Wissenschaft

Schwerpunkt

Wenn wir in diesem Heft das Verhältnis zwischen Wissenschaft und Gesellschaft am Beispiel der Agro-Gentechnik ausloten, dann ist das in vielerlei Hinsicht kein Zufall. In den vergangenen Jahren hat sich dieses Verhältnis - milde ausgedrückt - als sehr gespannt dargestellt. Diese Spannungen sind Teil des stetig wachsenden Misstrauens von Bürgerinnen und Bürgern gegenüber wissenschaftlicher Expertise.

Impressum

GID 205, April 2011, 27. Jahrgang, ISSN 0935-2481, Redaktion: Theresia Scheierling (ViSdP), Kristina Geyer, Larissa Henze, Vanessa Lux, Shirin Moghaddari, Birgit Peuker, Christof Potthof, Susanne Schultz, Alexander v. Schwerin, Uwe Wendling

Artikel in dieser Ausgabe

  • Gekaufte Wahrheit

    Christof Potthof

    Ein Film über zwei Wissenschaftler, die Agro-Gentechnik, Konzernmacht und -einfluss.

  • Wissenschaft in der Verantwortung

    Michael Krawinkel

    „Wissenschaft ist in einer besonderer Verantwortung, wenn es um die Aufklärung der interessierten Öffentlichkeit geht“ - so zu lesen im Vorwort einer Broschüre zur Grünen Gentechnik der Deutschen Forschungsgemeinschaft. Doch die Broschüre selbst lässt wichtige verfügbare wissenschaftliche Erkenntnisse außer Acht. Sie enthält undifferenziert einseitig wirkende und sogar sachlich falsche Darstellungen.

  • EFSA: Spielwiese der Gen-Industrie

    Christoph Then

    Die Industrie beeinflusst die Standards für die Risikoprüfung gentechnisch veränderter Pflanzen.

  • Der Teufel steckt im Detail

    Christof Potthof

    Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit hat zwei Forschende eingeladen, um sich über die Wirkung von gentechnisch veränderten Pflanzen auf Nicht-Zielorganismen auszutauschen. Ob es dabei auch darum ging, der Aufhebung des Verbots von MON810-Mais den Boden zu bereiten, bleibt offen.

  • Whistleblowing

    Interview mit
    Guido Strack

    Die Warnpfeife blasen - Whistleblowing - ist in den letzten Jahren mehr und mehr Teil der öffentlichen Debatten geworden. Wo Whistleblowing stattfindet dient es öffentlichen Interessen, da so Risiken und Missstände frühzeitig erkannt und behoben werden können. Aber leider findet Whistleblowing viel zu selten statt. Whistleblower sind häufig Anfeindungen und Mobbing, ja sogar Kündigungen und Strafverfolgung ausgesetzt. Zum Schutz der Whistleblower muss mehr getan werden.

  • BASF und die Wissenschaft

    Birgit Peuker

    Die BASF unterhält vielfältige Beziehungen zu öffentlichen Forschungseinrichtungen. Über Firmenaufkäufe von akademischen Spin-offs und Kooperationsbeziehungen verschafft sich der Konzern Zugang zu wissenschaftlichem Know-How. Darüber hinaus sitzen Vertreter von BASF in den Gremien, die über zukünftige Forschungsrichtlinien und damit über die Vergabe von Forschungsmitteln entscheiden.

  • Asse - keine Reaktion

    Christof Potthof

    Eine einfache Frage stand am Anfang und das Ende ist noch nicht in Sicht. Wie geht eine Forschungsinstitution, die Teil der Helmholtz-Gesellschaft ist, mit dem Scheitern um?

  • Amflora - ein Nachruf

    Ilse Lass

    Seit 2007 beschäftigt der Anbau der gentechnisch veränderten BASF-Kartoffel Amflora in den mecklenburgischen Dörfern Zepkow, Bütow und Dambeck die Bürgerinitiative „Müritzregion - gentechnikfrei“.

  • „Es könnte eine Mehrheit für ein Verbot geben“

    Interview mit
    Ulrike Riedel

    Am 8. März 2011 hat der Deutsche Ethikrat zur Präimplantationsdiagnostik Stellung genommen - mit zwei divergierenden Voten: Das eine spricht sich für ein eindeutiges Verbot und das andere für eine auf „schwere Fälle“ beschränkte Zulassung aus. Wir haben Ulrike Riedel, Mitglied des Ethikrats, die für ein Verbot der Präimplantationsdiagnostik votiert hat, zu der Entscheidung befragt.

  • Mit wem wollen wir leben?

    Uwe Wendling
    Schon heute sind verschiedene pränataldiagnostische Untersuchungsmethoden in der Schwangerschaft zur Routine geworden. Was aber, wenn einfache Bluttests zu einem frühen Zeitpunkt in der Schwangerschaft möglich werden? Wird ein umfassender billiger und nichtinvasiver „Gencheck“ dann Standard?

  • Innenansichten aus der Agro-Gentechnik-Lobby

    Jörg Bergstedt

    Alljährlich treffen sich Vertreterinnen und Vertreter von Behörden, aus Industrie und Wissenschaft beim InnoPlanta-Forum in Sachsen-Anhalt, um sich über die aktuelle Situation der Agro-Gentechnik auszutauschen.

  • Warum die DNA- Sammelwut stoppen?

    GeN

    Die polizeiliche Speicherung von DNA-Daten wird gerne mit dem Stichwort „Sicherheit“ beworben. Sicher ist aber bislang nur, dass eine solche Speicherung massiv in die informationelle Selbstbestimmung eingreift. Das GeN gibt Antwort auf häufige Fragen zum Thema und erklärt, warum es wichtig ist, die ausufernde DNA-Sammelwut zu stoppen.