"Ethnische Marker" in der Genomanalyse

Schwerpunkt

Evas Töchter, Adams Söhne: In der strategischen Ausrichtung des Human Genome Projects wurde eine deutliche Kehrtwende vollzogen: Die Molekulargenetik betont nicht mehr die „Gleichheit“ aller Menschen, sondern macht sich auf die Suche nach den Unterschieden. Dies bedeutet oft die Zuordnung zu einer „Rasse“ oder vergleichbaren Kategorien. Der Soziologe Troy Duster gibt einen Überblick über Entwicklungen in Forensik, Pharmaforschung und Medizin.

Impressum

GID 163, April/Mai 2004 20. Jahrgang - ISSN 0935-2481 Redaktion: Theresia Scheierling (ViSdP), Monika Feuerlein, Christof Potthof, Nele Jensch, Silke Westermann

Artikel in dieser Ausgabe

  • Die Wiedergeburt des Rassebegriffs

    Von
    Troy Duster

    In der strategischen Ausrichtung des Human Genome Projects wurde eine deutliche Kehrtwende vollzogen: Die Molekulargenetik betont nicht mehr die „Gleichheit“ aller Menschen, sondern macht sich auf die Suche nach den Unterschieden. Dies bedeutet oft die Zuordnung zu einer „Rasse“ oder vergleichbaren Kategorien. Der Soziologe Troy Duster gibt einen Überblick über Entwicklungen in Forensik, Pharmaforschung und Medizin.

  • „Ethnische Marker“ in der DNA-Analyse

    Interview mit
    Mark Benecke

    Die forensische Analyse kodierender DNA-Bereiche ist in Deutschland untersagt. Doch auch aus bestimmten Mustern in den so genannten nicht-codierenden kann man unter Umständen auf äußerliche Merkmale eines Menschen schließen. Der GID sprach mit dem Kriminalbiologen Mark Benecke über die Möglichkeiten und Grenzen der forensischen Erbgutanalyse und über ihre Akzeptanz in Deutschland.

  • Ethnische Biowaffen

    Von
    Jan van Aken

    Bakterien, die gezielt nur Menschen einer bestimmten Hautfarbe oder Herkunft töten und alle anderen ungeschoren lassen – diese ultimative Biowaffe hat über Jahrzehnte die Phantasien kalter und heißer Krieger beflügelt. Das sunshine project hat potentielle molekulare Angriffspunkte für solche „Ethnobomben“ aufgedeckt.

  • Konstruktion menschlicher „Biodiversität“

    Von
    Torben Klußmann

    Mit dem Human Genome Diversity Project (HGDP) wird die Frage nach Kategorien für Menschen neu thematisiert. In diesem Projekt sollen Unterschiede und Übereinstimmungen des Erbmaterials möglichst aller menschlicher Populationen und ethnischer Gruppen inventarisiert und analysiert werden.

  • Weiter mit Kurs in Richtung Biosafety...

    Von
    Antje Lorch

    Am 27. Februar endete das erste Treffen der Parteien des Cartagena- Protokolls zur biologischen Sicherheit. Dieses hatte in Kuala Lumpur (Malaysia) stattgefunden. Es konnten zehn wegweisende Entschlüsse zu Themen wie Informationsaustausch, Finanzierungen und vor allem zum Umgang mit lebenden gentechnisch veränderten Organismen gefasst werden. Ein Update.

  • Saatgut: "X" für ein "U"

    Von
    Benno Vogel

    In den USA könnte die Hälfte des konventionellen Saatguts von Mais, Raps und Soja gentechnisch verunreinigt sein. Auch in der EU kommen Verunreinigungen vor. Wie das Problem lösen? Die US-Regierung schaut weg, die EU-Kommission nicht richtig hin und Österreich weist den Weg.

  • Mais in Mexiko: Ya basta con la manipulación!

    Ute Sprenger

    In Mexiko, der Wiege der wichtigen Kulturpflanze Mais, wurde im Jahr 2001 die gentechnische Kontamination lokaler Maissorten nachgewiesen. Begleitet von Protesten und Einwänden stellte eine Wissenschaftlergruppe aus Kanada, den USA und Mexiko im März 2004 im Bundesstaat Oaxaca die vorläufigen Ergebnisse einer Untersuchung einem Publikum aus Kleinbauern, indigenen Gemeinschaften, lokalen Wissenschaftlern und Umweltaktivisten vor. Übereinstimmung zwischen Wissenschaftlern und zivilgesellschaftlichen Gruppen herrschte vor allem in einem Punkt: Es fehlt an Informationen.

  • Ungefährlich - oder unbekannt

    Von
    Christof Potthof

    Die Britische Gesellschaft der Mediziner veröffentlichte im März ein Positionspapier zu gentechnisch veränderter Nahrung und ebensolchen Pflanzen. Darin konstatieren sie, die zu erwartenden gesundheitlichen Risiken seien vernachlässigbar. - Warum?

  • Lebendspende: Kommerzialisierung des Unbezahlbaren?

    Von
    Ingrid Schneider

    Die Anzahl der Lebendspenden von Organen ist in Deutschland, aber auch in den USA und anderen Ländern erheblich angestiegen. Eine Organspende von einem gesunden lebenden Menschen ist nicht nur mit medizinischen und ethischen Problemen verbunden, sie birgt auch die Gefahr der Kommerzialisierung. Der GID dokumentiert - stark gekürzt und überarbeitet - die schriftliche Stellungnahme von Ingrid Schneider zur öffentlichen Anhörung der Enquete-Kommission „Ethik und Recht der modernen Medizin“ vom 1. März 2004.

  • Kennzeichnung von GVO - endlich?

    Von
    Christof Potthof

    Ab dem 18. April müssen zwei neue EU-Verordnungen zu gentechnisch veränderten Lebens- und Futtermitteln in den Grenzen der Europäischen Union angewendet werden. Der GID hatte in den vergangenen Jahren bereits mehrfach über die Entwicklung derselben berichtet. Doch: Was ändert sich jetzt eigentlich? Und: Wird jetzt - endlich - alles besser? - Ein Überblick.

  • Genfood: Was isst die Kirche?

    Nele Jensch

    Dass die Frage nach dem Status des Embryos in der Biomedizin Meinungsverschiedenheiten innerhalb der Kirchen verursacht, ist bekannt. Doch auch ein anderes Gebiet der Biotechnologie provoziert Ärger: Die Freisetzung gentechnisch veränderter Organismen (GVOs) in der Landwirtschaft bereitet Vertretern der beiden großen christlichen Konfessionen Kopfzerbrechen und sorgt für Kontroversen.

  • Privatisierter Weizen

    Von
    Ruth Tippe

    Im Mai 2003 hat das Europäische Patentamt der Firma Monsanto das alleinige Nutzungsrecht für einen Weizen mit besonderer Backqualität einschließlich der aus diesem hergestellten Erzeugnisse übertragen. Die Patenterteilung steht im Widerspruch zum Europäischen Patentabkommen, welches Patente auf die konventionelle Züchtung von Pflanzen verbietet – kein Einzelfall. Die Organisation „Kein Patent auf Leben!“ hat Einspruch gegen dieses Patent eingelegt.