Wissenschaftskritik

Piktogramm: Paragraf, Erlenmeyerkolben, Faust

Wissenschaft wird von Seiten staatlicher Forschungspolitik seit Jahrzehnten als Ausgangspunkt ökonomischen Wachstums betrachtet. Die Förderpolitik zielt in erster Linie auf die Entwicklung ökonomischer Potenziale und vermarktbarer Produkte. Die kooperierende Industrie ist jedoch kein neutraler Partner, sondern beeinflusst – wie viele Studien belegen – oftmals das Ergebnis der von ihr finanzierten Forschung und die Publikation der Ergebnisse.

Durch diese zunehmende Ökonomisierung stehen auch Grundlagenforscher*innen unter dem Druck, spektakuläre Ergebnisse zu produzieren und zu vermarkten. Die Kommunikationsabteilungen wissenschaftlicher Institute tragen dazu bei, mediale Hypes und uneinlösbare Versprechen zu erzeugen. Kein Wunder also, dass Studien immer wieder zeigen, dass ein großer Teil der Forschungsergebnisse nicht reproduzierbar ist.

Beiträge zu diesem Thema

  • Kurznachrichten - zu kurz gegriffen?

    Ein paar selbstkritische Reflexionen von GID-RedakteurInnen beim Verfassen der Kurznachrichten - und zu unserem Umgang mit Medienmacht im Wissenschaftssektor.

  • Selektionsmechanismen

    5. März 2012

    Aktuelle Forschung gerät nur selten ans Licht der Öffentlichkeit. Wenige Forschungsthemen dominieren das Mediengeschehen - vorgefiltert durch die Redaktionen von Zeitschriften wie Nature oder Science. Dies wirkt wiederum darauf zurück, welche Forschung als öffentlich relevant und damit förderungswürdig gilt. Für die Wissenschaftssoziologie sind solche Auswahlverfahren selbst Objekt der Forschung.

  • Studierendenzahlen und Superlative

    5. März 2012

    Die Arbeit an einer Hochschulpressestelle verspricht spannende Inneneinsichten in den Wissenschaftsbetrieb. Im Alltag ist ein investigativer Journalismus vor Ort aber kaum möglich. Vieles ist hinderlich: Zeitmangel, häufiger Personalwechsel, aber auch der Auftrag, Erfolgsstories zu liefern und Eitelkeiten zu bedienen.

  • Fachartikel von Geisterhand

    5. März 2012

    Wie sorgen Pharmakonzerne dafür, dass ihre Produkte in der medizinischen Fachwelt und damit auch bei der Ärzteschaft in einem positiven Licht erscheinen? Der Philosoph Sergio Sismondo hat sich mit dem Beruf des Publikationsplaners beschäftigt. Er malt ein erschreckendes Bild über vorformulierte Artikel und willfährige akademische „Autoren“.