Pränataldiagnostik

Piktogramm: Petrischale mit Eizelle und Spermien

Seit der Aufnahme des Ultraschalls in die Regelversorgung von Schwangeren 1979 hat sich die pränatale Suche nach vermeintlichen Beeinträchtigungen des Fötus zum normalen Bestandteil der Schwangerenversorgung entwickelt. Selektive Pränataldiagnostik (PND) verbessert weder die Versorgung der Schwangeren, noch die Gesundheit des Fötus. Einzige Handlungsoption ist die Entscheidung für oder gegen einen Schwangerschaftsabbruch.

Seit 2022 ist der nicht-invasive Pränataltest auf Trisomie 13, 18 und 21 in Deutschland Kassenleistung. Eine gefährliche Botschaft: die Kassenfinanzierung suggeriert, es handele sich um einen Teil der Regelversorgung. Zudem könnte die Zulassung einen Präzedenzfall schaffen, da sich das Testverfahren auf weitere genetische Abweichungen ausweiten lässt.
Diese Fahndung nach Abweichungen verstößt gegen die UN-Behindertenrechtskonvention. Das Gen-ethische Netzwerk tritt für ein Recht auf Abtreibung ein, wendet sich aber gegen die behindertenfeindliche pränatale Suche nach Behinderungen.

Beiträge zu diesem Thema

  • Pränataldiagnostik in einer ableistischen Gesellschaft

    Interview mit

    In einem Interview sprach GeN-Mitarbeiter* Taleo Stüwe am 15. März über Pränataldiagnostik und Schwangerschaftsabbrüche in einem feministischen und behindertenpolitischen Kontext. 

  • Antiableistischer Feminismus?!

    Mit

    In einem Vortrag für ProChoice Leipzig sprach GeN-Mitarbeiter* Taleo Stüwe über der Ausweitung von Pränataldiagnostik und dessen Bedeutung für den intersektionalen Feminismus.

  • Zugelassen und abgehakt?

    Schwarz-weiß Aufnahme des Reichstagsgebäudes. Es zeigt den Haupteingang, vor den Treppen befinden sich Absperrgitter.
    Von

    Seit der Kassenzulassung des nicht-invasiven Pränataltests (NIPT) im Juli 2022 ist die umstrittene Testpraxis weitestgehend aus der parlamentarischen Debatte verschwunden. Dabei ergeben sich aus der Kassenfinanzierung des NIPT weitere Regelungsbedarfe – sowohl bezüglich der derzeitig verfügbaren Tests als auch bezüglich einer möglichen Ausweitung des Testspektrums.

  • Das Ende der Debatte? Im Gegenteil!

    NoNIPT Übergabe
    Von
    24. November 2022

    Seit Juli 2022 ist der Nicht-invasive Pränataltest (NIPT) auf Trisomien Kassenleistung. Viele dachten, das Thema sei damit vom Tisch. Tatsächlich hat die zivilgesellschaftliche Diskussion durch den Praxisstart aber eher zugenommen und auch im Bundestag könnte es die Pränataldiagnostik endlich wieder auf die politische Agenda schaffen.

  • Auf der Suche nach "Abweichung"

    Von
    GeN

    In der aktuellen analyse & kritik (ak687) schreibt GeN-Mitarbeiterin Isabelle Bartram über aktuelle und zukünftige Ausweitungsszenarien von genetischer Pränataldiagnostik.