Wunschkinder durch globalisierte Ausbeutung?

Derzeit wird intensiv über eine Legalisierung von „Eizellspende“ und „Leihmutterschaft“ in Deutschland diskutiert. Ein feministisches Netzwerk stellt dazu seine kritische Stellungnahme der Öffentlichkeit vor.

Wer bringt Eier? Protest in Hasenkostüm gegen Eizell"spende"

Wer bringt die Eier? (c) Schulz 2017

In der Stellungnahme wird der kommerzielle Charakter dieser reproduktionsmedizinischen Verhältnisse problematisiert. „Eizellspende“ und „Leihmutterschaft“ beruhen auf sozialer Ungleichheit und schließen fremdnützige medizinische Eingriffe in die Körper der „Spendenden“ und „Leihmütter“ ein. Die Abgabe von Eizellen und die „Leihmutterschaft“ als altruistische Taten darzustellen, wie es gerne Legalisierungsbefürworter*innen tun, verschleiert diese kommerzielle Dynamik lediglich, so das Netzwerk. Zudem sollte der Kampf für vielfältige Formen sozialer Elternschaft nicht solche Verfahren einbeziehen, weil mit ihnen grundlegende Prinzipien reproduktiver Gerechtigkeit missachtet werden, so ein weiterer Punkt der Stellungnahme

Die Feminist*innen plädieren dafür, sich international, feministisch und ökonomiekritisch zu den europäischen und globalen Entwicklungen und Regulierungen der Reproduktionsmedizin zu positionieren – d.h. gegen eine Legalisierung in Deutschland Stellung zu beziehen.

Zwei Gastreferentinnen stellen zunächst aktuelle Beispiele vor: Christina Weis spricht über ihre Forschungen zu „Leihmutterschaft“ in Russland und Sara Lafuente Funes erläutert die Politik des Eizelltransfers in Spanien.

Anschließend stellen Vertreter*innen des Netzwerks ihre Stellungnahme vor und laden zur Diskussion ein.

Zeit und Ort: 10. Januar 2020, 18 bis 21 Uhr, Aquarium, Skalitzer Str. 6 10999 Berlin, Kottbusser Tor (barrierearm)

 

Zu den Gastreferent*innen:

Christina Weis ist feministische Aktivistin und Kultur- und Sozialanthropologin, arbeitet an der De Montfort University in Leicester/UK und forscht über kommerzielle Leihmutterschaft in Russland.

Sara Lafuentes Funes ist Soziologin und feministische Aktivistin. Sie forscht zum Thema Eizelltransfer in Spanien und arbeitet derzeit an der Goethe Universität Frankfurt.

Veranstalter*innen: BioSkop e.V. und Gen-ethisches Netzwerk e.V.

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