen und so von der Registrierung, Risikoprüfung und Kennzeichnung auszunehmen sind. Nach Ansicht vieler Nichtregierungsorganisationen fallen diese neuen Verfahren klar in den Anwendungsbereich der EU-Gentechnikgesetze.

  • Anbauverbot rückt näher

    8. September 2015

    Nach der Kritik an seinem ersten Entwurf zur Umsetzung neuer EU-Vorgaben zum möglichen Verbot des Anbaus gentechnisch veränderter Pflanzen legt Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt einen neuen Entwurf vor. Dieser enthält jedoch keine wesentlichen Verbesserungen.