Biopatente

Piktogramm: Waage mit Dollar auf der einen, Medizin und Pflanze auf der anderen Seite

Gentechnisch veränderte Pflanzen und Tiere, und in immer größerem Maße auch Pflanzen und Tiere aus konventioneller Zucht, werden patentiert. Patente auf genetische Ressourcen zu besitzen heißt, dass alleinige Nutzungsrecht an den biologischen Eigenschaften für 20 Jahre zu haben.

Biopatente sind Bausteine eines kapitalorientierten Wirtschaftssystems, das auf Ausschluss, Konzentration und Einseitigkeit basiert. Die Anmeldung und Verteidigung von Patenten, sowie das Verständnis von Patentschriften benötigen Fachwissen und sind somit zeit- und kapitalintensiv.  Patente schaffen juristische Unsicherheit, die einer vielfältigen und anpassungsfähigen Zucht von Vielen entgegensteht. Mit Systemen wie zum Beispiel Open-Source-Lizenzen sollen Alternativen angeboten und Diskussionen angestoßen werden, wie ein partizipativeres System aussehen könnte.

Das Gen-ethische Netzwerk setzt sich unablässig gegen Patente auf Gene, Zellen, Pflanzen und Tiere ein und ist Mitglied im Verein No Patents on Seeds!.

Beiträge zu diesem Thema

  • „Den Marsch blasen“

    21. Dezember 2012

    Wieder einmal zogen über 1.000 KritikerInnen bei einer Demonstration vor das Europäische Patentamt in München. Sie waren gekommen, um dem Patentamt und den Gentechnik-Konzernen den Marsch zu blasen.

  • Von M wie Maus bis S wie Schimpanse

    5. November 2012

    Die Geschichte der Patentierung von gentechnisch veränderten Tieren ist lang. Seit dem Jahr 2000 geht die Zahl der Patentanträge zwar stark zurück, es werden jedoch pro Jahr immer noch 100 Patente erteilt.

  • Dem Patentamt den Marsch blasen - Demo am 30.11.12 in München

    (München, Oktober 2012) Am 30. November läuft am Europäischen Patentamt (EPA) in München eine Frist für öffentliche Stellungnahmen gegen Patente auf Pflanzen und Tiere aus. Aus diesem Anlass ruft die Arbeitsgemeinschaft bäuerlicher Landwirtschaft, der Bundesverband Deutscher Milchviehhalter, der BUND Naturschutz, Kein Patent auf Leben!, Zivilcourage und ein breites Bündnis von Landwirten, Verbänden und Organisationen - so auch das Gen-ethische Netzwerk - zur öffentlichen Demonstration auf. Unter dem Motto „Wir blasen Euch den Marsch“ ist an diesem Tag unter anderem ein Demonstrationszug mit Traktoren und Blasmusik vom Odeonsplatz zum Europäischen Patentamt geplant.

  • Europäisches Patentamt erklärt Schimpansen zu Erfindungen

    (München/ Berlin, 22. Oktober 2012) Das Europäische Patentamt hat im Jahr 2012 drei Patente auf gentechnisch veränderte Schimpansen erteilt. Dies geht aus einer aktuellen Recherche der Initiative Kein Patent auf Leben! hervor. Die Tiere sollen für die Pharmaforschung genutzt werden. Ein Bündnis von mehreren Organisationen bereitet jetzt Einsprüche gegen die Patente vor. Ziel der Initiative ist nicht nur der Widerruf, sondern ein grundsätzliches Verbot derartiger Patente. Die Träger der Initiative fürchten, dass durch kommerzielle Anreize immer mehr Tierversuche auch mit Schimpansen durchgeführt werden. Sie fordern mehr Respekt im Umgang mit Tieren.

  • EU-Saat: Ein- oder Vielfalt?

    11. September 2012

    Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hat in einem Verfahren, in dem es um das Recht auf Vermarktung von Saatgut für alte Gemüse- und Blumensorten ging, gegen die französische Saatgut-Initiative Kokopelli entschieden.