Kontamination

Schwerpunkt

Spurensuche: In der europäischen Debatte um die so genannte grüne Gentechnik dreht sich derzeit fast alles um die Begriffe Kontamination und Koexistenz. Letztere erscheint von der Politik beschlossen und sucht nun nach ihren Regeln. Dabei wird deutlich, der Aufwand ist praktisch nicht zu leisten und geht oft zu Lasten derer, die mit der neuen Technologie nichts am Hut haben.

Impressum

GID 178, Okt./Nov. 2006 22. Jahrgang - ISSN 0935-2481 Redaktion: Theresia Scheierling (ViSdP), Monika Feuerlein, Amadeus Janio, Christof Potthof, Andrej Schönhof, Ute Sprenger

Artikel in dieser Ausgabe

  • Überblick: Spurensuche

    Von
    Christof Potthof

    In der europäischen Debatte um die so genannte grüne Gentechnik dreht sich derzeit fast alles um die Begriffe Kontamination und Koexistenz. Letztere erscheint von der Politik beschlossen und sucht nun nach ihren Regeln. Dabei wird deutlich, der Aufwand ist praktisch nicht zu leisten und geht oft zu Lasten derer, die mit der neuen Technologie nichts am Hut haben.

  • Reis-Kontamination: Glück im Unglück?

    Von
    Antje Lorch

    Gentechnisch veränderter Reis ist in den Handel gelangt, obgleich er weder in den Vereinigten Staaten noch in der Europäischen Union eine Zulassung besitzt. Wie es dazu kommen konnte, ist derzeit noch nicht geklärt.

  • Maschinelle Verschleppung

    Von
    Mute Schimpf

    In der Koexistenzdebatte geht es zumeist um Sicherheitsabstände, Pollenflug und Auskreuzung. Wenig Beachtung finden hingegen andere mögliche Kontaminationsquellen: Maschinen wie Sämaschinen, Mähdrescher oder Häcksler, die in der Landwirtschaft überbetrieblich zum Einsatz kommen. Ist es in der Praxis überhaupt möglich, hier Verschleppungen zu vermeiden?

  • Alles in Butter?

    Von
    Theresia Scheierling

    In deutschen Lebensmittelgeschäften sind zunehmend Produkte zu finden, die gentechnisch veränderte (gv) Bestandteile enthalten. Untersuchungen in fünf Bundesländern ergaben: Jedes vierte sojahaltige Nahrungsmittel enthält gv-Soja.

  • Die teure Unmöglichkeit der Koexistenz

    Von
    Peter Röhrig, Rolf Mäder

    Für die dauerhafte Absicherung der Landwirtschaft ohne Gentechnik fehlen wesentliche Voraussetzungen. Abstandsregeln allein reichen nicht aus.

  • Wind? Verboten!

    Von
    Christof Potthof

    Kontaminationen in Feld und Flur werden wohl in Zukunft hingenommen werden müssen, wenn es nach den Proponenten gentechnisch veränderter Pflanzen geht. Auch die Ergebnisse von Anbauversuchen aus dem letzten Jahr sorgen nicht dafür, dass GVO zu den Akten gelegt werden. Über Probleme jenseits von Abstandsdiskussionen schweigt sich die Wissenschaft weitgehend aus.

  • “Verhindern Sie die weitere Kontamination...”

    Als globale Reaktion auf die vor allem in den USA, in Europa, Japan, China und Nicaragua aufgetauchten gentechnischen Verunreinigungen verfasste eine Gruppe von unabhängigen WissenschaftlerInnen und AktivistInnen Ende September einen offenen Brief an die Behörden und Medien jener Länder, in denen bis dato die Kontamination nachgewiesen wurde. Darin wird gefordert, dass die verunreinigten Nahrungsmittel zurückgerufen werden und dass die Behörden dafür sorgen, dass eine weitere Kontamination der Nahrungskette verhindert wird. Wir dokumentieren den Brief, der in englischer und spanischer Sprache auf der Website der internationalen Initiative JIGMOD abrufbar ist.

  • Erntet Gebühren, wer Zwietracht sät?

    Von
    François Meienberg, Nellen-Stucky, Rachel

    Der Feldzug Monsantos gegen Argentiniens Patentpolitik hat eine neue Stufe erreicht. Der US-Konzern nimmt es jetzt mit den argentinischen und den europäischen Behörden auf. Die EU-Kommission hat signalisiert, Buenos Aires zu unterstützen. Die argentinische Regierung führt als Drittpartei einen Prozess, weil Monsanto in Europa Patentgebühren für transgenes Soja einklagen will, das in dem südamerikanischen Land gewachsen ist.

  • Gv-Weizen in der Kritik

    Von
    Andreas Bauer

    Das Institut für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung will in einem Versuchsanbau gentechnisch veränderten Weizen freisetzen. Das hat etwa 30.000 Menschen dazu gebracht, eine Einwendung gegen den Antrag zu unterstützen.

  • Gentechnikfrei in der Schweiz

    Von
    Christof Potthof

    Im vergangenen Jahr war die Eidgenössische Volksinitiative für Lebensmittel aus gentechnikfreier Landwirtschaft - kurz: Gentechfrei-Initiative - in der Schweiz mit einem sehr guten Ergebnis erfolgreich zu Ende gebracht worden. Die Schweizerische Arbeitsgruppe Gentechnologie SAG füllt sie seit nunmehr fast einem Jahr mit Inhalten.

  • Ein gewagtes Glücksspiel

    Von
    Jeffery M. Smith

    Gentechnologie-Befürworter argumentieren, der Prozess der Genmanipulation sei präzise, vorhersagbar und sicher. Untersuchungen zeigen jedoch das Gegenteil: Es finden sehr häufig Mutationen oder Verschiebungen statt, die unerwünschte Nebeneffekte haben können.

  • Patientenorganisationen und Biobanken

    Von
    Michaela Mayrhofer

    Im Laufe der letzten Jahre wurden Biobanken weltweit zu einem wichtigen Thema für die Lebenswissenschaften. Dieser Artikel gibt zuerst eine kurze Einführung zum Begriff und Thema "Biobank" und legt danach den Fokus auf jene Biobanken, die in Verbindung mit Patientenorganisationen stehen. Er weist auf verschiedene Ebenen der Beteiligung von Patientenorganisationen im Biobankenbereich hin und präsentiert drei Typologien zur Einordnung derselben.(1)

  • Ethik oder Marketing?

    Von
    Anna Leuschner

    Bei der Stammzellforschung geht es inzwischen kaum noch um gute Begründungen der Forschungsziele, sondern vor allem um schnellstmögliche Schaffung gesellschaftlicher Akzeptanz. Dazu muss die ethische Vertretbarkeit dieses Verfahrens gewährleistet werden. Am Fall um die Studie Robert Lanzas zeigte sich erneut deutlich ein funktionaler Mangel im System wissenschaftlicher Publikationen.

  • Vermeidung von Spätabbrüchen

    Quer durch die Parteienlandschaft wird derzeit wieder über das Thema Spätabtreibung diskutiert. Die Vorschläge reichen von einer Pflichtberatung vor dem Schwangerschaftsabbruch und einer mehrtägigen Bedenkzeit nach der Diagnose bis hin zu einer "Befristung, die sich am Entwicklungsstand des Kindes orientiert" (Bundesärztekammer). Das Netzwerk gegen Selektion durch Pränataldiagnostik weist auf die – in der Diskussion oft zu kurz kommende – Rolle der pränatalen Diagnostik bei der Zunahme später Schwangerschaftsabbrüche hin

  • Mobilisierung zum G8-Gipfel und gegen Biopiraterie

    Von
    Ute Sprenger

    Wenn sich im Juni 2007 im Ostseebad Heiligendamm die Regierungschefs der G8-Staaten treffen, so wird deren Jahreskonferenz auch von Protesten aus der Zivilgesellschaft begleitet werden. Vielerorts steht das nächste Gipfeltreffen der G8 auf der Tagesordnung: In Umweltverbänden, entwicklungspolitischen Initiativen, linken und antirassistischen Netzwerken, Gewerkschaften, Parteien oder lokalen Anti-G8-Bündnissen.

  • Gentestgesetz: Die nächste Runde

    Von
    Monika Feuerlein

    Obwohl im Koalitionsvertrag ausdrücklich angekündigt, haben sich die Regierungsparteien bislang nicht um gesetzliche Regelungen des stetig wachsenden Gentestmarkts gekümmert. Nun hat die Oppositionsfraktion Bündnis 90/Die Grünen erneut ausgeholt und ­ bereits zum zweiten Mal innerhalb von vier Jahren - einen Entwurf für ein Gentestgesetz vorgestellt. Im Herbst soll der Gesetzentwurf in den Bundestag eingebracht werden.

  • Das Hightech-Land der Ideen

    Von
    Anna Leuschner

    Am 29. August hat Bundesforschungsministerin Annette Schavan dem Bundeskabinett das Leitmotto der so genannten "Hightech-Strategie" vorgestellt. 14,6 Milliarden Euro will die Bundesregierung bis 2009 in die so genannten "Spitzentechnologien" investieren.