Behinderung

Piktogramm: Paragraf, Erlenmeyerkolben, Faust

Selektive Pränataldiagnostik (PND), die nur nach Normabweichungen sucht und weder die Versorgung der Schwangeren noch die Gesundheit des werdenden Kindes verbessert, verstößt gegen die UN-Behindertenrechtskonvention. Sie konterkariert das gesellschaftliche Ziel der Inklusion von Menschen mit Behinderung. Behinderung wird vielfach immer noch mit Sorgen, Leid und Schmerzen verbunden – eine ableistische/behindertenfeindliche Einstellung. Die gesellschaftliche Bereitstellung von Ressourcen für die gezielte pränatale Suche nach Abweichungen und Behinderungen (via Regelfinanzierung durch die Krankenkassen) zeigt, dass es weiterhin als normal und unproblematisch gilt, Behinderung um beinahe jeden Preis vermeiden zu wollen.

Die angenommene Andersartigkeit macht behinderte Menschen zur Projektionsfläche für Ängste vor Schmerzen, Abhängigkeit, Immobilität und Verlust von Kontrolle. Von einer grundlegenden menschlichen Situation werden Verletzlichkeit und Schwäche zu einer Bedrohung der eigenen „Normalität“ und des Selbstbildes als autonomes, selbstbestimmtes Subjekt, das selbstdiszipliniert und -kontrolliert, frei und gesellschaftlich funktionstüchtig ist, die abgewehrt werden muss.

Beiträge zu diesem Thema

  • Nicht nur behindert und verrückt gefeiert ...

    (1. August 2013) ... wurde Mitte Juli in Berlin, in der kommenden Woche startet nun auch das Begleitprogramm der 1. Mad & Disability Pride Parade mit Diskussionsveranstaltungen und Workshops zu den Themen Normierung, Diskriminierung und Selektion. Den Auftakt macht das GeN am Sonntag, dem 4. August, mit einer Vorführung des Films "Der Pannwitzblick", weiter geht es dann am 6. August mit einer Diskussionsveranstaltung zu Normierung und Widerstand.

  • 7. August 2013: Wer ist gesund und wer ist krank?

    Wer ist gesund und wer ist krank? Diese Frage stellt sich neu angesichts einer einflussreichen Pharmaindustrie, die für ihre Produkte die entsprechenden Absatzchancen sucht. Roter Abend mit GeN-Mitarbeiterin Uta Wagenmann am 7. August 2013 in Berlin-Friedrichshain.

  • 6. August: Normalisierungsdiskurse und Widerstand

    Diskussionsveranstaltung im Rahmen der Mad & Disability Pride Parade

  • 4. August: Der "Pannwitzblick"

    Filmvorführung und Diskussion im Rahmen der Mad & Disability Pride Parade

  • behindert und verrückt gefeiert ...

    (15. Juli 2013) Vorgestern haben in Berlin mehr als 1.000 Teilnehmer_innen der 1. Mad & Disability Pride Parade in Deutschland wie verrückt gefeiert. "Nicht wir sind falsch, sondern die Verhältnisse, in denen wir leben" - dieses Motto einte die Teilnehmer_innen des bunten und lauten Umzugs. Einige Eindrücke hier... mehr folgt in den nächsten Tagen.