Stoppt das Patent auf die „arme Sau!“ (Demonstration, 15.04.09, München)
(München/ Berlin, März ‛09) Demonstration am 15. April in München. Konzerne übernehmen die Kontrolle über die Grundlagen der Landwirtschaft und die Lebensmittelherstellung. Patente auf Saatgut und Nutztiere ermöglichen es Firmen wie Monsanto, Dupont, Syngenta Bayer und BASF sich die Verwertungsrechte von Pflanzen und Tierarten exklusiv zu sichern. Das lassen wir uns nicht länger gefallen! Mensch und Tier ziehen gemeinsam zum Europäischen Patentamt in München, um gegen diese Praxis zu protestieren!
Stoppt das Patent auf die „arme Sau“! (*) - Stoppt Patente auf Leben!
Demonstration am 15. April in München
Treffen und Kundgebung 12:00 Uhr Marienplatz
Abschluss: 14 Uhr Europäisches Patentamt, Erhardtstr. 27
Bitte beachten Sie auch den Aufruf zur Sternfahrt am gleichen Tag!
Am 15. April endet die Einspruchsfrist gegen ein Patent, das 2005 von der Firma Monsanto angemeldet wurde und sich auf die Zucht von ganz normalen, konventionell gezüchteten Schweinen erstreckt. Das Patent EP 165 1777 wurde 2008 erteilt, nachdem es inhaltlich etwas entschärft wurde und an eine andere Firma verkauft wurde. Trotzdem erstreckt es sich immer noch auf die Zucht von ganz normalen Schweinen. Die im Patent beschriebenen Merkmale finden sich bei allen Schweinerassen wieder – das Patent dient nicht dem Schutz einer Erfindung, sondern soll dazu beitragen, dass internationale Konzerne umfassende Kontrolle über die Landwirtschaft und Lebensmittelerzeugung erlangen und bei Bauern und Verbrauchern kräftig Kasse machen können.
Hunderte Patente und Patentanträge auf die konventionelle Zucht von Pflanzen und Tieren
Das Patent ist nur ein Beispiel von vielen: In Europa sind inzwischen hunderte von Patentanträgen auf die konventionelle Zucht von Pflanzen und Tieren angemeldet. Gehen diese Patente durch, haben Konzerne wie Monsanto nicht nur die Kontrolle über genmanipulierte Pflanzen, sondern auch über die normale Züchtung. Sie kontrollieren dann, was zu welchen Preisen auf den Markt kommt – Verbraucher, Bauern und Lebensmittelhersteller geraten in völlig neue Abhängigkeiten. Besonders bedrohlich ist dieser Trend für Kleinbauern in Entwicklungsländern. Bereits erteilt wurden Patente auf Brokkoli, Tomaten, Verfahren zur Zucht von Schweinen und Milchkühen. Das Patentrecht wird von den Konzernen dazu missbraucht, um die Kontrolle über die Züchtung, die Landwirtschaft, Tierzucht bis hin zur Erzeugung von Lebensmitteln zu übernehmen.
Am 15. April 2009 wird gegen diese Entwicklung demonstriert – mit einer Herde Schweine, Blaskapelle, und allem anderen, was nicht patentiert werden darf! Geben auch Sie ein klares Signal an Politik und Patentamt:
Keine Patente auf Lebewesen und ihre Gene! - Keine Patente auf Saatgut, Tiere und Lebensmittel!
(*) Das Patent auf die Schweinegene ist unter anderem auch zum Thema einer Dokumentation des Fernsehsenders WDR geworden. Diese lief unter dem Titel „Arme Sau”.
Weitere Info:
www.keinpatent.de
www.no-patents-on-seeds.de
Oder beim Gen-ethischen Netzwerk
Dazu im GID:
„Präzedenz-Patente” (Christoph Then, Oktober 2008)
„Schrumpeltomate patentierbar” (Mute Schimpf, Oktober 2008)
„Patente torpedieren Nahrungssouveränität” (Karsten Wolff, Oktober 2008)
„Geistiges Eigentum - für wen?” (Christof Potthof, Oktober 2008)
„Saatgut-Claims” (Christof Potthof, Februar 2008)
„Nach den Patenten” (Christof Potthof, August 2008)