Pränataldiagnostik

Piktogramm: Petrischale mit Eizelle und Spermien

Seit der Aufnahme des Ultraschalls in die Regelversorgung von Schwangeren 1979 hat sich die pränatale Suche nach vermeintlichen Beeinträchtigungen des Fötus zum normalen Bestandteil der Schwangerenversorgung entwickelt. Selektive Pränataldiagnostik (PND) verbessert weder die Versorgung der Schwangeren, noch die Gesundheit des Fötus. Einzige Handlungsoption ist die Entscheidung für oder gegen einen Schwangerschaftsabbruch.

Seit 2022 ist der nicht-invasive Pränataltest auf Trisomie 13, 18 und 21 in Deutschland Kassenleistung. Eine gefährliche Botschaft: die Kassenfinanzierung suggeriert, es handele sich um einen Teil der Regelversorgung. Zudem könnte die Zulassung einen Präzedenzfall schaffen, da sich das Testverfahren auf weitere genetische Abweichungen ausweiten lässt.
Diese Fahndung nach Abweichungen verstößt gegen die UN-Behindertenrechtskonvention. Das Gen-ethische Netzwerk tritt für ein Recht auf Abtreibung ein, wendet sich aber gegen die behindertenfeindliche pränatale Suche nach Behinderungen.

Beiträge zu diesem Thema

  • Bluttests & Lachspatente

    Das Fenster des GeN-Büros mit Schriftzug.
    Von
    GeN

    Am 19. November stellt das Gen-ethische Netzwerk in einer Online-Veranstaltung zwei aktuelle Themen aus den Arbeitsbereichen des Vereins vor. Die digitale Vorabendveranstaltung zur Mitgliederversammlung ist offen für alle Interessierten und bietet die Chance den Verein und seine Mitarbeiter*innen näher kennenzulernen.

  • Für einen antiableistischen Feminismus!

    Zwei Personen stehen auf einer Bühne und halten einen Redebeitrag auf einer Pro-Choice-Kundgebung. Im Forderung ist ein Schild mit der Aufschrift "Thank God for Abortion" sichtbar.
    Von

    Am 18. September 2021 fand wieder einmal der "Marsch für das Leben" in Berlin statt. Verschiedene feministische Bündnisse riefen zu Protesten gegen diese Anti-Choice-Demonstration auf und organisierten eigene Demos und Aktionen für sexuelle und reproduktive Selbstbestimmung.
    Das GeN beteiligte sich mit einem Redebeitrag zu Pränataldiagnostik auf der queerfeministischen Vorabenddemo (17.09.21) sowie der Kundgebung (18.09.21) vom What the Fuck Bündnis, der hier nachgelesen werden kann.

  • Selektive Pränataldiagnostik – Wollen wir das wirklich?

    Einige Exemplare der #NoNIPT Broschüre
    Von

    Zusammen mit den anderen Mitgliedern des #NoNIPT Bündnis gegen die Kassenfinanzierung des Bluttests auf Trisomien hat das GeN die vielfältigen Perspektiven der Kampagne "100 Stimmen für #NoNIPT" zum Nicht-invasiven Pränataltest (NIPT) auf Trisomien, Hintergrundinformationen und Kritikpunkte in einer Broschüre veröffentlicht.

  • Trotz lautem Protest aus der Zivilgesellschaft

    Geschäftsstelle des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA)
    Von
    GeN

    (Berlin, 19.08.2021) Am heutigen Donnerstag wird der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) voraussichtlich den letzten Schritt in einem umstrittenen Bewertungsverfahren tun und die Versicherteninformation zum Nicht-invasiven Pränataltest (NIPT) in die Mutterschafts-Richtlinien aufnehmen.

  • 100 Stimmen für #NoNIPT

    #NoNIPT
    Von
    GeN

    (03.05.2021) Anlässlich des Europäischen Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung (5. Mai) startet  die Kampagne „100 Stimmen für #NoNIPT“.  Initiator*in ist das #NoNIPT Bündnis gegen die Kassenfinanzierung des Bluttests auf Trisomien, ein breites zivilgesellschaftliches Bündnis, das die vorgeburtlichen genetischen Tests zur Suche nach genetischen Besonderheiten beim Fötus ableht.