Pränataldiagnostik

Piktogramm: Petrischale mit Eizelle und Spermien

Seit der Aufnahme des Ultraschalls in die Regelversorgung von Schwangeren 1979 hat sich die pränatale Suche nach vermeintlichen Beeinträchtigungen des Fötus zum normalen Bestandteil der Schwangerenversorgung entwickelt. Selektive Pränataldiagnostik (PND) verbessert weder die Versorgung der Schwangeren, noch die Gesundheit des Fötus. Einzige Handlungsoption ist die Entscheidung für oder gegen einen Schwangerschaftsabbruch.

Seit 2022 ist der nicht-invasive Pränataltest auf Trisomie 13, 18 und 21 in Deutschland Kassenleistung. Eine gefährliche Botschaft: die Kassenfinanzierung suggeriert, es handele sich um einen Teil der Regelversorgung. Zudem könnte die Zulassung einen Präzedenzfall schaffen, da sich das Testverfahren auf weitere genetische Abweichungen ausweiten lässt.
Diese Fahndung nach Abweichungen verstößt gegen die UN-Behindertenrechtskonvention. Das Gen-ethische Netzwerk tritt für ein Recht auf Abtreibung ein, wendet sich aber gegen die behindertenfeindliche pränatale Suche nach Behinderungen.

Beiträge zu diesem Thema

  • Entscheidung jetzt, Debatte später

    Von
    GeN

    Der Bluttest auf Trisomie 21, 13 und 18 soll Kassenleistung werden, das hat der Gemeinsame Bundesausschuss am 19.09. beschlossen, ein Artikel in der taz vom 19.09.2019 enthält auch eine Einschätzung unserer Mitarbeiterin Kirsten Achtelik dazu.

  • Bluttest wird Kassenleistung!

    Die Geschäftsstelle des Gemeinsamen Bundesausschuss
    Von

    Am 19. September hat der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) die Aufnahme der nicht invasiven Bluttests  (NIPT) auf Trisomie 21, 13 und 18 in die Versorgung der gesetzlichen Krankenkassen beschlossen.

  • Aussetzung des Verfahrens!

    Logos von Bioskop, Downsyndrom Berlin, Gen-ethisches Netzwerk und Netzwerk gegen Selektion durch Pränataldiagnostik
    Von
    GeN

    Gemeinsame Stellungnahme zu der für den 19.09.2019 angekündigten Entscheidung des Gemeinsamen Bundesausschuss über die Aufnahme des nicht invasiven Bluttests auf die Trisomien 13, 18 und 21 in die Kassenversorgung.

  • Aktueller Stand und Entwicklungen der Pränataldiagnostik

    Titelblatt des TAB-Berichtes
    Von
    GeN

    Neuer Bericht des Büros für Technikfolgen-Abschätzung beim Deutschen Bundestag (TAB) zu PND unter Mitarbeit des GeN veröffentlicht

  • Kommt der Test?

    Gegen behindertenfeindliche Politik
    Von
    21. Mai 2019

    Die Entscheidung um die Kassenzulassung der Bluttests auf Trisomien rückt näher, der Diskurs um die gesundheitspolitischen und gesellschaftlichen Folgen nimmt Fahrt auf.