Polizeiliche DNA-Analyse

Piktogramm: Erlenmeyerkolben mit Flüssigkeit und daraus hervorgehendem Molekül

Anwält*innenvereinigungen sind sich mit Datenschutzbeauftragten darin einig, dass die Praxis polizeilicher DNA-Erfassung in einem rechtlichen Graubereich stattfindet. Polizeiliche DNA-Datenbanken wachsen und werden international vernetzt. Längst spielen sie nicht nur bei Kapitalverbrechen eine Rolle, sondern auch bei der flächendeckenden präventiven Erfassung von Bagatelldelikten wie Diebstahl.

In Hochzeiten sicherheitspolitischer Aufrüstung kritisiert das Gen-ethische Netzwerk die Ausweitung forensischer Analysekompetenzen der Polizei. War bisher nur die Identitätsfeststellung erlaubt, kann die Polizei seit 2019 auch äußere Merkmale von Unbekannten aus DNA hervorsagen lassen. Dies ist nicht nur ein großer Einschnitt in den Datenschutz aller Bürger*innen, durch den Zugriff auf „kodierende DNA“, die Ergebnisse machen zudem ganze Bevölkerungsgruppen zu Verdächtigen.

 

Beiträge zu diesem Thema

  • „Finger weg von meiner DNA – Wissen schützt vor Zugriff“

    Logo der Kampagne "Finger weg von meiner DNA - Wissen schützt vor Zugriff"
    Von
    GeN

    (Berlin, 3. März 2026) Heute veröffentlichen das Gen-ethische Netzwerk e. V. und die Rote Hilfe e. V. die Online-Kampagne „Finger weg von meiner DNA – Wissen schützt vor Zugriff“. Während die Polizei DNA-Analysen ausweitet, wachsen Risiken von Fehlern, Überwachung und Diskriminierung. Die Kampagne informiert über persönliche Rechte.

  • Rezension: Über Taktiken biowissenschaftlicher Klassifizierung

    Buchcover mit dem Titel 'THE ORDER OF PEOPLE' und den Herausgebernamen Nils Ellebrecht, Tino Plümecke, Isabelle Bartram, Veronika Lipphardt, Jenny Reardon, Andrea zur Nieden
    Von
    20. Februar 2026

    Systeme der rassistischen Klassifizierung von Menschen spielen in den aktuellen Biowissenschaften eine größere Rolle, als es die internationale Ächtung der Kategorie „Rasse“ nach dem Zweiten Weltkrieg vermuten lässt. 

  • DNA-Spuren Analyse soll ausgeweitet werden

    Screenshot der Webseite von Radio Dreyeckland
    Von
    GeN

    Radio Deyeckland hat am Jonte Lindemann vom GeN am 31.5.2025 dazu befragt, warum die Ausweitung der polizeilichen DNA-Analyse problematisch ist. 

  • Polizeiliche DNA-Analyse und Rassismus

    Vorschaubild
    Von
    GeN

    (Berlin, 17.02.2025) Nachdem die Innenministerkonferenz (IMK) sich für die Biogeographische Analyse (BGA) bei Polizeiermittlungen ausgesprochen hat, protestieren zivilgesellschaftliche Organisationen. Sie befürchten vermehrtes Racial Profiling, fehlgeleitete Ermittlungen und empfindliche Einschnitte beim Datenschutz.

  • „Biogeografische Herkunftsanalyse“ – Achtung Diskriminierungsgefahr

    Ein Polizist und ein Polizeibus von hinten
    Von
    GeN

    Erneut wird in Deutschland die Legalisierung der sog. Biogeografischen Herkunftsanalyse bei Polizeiermittlungen gefordert. Das Gen-ethische Netzwerk und neun Organisationen protestieren dagegen, denn diese Methode birgt eine große Gefahr für rassistisch diskriminierte Minderheiten. Der Nutzen der Analyse ist dagegen gering – im Gegenteil riskiert sie, Ermittlungen fehlzuleiten.