Pränataldiagnostik

Piktogramm: Petrischale mit Eizelle und Spermien

Seit der Aufnahme des Ultraschalls in die Regelversorgung von Schwangeren 1979 hat sich die pränatale Suche nach vermeintlichen Beeinträchtigungen des Fötus zum normalen Bestandteil der Schwangerenversorgung entwickelt. Selektive Pränataldiagnostik (PND) verbessert weder die Versorgung der Schwangeren, noch die Gesundheit des Fötus. Einzige Handlungsoption ist die Entscheidung für oder gegen einen Schwangerschaftsabbruch.

Seit 2022 ist der nicht-invasive Pränataltest auf Trisomie 13, 18 und 21 in Deutschland Kassenleistung. Eine gefährliche Botschaft: die Kassenfinanzierung suggeriert, es handele sich um einen Teil der Regelversorgung. Zudem könnte die Zulassung einen Präzedenzfall schaffen, da sich das Testverfahren auf weitere genetische Abweichungen ausweiten lässt.
Diese Fahndung nach Abweichungen verstößt gegen die UN-Behindertenrechtskonvention. Das Gen-ethische Netzwerk tritt für ein Recht auf Abtreibung ein, wendet sich aber gegen die behindertenfeindliche pränatale Suche nach Behinderungen.

Beiträge zu diesem Thema

  • Rezension: Reproduktive Gesundheitsversorgung unter der Lupe

    Das Buchcover zeigt einen blau-grauen Hintergrund mit einem ornamentalen, sich wiederholenden Muster, das an historische Tapeten erinnert. In der Mitte steht auf weißem Grund der Titel „Narratives of Consent and Reproductive Subjects – Tales of Invisibility“. Darunter folgen die Herausgeberinnen: Samantha Halliday, Rebecca Brione und Jacqueline Nicholls. Unten rechts befindet sich das Routledge-Verlagslogo.
    Von
    25. November 2025

    Der Sammelband widmet sich der Schnittstelle zwischen Recht, Politik und Praxis im Kontext der reproduktiven Gesundheitsversorgung – von Vorsorgeuntersuchungen über Schwangerschaftsbegleitung bis hin zu Geburt und Nachversorgung. 

  • Gesetzliche Unstimmigkeiten

    Von
    25. November 2025

    Obwohl die sogenannte embryopathische Indikation Mitte der 1990er Jahre entfiel, finden Abbrüche nach pränataler Diagnostik weiterhin statt – nun bloß verdeckter. Mit dieser Problemverschiebung beschäftigt sich der zweite Artikel einer Reihe zum Thema Fetozid nach auffälligen pränatalen Befunden.

  • Der blanke Horror - Pronatalismus von rechts

    Filmplakat. Dunkler Grund, darauf die Kulisse einer verlassenen Berliner Straße bei Nacht. Im Vordergrund: eine Zombiefamilie. Vater, Mutter und 4 Kinder. Aufgestellt wie in einem Familienportrait. Alle blond. Die Kinder tragen Preisschiöder um den Hals. Zur Familie gehören zwei Dackel - ebenfalls Zombies. Die Zombies schauen den*die Betrachter*in an. Die Überschrift ist von der Schriftart an Horrorfilme angelehnt. Sie lautet: Der blanke Horror - Pronatalismus von rechts. Text: Podiumsdiskussion mit anschli
    Von

    Das GeN läd ein zu einer Podiumsdiskussion zum Thema des letzten GID am Halloween-Abend (31. Oktober) im Regenbogenkino in Berlin Kreuzberg.

  • Ganz offen antidemokratisch

    Eine leere Bühne. Oben unter der Decke ein Banner mit der Aufschrift "Marsch für das Leben". Auf der Bühne ein Rednerpult und ein großes Holzkreuz.
    Von

    Wie jeden September ruft die Anti-Choice-Bewegung hier in Deutschland wieder zum „Marsch für das Leben“ auf. Hatte der Bundesverband Lebensrecht sich in den vergangenen Jahren noch um einen gemäßigten Auftritt bemüht, schlägt er in diesem Jahr andere Töne an. 

  • Unsichtbare Geburten

    Ärztin führt Ultraschall-Untersuchung bei einer Schwangeren durch, Monitor zeigt pränatales Bild.
    Von
    25. August 2025

    Welche Leerstellen gibt es in Datenerhebung und Forschung zu späten Schwangerschaftsabbrüchen? Das stellt der erste Artikel einer dreiteiligen Reihe dar, die sich mit einem Tabuthema beschäftigt: dem Fetozid nach auffälligen pränatalen Befunden.