Reprotechnologien

Piktogramm: Petrischale mit Eizelle und Spermien

Eizell„spende“ und „Leihmutterschaft“ sind in Deutschland verboten, das regelt das Embryonenschutzgesetz (EschG). Um solche Reproduktionstechnologien dennoch zu nutzen, reisen Schätzungen zufolge jedes Jahr bis zu 3.000 deutsche Paare ins Ausland. Der starke Kinderwunsch dieser Paare, das vermeintliche Kindeswohl, die mit dem Reproduktionstourismus verbundenen Probleme, ein postuliertes „Recht“ auf ein eigenes Kind – diese Argumente werden von unterschiedlichen Gruppen verstärkt vorgebracht, um die Verabschiedung eines „modernen“, liberalen Fortpflanzungsmedizingesetzes voranzubringen.

Selten thematisiert werden die geringen Erfolgsaussichten reproduktiver Technologien und alternative Möglichkeiten der Familiengründung wie Pflegekinder oder Co-Parenting. Die Probleme und Rechte von „Spenderinnen“ und „Leihmüttern“ kommen in diesen Diskursen noch weniger vor.

Beiträge zu diesem Thema

  • Begründete "Ungleichbehandlung"

    Von

    Während die Samenspende legal ist, verbietet das Embryonenschutzgesetz (ESchG) die Abgabe von Eizellen in Deutschland. Immer wieder argumentieren Befürworter*innen der Legalisierung der sog. Eizellspende, das Verfahren müsse als Gegenstück zur  Samenspende betrachtet und somit ebenfalls erlaubt werden. Auch die Bundestagsfraktion der FDP stellt diesen Vergleich auf und spricht in ihrem Gesetzentwurf zur Änderung des ESchG von einer „Ungleichbehandlung […], die nicht mehr zu rechtfertigen ist.“

  • Duogynon: Bayer soll zahlen

    Von
    GeN

    In der Jungle World 2020/32 schreibt GeN-Mitarbeiterin Isabelle Bartram über einen neuen Bericht aus Großbritannien, der einen hormonellen Schwangerschaftstest für Fehlgeburten und Beeinträchtigungen verantwortlich macht.

  • Kinder auf Kosten anderer

    Von
    GeN

    Über die Veranstaltung des GeN "Wunschkinder durch globalisierte Ausbeutung?" wurde am 12.01.20 im RBB und am 17.01.20 in der taz berichtet. Ein Artikel im Neuen Deutschland hatte zuvor die Stellungnahme des feministischen Netzwerks thematisiert, die bei der Veranstaltung vorgestellt wurde.

  • Wunschkinder durch globalisierte Ausbeutung?

    Wer bringt Eier? Protest in Hasenkostüm gegen Eizell"spende"
    Von
    GeN

    Derzeit wird intensiv über eine Legalisierung von „Eizellspende“ und „Leihmutterschaft“ in Deutschland diskutiert. Ein feministisches Netzwerk stellt dazu seine kritische Stellungnahme der Öffentlichkeit vor.

  • Lobby für Liberalisierung

    Leopoldina in Halle/Saale
    Von
    14. August 2019

    Die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina hat Anfang Juni 2019 die Stellungnahme „Fortpflanzungsmedizin in Deutschland – für eine zeitgemäße Gesetzgebung“ veröffentlicht, in der ein neues, sehr liberales Fortpflanzungsmedizinrecht gefordert wird.