Pränataldiagnostik

Piktogramm: Petrischale mit Eizelle und Spermien

Seit der Aufnahme des Ultraschalls in die Regelversorgung von Schwangeren 1979 hat sich die pränatale Suche nach vermeintlichen Beeinträchtigungen des Fötus zum normalen Bestandteil der Schwangerenversorgung entwickelt. Selektive Pränataldiagnostik (PND) verbessert weder die Versorgung der Schwangeren, noch die Gesundheit des Fötus. Einzige Handlungsoption ist die Entscheidung für oder gegen einen Schwangerschaftsabbruch.

Seit 2022 ist der nicht-invasive Pränataltest auf Trisomie 13, 18 und 21 in Deutschland Kassenleistung. Eine gefährliche Botschaft: die Kassenfinanzierung suggeriert, es handele sich um einen Teil der Regelversorgung. Zudem könnte die Zulassung einen Präzedenzfall schaffen, da sich das Testverfahren auf weitere genetische Abweichungen ausweiten lässt.
Diese Fahndung nach Abweichungen verstößt gegen die UN-Behindertenrechtskonvention. Das Gen-ethische Netzwerk tritt für ein Recht auf Abtreibung ein, wendet sich aber gegen die behindertenfeindliche pränatale Suche nach Behinderungen.

Beiträge zu diesem Thema

  • Pränataldiagnostik untergräbt Inklusion

    21. Mai 2014

    Aus Anlass der Unterzeichnung der UN-Behindertenrechtskonvention durch die Bundesregierung vor fünf Jahren, am 26. März 2009, warnt das Netzwerk gegen Selektion durch Pränataldiagnostik: Logik und Praxis der vorgeburtlichen Diagnostik widersprechen nicht nur dem darin formulierten Ziel der Inklusion, sondern verstärken darüber hinaus Diskriminierung und Ausschluss von Menschen mit Beeinträchtigungen.

  • Pränataldiagnostik fördert Diskriminierung!

    (Berlin, 26. März 2014) "Bluttests und die Praxis der Pränataldiagnostik fördern Diskriminierung und untergraben Bemühungen zur Inklusion!" Unter dieser Überschrift kritisiert das Netzwerk gegen Selektion durch Pränataldiagnostik in einer Stellungnahme unter anderem die Bluttests, mit denen unter dem Label der Schwangerschaftsvorsorge nach Trisomie 21 oder Turner-Syndrom beim Fötus gefahndet wird. Anlass ist die Unterzeichnung der UN-Behindertenrechtskonvention durch die Bundesrepublik vor fünf Jahren.

  • Nachdenken über neue Gentests in der Schwangerschaft

    Immer mehr Unternehmen bieten Tests an, die schon in der Frühschwangerschaft eingesetzt werden können, um anhand einer Blutprobe der werdenden Mutter Aussagen über den Embryo zu machen. Gegen die mit den neuen technologischen Möglichkeiten zu erwartende Eskalationsstufe bei der vorgeburtlichen Selektion laufen nicht nur Beratungsstellen oder Organisationen wie das GeN Sturm. Auch die Gynäkologinnen im Arbeitskreis Frauengesundheit in Medizin, Psychotherapie und Gesellschaft e.V. (AKF) haben eine kritische Stellungnahme verfasst, die wir hier dokumentieren.

  • Nicht nur behindert und verrückt gefeiert ...

    (1. August 2013) ... wurde Mitte Juli in Berlin, in der kommenden Woche startet nun auch das Begleitprogramm der 1. Mad & Disability Pride Parade mit Diskussionsveranstaltungen und Workshops zu den Themen Normierung, Diskriminierung und Selektion. Den Auftakt macht das GeN am Sonntag, dem 4. August, mit einer Vorführung des Films "Der Pannwitzblick", weiter geht es dann am 6. August mit einer Diskussionsveranstaltung zu Normierung und Widerstand.